Dauerregen und Folgen für Landwirtschaft Bauern drohen Ernteeinbußen im Frühjahr
Bis zum Oktober waren die Landwirte im Kreis Aurich zufrieden. Doch dann kam der Regen. Warum dessen Auswirkungen noch weit bis ins nächste Jahr hineinreichen werden.
Aurich - Die anhaltende Nässe im Herbst hat zu gleich mehreren Problemen für die Landwirte geführt. Nun drohen auch noch Ernteeinbußen im Frühjahr. Das ergab eine Nachfrage bei Landwirten und dem Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland (LHV).
Das Fenster für die Aussaat der Winterfrüchte war zu kurz, sagt Heinz-Hermann Hertz-Kleptow, Geschäftsführer LHV-Kreisverband Aurich. „Eigentlich war alles gut, bis der Regen anfing“, sagt Hertz-Kleptow. Die landwirtschaftlichen Flächen waren nach dem Starkregen und Dauerregen schnell zu nass. Die Flächen konnten nicht mehr befahren werden. Teilweise konnte der Boden nicht einmal mehr umgepflügt werden.
Vielerorts liegen die Äcker noch so wie direkt nach der Maisernte. Selbst, wenn jetzt nun der Frost kommen würde, wäre es für die meisten Kulturen zu spät, so der LHV-Geschäftsführer. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Hertz-Kleptow. Irgendwann im Frühjahr können die Landwirte erst wieder auf die Äcker zurück. Hertz-Kleptow rechnet wegen der ausgefallenen Aussaat im Herbst mit Ernteeinbußen.
Höherer Arbeitsaufwand und weniger Tierfutter
Noch dazu werde im Frühjahr der Aufwand größer sein, um die Äcker wieder zu pflügen. Normalerweise hätte diese Arbeit schon im Herbst stattfinden müssen, um die Böden aufzulockern. Aber das war wegen der Nässe nicht möglich. Noch dazu haben die Landwirte nun Sorge, wie sie das ganze Wasser wieder von den Flächen loswerden.
Ernteeinbußen gibt es auch schon in diesem Jahr, wenn es um das Futter für die Tiere geht. Auf den Weiden steht noch das Gras, viel zu hoch, weil die Kühe schon verfrüht in den Stall geholt werden mussten, sagt Adrian Campen aus Simonswolde. Der vierte Schnitt, der noch einmal für einen Futtervorrat gesorgt hätte, konnte auch nicht abgemäht werden. Und selbst wenn der Boden jetzt noch durch einige Tage Trockenheit wieder Wasser verlieren würde, wäre das Gras nicht mehr nahrhaft genug für die Kühe. „Die Qualität des Grases lässt nun stark zu wünschen übrig“, erklärt Udo Haßbargen aus Kirchdorf. Es sei zu stark wasserhaltig. Die Kühe könnten davon Durchfall bekommen oder Parasiten. Seine Weidemilchkühe hat er bereits im Oktober in den Stall holen müssen. Ansonsten hätten sie den Boden auf der Weide kaputt getrampelt. Auch Campen in Simonswolde hat seine Kühe bereits Anfang Oktober von der Weide geholt, weil alles schnell zu nass wurde.
Futter bis zum Frühjahr sei wohl da, so Campen. Doch wird auch das kommende Frühjahr zu nass, dann müsste er Futter zukaufen. Das wäre dann nach dem nassen Herbst die nächste Sorge der Landwirte. Denn Futter zukaufen, kostet Geld – während das eigentliche Futter gerade auf den Weiden liegenbleiben muss.