Tübingen  Boris Palmer könnte bei kommender Wahl in Tübingen für Freie Wähler antreten

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 02.12.2023 19:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer könnte nach seinem Austritt bei den Grünen eine neue politische Heimat bei der Freien Wähler Vereinigung finden. Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer könnte nach seinem Austritt bei den Grünen eine neue politische Heimat bei der Freien Wähler Vereinigung finden. Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur
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Bei der Kommunalwahl in Baden-Württemberg im kommenden Jahr will der Tübinger Oberbürgermeister laut Medienberichten für die Freie Wähler Vereinigung kandidieren. Nach seinem Austritt bei den Grünen ist Palmer parteilos.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer könnte nach seinem Austritt bei den Grünen zu den Freien Wählern wechseln. Bei den Kommunalwahlen in Baden-Württemberg im kommenden Jahr will Palmer offenbar für die Fraktion als Kandidat für den Kreistag antreten. Das berichteten mehrere Medien übereinstimmend.

Demnach habe es Gespräche dazu mit Thomas Hölsch, dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler Vereinigung im Kreis Tübingen, gegeben, wie dieser bestätigte. Palmer äußerte sich zunächst nicht und verwies auf eine Pressekonferenz am Montag.

Von Hölsch hieß es gegenüber dem „Spiegel“: „Es ehrt uns, dass Palmer uns als Hafen für seine politischen Tätigkeiten sieht“. Es gebe keinen Zweifel, dass der 51-Jährige einen Listenplatz erhalte. Man hoffe, mit dem Tübinger OB stärkste Kraft im Kreistag zu werden. Bislang verfügen dort die Grünen über die meisten Stimmen.

Gegenüber der Zeitung „Schwäbisches Tageblatt“ betonte Hölsch: „Es entspricht unserer DNA, parteilose und kommunal aktive Bürgermeister in den Reihen zu haben.“ Palmer sei im Frühsommer „auf uns zugekommen“.

Der SWR zitierte den Fraktionsvorsitzenden mit den Worten: „Ich denke, er passt gut in unsere Truppe“. Die Freien Wähler seien parteiunabhängig und nur der kommunalen Sache verpflichtet. „Bei uns darf auch jeder seine eigenen Ideen mit einbringen.“ Außerdem gebe es in der Vereinigung keinen Fraktionszwang – „es darf jeder nach seinem Wissen und Gewissen entscheiden“. Der Landesverband der Freien Wähler Baden-Württemberg ist ein Verein und keine Partei.

Palmer ist seit 2007 Oberbürgermeister in Tübingen und eckt immer wieder mit politischen Aussagen an. Mit Äußerungen etwa zur Flüchtlingspolitik sorgte er oftmals für Kontroversen, auch wurde ihm Rassismus vorgeworfen. Bundesweites Aufsehen und Anerkennung brachte aber sein Management während der Corona-Pandemie sowie seine kommunale Umweltpolitik.

Im Mai dieses Jahres war der umstrittene Politiker bei den Grünen ausgetreten nach einem Eklat um die Verwendung des N-Wortes bei einer Migrationskonferenz in Frankfurt. Schon vorher ruhte seine Mitgliedschaft wegen anderer umstrittener Äußerungen.

Im Mai 2021 hatten die Grünen in Baden-Württemberg ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn beschlossen. Anlass war ein als rassistisch eingeschätzter Post über den früheren Fußballnationalspieler Dennis Aogo auf Facebook.

Mit Material von afp und dpa

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