Berlin  Ranking der zuverlässigsten Autos 2023: Bei E-Autos häufen sich Probleme

Juliane Landwehr
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Von Juliane Landwehr
| 06.12.2023 21:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Hauptprobleme bei Elektrofahrzeugen betreffen in erster Linie Schwierigkeiten beim Laden oder mit der Batterie. Foto: imago images / Wolfgang Maria Weber
Die Hauptprobleme bei Elektrofahrzeugen betreffen in erster Linie Schwierigkeiten beim Laden oder mit der Batterie. Foto: imago images / Wolfgang Maria Weber
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Trotz der fortschreitenden Technologie und steigender Beliebtheit, sorgen Elektrofahrzeuge vermehrt für Herausforderungen. Welche Automarken wie beim Zuverlässigkeits-Ranking für Pkw abgeschnitten haben und was die größten Problemquellen sind.

Elektroautos sind in vielen Punkten umweltschonender als Verbrenner, doch bei der Zuverlässigkeit hängen sie hinterher. In diesem Jahr zeigen die Ergebnisse der US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports (CR), dass Besitzer von Elektrofahrzeugen deutlich häufiger mit Problemen zu kämpfen haben, als Besitzer herkömmlicher Verbrenner-Pkw.

Immer mehr potenzielle Käufer informieren sich, wie lohnenswert es für sie wäre, auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen. Daraufhin hat die Organisation Consumer Reports 330.000 Fahrzeuge aus den Jahren von 2000 bis 2023 angesehen und diese – mithilfe einer Umfrage über aufgetretene Probleme mit den Autos – in einen Vergleich gestellt.

„Dennoch sehen wir Anzeichen für eine Entwicklung in die richtige Richtung“, erklärte Jake Fisher, Seniorchef für Fahrzeugtests bei CR. Nach der Umfrage stellte sich heraus, dass Fahrer neuer Elektrofahrzeuge im Durchschnitt vor 79 Prozent mehr Problemen stehen, als Fahrer von Verbrennern. Während Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge sogar mit 146 Prozent mehr Problemen zu kämpfen haben, sind die Vollhybride besonders zuverlässig: Bei den geprüften Hybrid-Fahrzeugen traten 26 Prozent weniger Probleme auf, als bei Verbrenner-Fahrzeugen.

Die Hauptprobleme bei Elektrofahrzeugen betreffen in erster Linie Schwierigkeiten beim Laden oder mit der Batterie. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass sich das CR-Ranking stark auf die USA bezieht und sich diese Problematik auf das dortige Ladenetz für E-Autos bezieht.

Zahlreiche Herausforderungen gibt es auch in den Bereichen Karosserieteile, Lack, Verkleidung und Klimasystem. Plug-in-Hybride weisen eine ernüchternde Bilanz auf, da sie nicht nur von den möglichen Defiziten herkömmlicher Verbrenner betroffen sind, sondern auch von den Schwierigkeiten, die Elektroautos betreffen.

Sieben der zehn zuverlässigsten Pkw stammen aus Asien, wobei Toyota an erster und Lexus an zweiter Stelle rangieren. Die verbleibenden drei Plätze teilen sich die deutschen Marken Mini, Porsche und BMW. Der wertvollste Autohersteller der Welt – Tesla – belegt überraschenderweise den vierzehnten Platz, was die Bewertung der Elektrofahrzeuge im Durchschnitt positiv beeinflusst. Insbesondere das Model 3 und das Model Y erhielten eine gewisse Empfehlung von CR aufgrund ihrer niedrigen Problemausfallrate.

Während große Pick-Ups auf der Zuverlässigkeitsliste eher unten angesiedelt sind, werden sie noch von mittelgroßen und elektrischen Fahrzeugen übertroffen.

Trotz der Top-Ten-Platzierung dreier deutscher Autohersteller, sind auch zwei inländische Marken am unteren Ende der Liste platziert. Den vorletzten Rang belegt Mercedes-Benz, dicht gefolgt von dem etwas höher gelegenen Volkswagen, wobei die US-Hersteller jedoch vergleichsweise noch schlechter abschneiden. Den letzten Platz belegt der Plug-in-Hybrid Chrysler.

Die Platzierung ist insofern lückenhaft, dass nicht alle Marken einbezogen wurden, da für manche Hersteller nach Beenden der Umfrage nicht genügend Daten und Infos vorlagen. Die Automarken, die 2023 von CR ausgeschlossen wurden, sind Alfa Romeo, Fiat, Jaguar, Land Rover, Lucid, Maserati, Mitsubishi und Polestar.

Da sich E-Autos noch in einer relativ frühen Entwicklungsphase befinden, rät Fisher potenziellen Käufern, „auf fabrikneue Fahrzeuge in ihrem ersten Modelljahr zu verzichten“.

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