Comedyshow in Aurich  Knalleffekte im Dienst der Wissenschaft

Helmut Vortanz
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Von Helmut Vortanz
| 26.11.2023 16:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kettenreaktion mit Wasserstoffballons erklärt - so macht Chemie Spaß. Foto: Helmut Vortanz
Kettenreaktion mit Wasserstoffballons erklärt - so macht Chemie Spaß. Foto: Helmut Vortanz
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Mit aberwitzigen Experimenten und viel Knalleffekten erklärte Comedian Konrad Stöckel in Aurich dem Publikum die Welt. Für das Thema Erderwärmung reichten ihm Cola und Pfefferminz.

Aurich - Die wohl verrückteste Wissenschaftsshow von und mit Konrad Stöckel strapazierte die Lachmuskeln der Zuschauer in Aurich. Am Sonnabend gastierte der Comedian mit der Albert-Einstein-Frisur in der Stadthalle mit seinem Programm „Wenn’s stinkt und kracht – ist’s Wissenschaft“. Sein Thema in der Show: die Umwelt. Was aber sein Feuerwerk an aberwitzigen Experimenten mit dem Klima oder der Erderwärmung zu tun hat, erklärte Stöckel auf die ihm eigene Art und Weise.

Nicht zimperlich ging es bei der Show zu. Wer mitmachte, musste Vertrauen zeigen. Foto: Helmut Vortanz
Nicht zimperlich ging es bei der Show zu. Wer mitmachte, musste Vertrauen zeigen. Foto: Helmut Vortanz

Sturmfrisur, ein fast weißer Kittel und die Taschen voller Konfetti machen noch keinen einzigartigen Wissenschafts-Comedian aus. Dazu gehören noch eine gute Portion Humor, seine Nähe zum Publikum und die Begabung, komplizierte Zusammenhänge ganz einfach zu erklären. Das alles zeigte der 45-jährige Comedian in seiner Show am Sonnabendabend in der Auricher Stadthalle, die laut Veranstalter wegen mehrfacher Verschiebung der Veranstaltung nicht ausverkauft war. Dafür hatten jedoch einige Fans von Stöckel weite Wege zum Teil bis aus Meppen in Kauf genommen. Die Zuschauer zwischen fünf und 75 Jahre erwarteten gespannt eine einzigartige Mischung aus Zauberkunst, Bühnen-Comedy und echter Labor-Wissenschaft.

Schutzplane für die erste Reihe

Zu einem rockigen Intro stürmte der Künstler auf die Bühne und zeigte den Zuschauern in der ersten Reihe sofort, worauf sie sich eingelassen haben. Nach einigen Händen voll Konfetti verteilte er erstmal eine große Schutzplane. „Bei mir müssen die Zuschauer in der ersten Reihe besonders geschützt werden“, warnte er. Und die hatten schon nachwenigen Minuten die Folie erstmalig zum Schutz gegen Wasser vor dem Körper gezogen.

Die neunjährige Lotte aus Wittmund half dem Wissenschaftscomedian bei seinen Experimenten. Foto: Helmut Vortanz
Die neunjährige Lotte aus Wittmund half dem Wissenschaftscomedian bei seinen Experimenten. Foto: Helmut Vortanz

Stöckel, der über seine wilde Haarpracht sagte: „Das ist keine Frisur, sondern ein Schrei nach Hilfe“, präsentierte und erklärte in der Folge Experimente mit den Bestandteilen der Luft, demonstrierte Staubexplosionen, schoss Handtücher – angetrieben von explodierender Pyrowatte – ins Publikum und marschierte mit einem Kohlenstoffdioxid-Feuerlöscher durch die Reihen. Bei einem Experiment zur Erklärung von Hochdruck und Tiefdruck holte er mit Einverständnis der Eltern die neunjährige Lotte aus Wittmund auf die Bühne. In der Pause zeigte sich die junge Zuschauerin von der Show begeistert. „Ich fand es toll, auf die Bühne gerufen zu werden. Am besten hat mit gefallen, dass es immer wieder geknallt hat“, erzählte sie später auf ON-Nachfrage.

Cola, Pfefferminz und die Erderwärmung

Was zwei Colaflaschen und einige Pfefferminzdrops mit der Erderwärmung zu tun haben, zeigte der Comedian in einem weiteren Experiment. Während vier Drops in kalter Cola nur ein schwaches Blubbern erzeugten, spritzte aus der warmen Colaflasche eine meterhohe Fontäne hoch. Seine Schlussfolgerung: Wir müssen dafür sorgen, dass die Erd- und damit Wassererwärmung nicht zu hoch wird und damit extreme Reaktionen erzeugt.

Stöckel macht Schallwellen sichtbar. Foto: Helmut Vortanz
Stöckel macht Schallwellen sichtbar. Foto: Helmut Vortanz

Beeindruckend für die Zuschauer war auch die Demonstration, wie man mit einem handelsüblichen kleinen Staubsauger durch einfache Montage eines Topfes an das Saugrohr den entstehenden Unterdruck so erhöht, dass er mit dem Hundertfachen Gewicht belastet werden kann. Nach diesem und weiteren Experimenten verabschiedete sich Stöckel mit einem gigantischen Bodennebel, erzeugt durch flüssigen Stickstoff und einem Eimer heißes Wasser, von dem begeisterten Publikum. Dazu zählte auch Familie Grever aus dem Saterland, die mit ihren beiden Söhnen im Alter von 13 und 9 Jahren angereist waren. „Eigentlich sind wir wegen der Jungs gekommen. Wir haben aber auch jede Menge Spaß gehabt und so einiges durch die Experimente gelernt. Eine sehr schöne Art, die Wissenschaft für Kinder und Erwachsene verständlich zu machen“ sagte Vater Ulrich.

Konrad Stöckel im Stockstoffnebel. Foto: Helmut Vortanz
Konrad Stöckel im Stockstoffnebel. Foto: Helmut Vortanz

Comedian Konrad Stöckel stand inzwischen schon im Foyer für die versprochenen Selfies mit den jungen Zuschauern bereit.

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