Gebühren Auricher sollen mehr für Abwasserentsorgung zahlen
Die Gebühren für die Abwasserentsorgung werden jährlich neu kalkuliert. Ab Januar wird es teurer für die Auricher.
Aurich - Zum dritten Mal seit November 2020 wird in der Stadt Aurich die Abwassergebühr angehoben. Ab dem 1. Januar kommenden Jahres soll ein Kubikmeter Abwasser 3,20 Euro kosten. Das ist ein Anstieg von 30 Cent beziehungsweise etwas über zehn Prozent. Zahlen, die aus einer Beschlussvorlage für den Auricher Stadtrat hervorgehen.
Städtische Gebühren müssen einmal im Jahr kalkuliert werden. Sie müssen die entstehenden Kosten decken – einen Gewinn darf die Stadt aber nicht machen. Im Jahr 2020 galt noch ein Preis von 2,60 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Es folgt eine Steigerung um zehn Cent ein Jahr später. Seit dem 1. Januar dieses Jahres müssen die Auricher 2,90 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser bezahlen. Die Menge bemisst sich an dem Verbrauch von Frischwasser.
Inflation treibt Gebühren in die Höhe
Vor drei Jahren waren die hohen Kosten bei der Entsorgung von Fäkalschlamm der Hauptgrund für die Anhebung der Gebühren. Das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Denn es werden seit Jahren hohe Investitionen sowohl in das Kanalnetz als auch in die Kläranlage getätigt. Das aber hat Folgen für die Kalkulation der Gebühren: Bei hohen Investitionen steigen auch die Abschreibungen, die ebenfalls erwirtschaftet werden müssen.
Außerdem, so steht es in der Vorlage für den Rat, erfolgen die Abschreibungen auf den Wiederbeschaffungswert – nicht auf den ursprünglichen Anschaffungswert. Durch die hohe Inflation im Baugewerbe aber ist der Anlagenwert nun höher als der Anschaffungswert. Allein 2022 betrug die Preissteigerung laut Vorlage 15 Prozent. Das verteuert die Abschreibung zusätzlich. Eine preistreibende Wirkung hat die Inflation außerdem auf die laufende Unterhaltung der Abwasserbeseitigung.
Molkerei muss etwas weniger zahlen
Im vergangenen Jahr gab es im Bereich der Abwasserbeseitigung in Aurich bereits eine Unterdeckung von rund einer Million Euro. Daher kündigt die Verwaltung bereits jetzt an, dass es auch in den folgenden Jahren zu Anhebungen bei den Abwassergebühren kommen werde. Mit der Anhebung der Gebühren um gut zehn Prozent werden bis zu 600.000 Euro zusätzlich eingenommen. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einer Abwassermenge von 160 Kubikmetern muss mit Mehrkosten von jährlich 48 Euro rechnen. Insgesamt geht die Verwaltung bei der Abwasserbeseitigung im kommenden Jahr von Kosten von 6,9 Millionen Euro aus. Davon werden 6,4 Millionen Euro über die Abwassergebühren gedeckt.
Etwas günstiger wird es hingegen für die Molkerei Rücker. Für das Egelser Unternehmen gelten Sonderkonditionen, da es ein sogenannter Großeinleiter ist. Dessen Abwasserbeseitigung ist seit 2020 eine selbstständige öffentliche Einrichtung, die nur teilweise die öffentlichen Abwasseranlagen in Anspruch nimmt. Bislang muss die Molkerei dafür 92 Cent pro Kubikmeter Abwasser bezahlen. Ab dem 1. Januar werden nur noch 90 Cent fällig. Das warme Abwasser der Molkerei wird dabei als sogenannte kalte Fernwärme auch zum Heizen einiger städtischer Gebäude genutzt.Saniertes Pumpwerk wieder in Betrieb
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