Folgen des Dauerregens  Nasser Herbst stellt Verbände vor Herausforderungen

Christin Wetzel
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Von Christin Wetzel
| 21.11.2023 14:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei der Gewässerschau des Entwässerungsverbands Emden, hier in Uttum (Krummhörn), wurde auch der niederschlagsreiche Herbst thematisiert. Foto: Entwässerungsverband Emden
Bei der Gewässerschau des Entwässerungsverbands Emden, hier in Uttum (Krummhörn), wurde auch der niederschlagsreiche Herbst thematisiert. Foto: Entwässerungsverband Emden
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Es fällt viel Regen und in diesem Herbst haben die Entwässerungsverbände gut zu tun. Hoffnung könnte es noch geben – wenn das Wetter mitspielt.

Aurich/Emden/Oldersum - Auf Hochtouren laufen derzeit die Pumpen bei den Schöpfwerken der Entwässerungsverbände. Denn das Regenwasser der vielen Niederschläge von Oktober und dem bisherigen November muss abtransportiert werden. „Wir haben viel, viel Arbeit“, sagt Jan van Dyk vom Entwässerungsverband Emden. Seit Tagen werde gepumpt, um Herr der Wassermassen zu werden, so der Verbandsingenieur auf Nachfrage. Die Böden seien von dem vielen Regenwasser gesättigt. Die Wasserstände in den Gewässern hoch.

Denn die Hälfte von dem, was an Regen sonst in einem Jahr fällt, sei allein im Herbst vom Himmel gekommen. Als „außergewöhnliches Jahr“ beschreibt van Dyk 2023 mit Blick auf die Statistik. Sonst gebe es einen Jahresdurchschnitt von 800 Millimetern Niederschlagshöhe. Das sind also 800 Liter pro Quadratmeter. Am 1. Oktober sei dieser Wert bereits erreicht worden. Auch Rekordwerte von 1000 Litern insgesamt pro Quadratmeter wurden vor wenigen Tagen erreicht, wie etwa in Wirdum-Degenfeld. „Das ist eine Menge, die wir sehr selten haben“, sagt van Dyk.

Stromkosten gehen in die Höhe

Das hat Folgen. Die Stromkosten dürften durch den starken Pumpeinsatz in den Schöpfwerken in diesem Jahr deutlich höher liegen. Auch Böschungsabbrüche sind jetzt ein Problem. Denn die Böschungen weichen durch die hohen Niederschlagsmengen auf. Noch dazu würden die Herbststürme Laub und Äste in die Gewässer tragen. Deswegen sei auch der Unterhalt so wichtig. „Ansonsten hätten wir vielerorts ein Problem“, sagt van Dyk. In den vergangenen Wochen wurden im Verbandsgebiet 900 Kilometer Gräben von Schlamm und Pflanzenresten befreit. Auf einer Gewässerschau wurde das erst vergangene Woche begutachtet, wie eine Mitteilung des Entwässerungsverbands zeigt. Die hohen Niederschlagsmengen wurden dabei ebenfalls thematisiert, heißt es dort.

Böschungsabbrüche sind auch im Raum des Entwässerungsverbands Aurich ein Thema. Weil wegen der hohen Niederschlagsmengen so viel Wasser auf den Flächen stehe, weichen die Böschungen auf, bestätigt auch Helmut Schneider vom Entwässerungsverband Aurich. Hilfreich wäre, wenn es ein paar trockenere Tage hintereinander geben würde. Dann könnte sich die Situation schon etwas entspannen. Ansonsten hilft im Verbandsgebiet vor allem nur, abzuwarten. Denn Pumpen gibt es im Bereich des Auricher Verbands nicht.

Die laufen aber in Oldersum, Petkum und Terborg auf Hochtouren. Der Entwässerungsverband Oldersum/Ostfriesland hat bereits im Schöpf- und Sielwerk Oldersum allein im Oktober 150 Liter Regenwasser gemessen, so Verbandsingenieur Adolf Wilken. Zum Vergleich: 2022 waren es gerade einmal 40 Liter im Oktober an Niederschlag. Die Pumpen leisten pro Tag 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser. Die Wassermassen seien hier noch händelbar, so Wilken. „Sofern die Maschinen laufen und alles in Ordnung ist.“

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