Juniorinnen-Bundesliga Magerkost am Ellernfeld
Die Auricher B-Juniorinnen fanden gegen Hertha BSC Berlin nicht zu ihrer gewohnten Stärke. Weshalb die Auricherinnen beim torlosen Unentschieden dieses mal kein Feuerwerk abbrennen konnten.
Aurich – SpVg-Trainer Stefan Wilts blickte nach dem torlosen Unentschieden gegen Hertha BSC Berlin in die etwas betrübten Gesichter seiner B-Juniorinnen. Die Auricherinnen bleiben zwar Tabellenführer in der Nordstaffel der Bundesliga, doch irgendwie lief es am Sonnabend im Heimspiel gegen die Berlinerinnen nicht rund. Weniger Kreativität und Zielstrebigkeit als noch bei den anderen Spielen zuvor und ein Gegner, der in der Abwehr kompakt stand und nur wenig zuließ: So lässt sich das relativ unspektakuläre Unentschieden zusammenfassen. Wilts nahm es in der Analyse gelassen. „Natürlich müssen wir unsere Heimspiele gewinnen, aber solche Spiele gehören auch dazu. Läuft es blöd, kannst du so ein Spiel auch verlieren.“
Bei eisigen Temperaturen und auf einem tiefen Boden im Stadion versuchten die Auricherinnen ihre Gegnerinnen zu überrumpeln. Eine Woche zuvor war diese Taktik gegen den VfL Wolfsburg schon einmal aufgegangen. Da lag die Wilts-Mannschaft schon nach wenigen Minuten mit 2:0 vorne und legte so den Grundstein für den Heimerfolg. Gegen Berlin brachte die Überfalltaktik keinen Ertrag. In der 5. Minute setzte Nele Hartstein ihre Mitspielerin Marie Ernst mit einem Steckpass hervorragend in Szene. Die erst 13-Jährige lief von außen auf das Berliner Tor zu – ihren Schuss in die kurze Ecke wehrte Hertha-Torhüterin Mathilda Brücke mit einem guten Reflex ab. Die Zuschauer freuten sich bereits auf einen Sturmlauf der Sportvereinigung, doch die Chance von Ernst sollte schließlich die Beste im ganzen Spiel sein.
Wenig Kreativität und Zielstrebigkeit
Noch hoch überlegen in der Anfangsphase, verpuffte der Angriffselan der Auricherinnen schnell. Nach 20 Minuten hatte sich der Gast aus Berlin im Ellernfeld-Stadion eingelebt und versuchte nun, auch etwas für das Spiel zu tun. Und dann war sie plötzlich da: Die eine Situation, die Wilts im Nachgang ansprach. Nach einem abgefälschtem Pass fiel der Ball plötzlich Hertha-Torjägerin Carla Okoro vor die Füße. Ihr strammer Schuss zischte nur knapp am rechten Torwinkel vorbei. In der 38. Minute besaß Aurich noch eine zweite, recht aussichtsreiche Einschussmöglichkeit. Lucy Minne, sonst in dieser Partie eher unauffällig, setzte sich an der Strafraumgrenze gegen zwei Gegenspielerinnen durch, doch ihr Abschluss flog mittig genau in die Arme der Gäste-Torhüterin.
Nach der Halbzeitpause gab es kaum Besserung. Hertha verteidigte geschickt gegen eine uninspirierte Auricher Mannschaft. „Wir haben uns zu viele kleine Fehler geleistet“, bemängelte SpVg-Trainer Wilts. Oft kam der letzte Pass nicht an oder die SpVg-Spielerinnen trafen im Vorwärtsgang die falsche Entscheidung. Nele Hartstein, unermüdlich im Mittelfeld der Auricherinnen unterwegs, hatte noch das goldene Tor auf dem Fuß. Ihr Distanzschuss senkte sich auf das Hertha-Tor – das war knapp.
Am Ende müssen sich die Auricherinnen mit dem torlosen Unentschieden arrangieren. Die Konkurrenz spielte jedenfalls mit. Werder Bremen und der Hamburger SV spielten ebenfalls nur Unentschieden, so dass die Auricherinnen in der Tabelle weiter vorn sind. An den nächsten beiden Spieltagen können die SpVg-Spielerinnen dann zeigen, ob sie zu ähnlichen Großtaten fähig sind, wie die SpVg-Mannschaft der abgelaufenen Saison. Dann reist die Mannschaft um Stefan Wilts zu den Auswärtsspielen beim Magdeburger FFC und dem Hamburger Sportverein.