Auricher Verwaltung  Klimaschutz und Verkehr in neuen Händen

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 23.11.2023 12:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Stephanie Siefken ist seit Anfang November im Auricher Rathaus aktiv. Foto: Romuald Banik
Stephanie Siefken ist seit Anfang November im Auricher Rathaus aktiv. Foto: Romuald Banik
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Seit drei Wochen hat der Klimaschutz in Aurich ein neues Gesicht. Stephanie Siefken ist die neue Leiterin des jungen Fachdienstes. Sie hat sich einiges vorgenommen.

Aurich - Relativ jung ist der Fachdienst Klima, Umwelt und Verkehr in der Auricher Stadtverwaltung. Dennoch hat er in der kurzen Zeit ein relativ hohes Maß an Bekanntheit erreicht. Das liegt nicht so sehr an inhaltlichen Entscheidungen, sondern an der hohen Fluktuation in dieser Abteilung. Nur kurz blieben Klimaschutzmanager in der Verwaltung – teilweise sagten sie noch im Bewerbungsverfahren ab. Das soll nun nicht mehr passieren, sagt Stephanie Siefken im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie ist seit dem 1. November die neue Leiterin des Fachdienstes Klima, Umwelt und Verkehr. „Ich habe vor, länger hier zu bleiben.“ Leiterin des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft war sie im Landkreis Oldenburg und damit auch zuständig für den Wasserschutz und die Kreisstraßen. Zuvor sammelte Siefken in ihrer mittlerweile 33-jährigen Karriere Erfahrungen im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremen sowie bei der Bundeswehr.

Auch aus privaten Gründen hat sich die 49-jährige Verwaltungswirtin nun in Richtung Ostfriesland orientiert. Die Stelle im Auricher Rathaus habe einfach perfekt gepasst in ihre bisherige Laufbahn. Seit drei Wochen arbeitet sie sich in die Auricher Themen ein und lernt nebenbei auch noch alle wichtigen Ansprechpartner kennen. Dazu kommt die Arbeit mit der Ratspolitik: Zwei Ausschusssitzungen hat Siefken bereits begleitet. „Ganz viele Themen brennen gerade in Aurich“, stellt sie fest. Masterplan Radverkehr, Elektromobilität und die kommunale Wärmeplanung fallen ihr sofort als Stichpunkt ein. Dabei habe Aurich sich schon auf einen guten Weg gemacht, stellt sie fest. Ein Beispiel sei die kommunale Wärmeplanung, für die man gemeinsam mit der Stadt Norden ein Gutachterbüro beauftragt habe.

Spagat von Klimaschutz und Autoverkehr

Die Richtung, in die es beim Klimaschutz gehen müsse, sei klar. „Ich habe mich gewundert, dass Aurich beim Klimaschutz schon so weit ist.“ Dennoch habe sie sich vorgenommen, auch Neues auf den Weg zu bringen. „Einige Ideen habe ich schon.“ Welche das konkret sind, verrät Siefken aber noch nicht.

Bei ihrer Arbeit muss sie auf jeden Fall einen Spagat hinbekommen. Denn zu ihrem Fachdienst gehört auch der Verkehr. Ein Thema, das durchaus nicht immer mit dem Klimaschutz vereinbar ist. Aber auch dort sieht Siefken Schnittpunkte. Wenn es gelinge, den ÖPNV sowie die Angebote für Radfahrer so zu gestalten, dass ein Umstieg attraktiver wird, sei viel gewonnen. Grade beim ÖPNV sei ein Umdenken bei den Menschen zu spüren, eine höhere Bereitschaft, auf den Komfort des Autos zu verzichten.

Unklar sei allerdings, wie gut die Angebote sein müssen, um Autofahrer zum Umstieg zu bewegen. Klimamanager Tjarko Tjaden belegt das mit Zahlen. In Niedersachsen würden Strecken bis zu zwei Kilometer zu 56 Prozent mit dem Auto zurückgelegt. „Ökonomischer Druck sorgt da nicht für den Umstieg.“ Die Menschen würden am Auto festhalten, obwohl für dieses mit allen Kosten monatlich im Schnitt rund 400 Euro anfallen würden. Er verweist auf das digitale Angebot, Fahrgemeinschaften zu finden. Dieses soll demnächst in Aurich starten. „Dafür werden aber Vorbilder benötigt.“ Es bringe nichts, wenn nur die Stadt Aurich das Projekt vorschlage. Wenn aber Unternehmen es unterstützen würden, könnte es zum Erfolg werden. Es gibt also, trotz aller guten Anfänge in Aurich, noch genug zu tun für Stephanie Siefken.

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