Fußballbezirksliga  Vorgezogene Winterpause sorgt für Kontroverse unter den Trainern

| | 17.11.2023 12:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Rasenplätze in Ostfriesland sind mittlerweile unbespielbar. Nur auf Kunstrasen wird noch gespielt. Foto: DPA
Die Rasenplätze in Ostfriesland sind mittlerweile unbespielbar. Nur auf Kunstrasen wird noch gespielt. Foto: DPA
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Weshalb einige Bezirksligafußballtrainer sofort aufhören, andere lieber weiterspielen wollen. Die Abstimmung endet am Sonnabend. Danach entscheidet der Staffelleiter.

Aurich - Typisch Herbst: Das schlechte Wetter in den vergangenen Wochen hat viele Fußballplätze in Ostfriesland in Seen-Landschaften oder Schlammwüsten verwandelt. Viele Spiele sind ausgefallen, nur auf Kunstrasen wurde konstant gespielt. In der Fußball-Bezirksliga hat sich deswegen ein schiefes Tabellenbild ergeben. So ist der Wunsch einiger Vereine nach einer vorzeitigen Winterpause durchaus verständlich. Staffelleiter Frank Schulte hat wegen der vielen Nachfragen die Vereine angeschrieben und um ein Stimmungsbild gebeten. Bis Sonnabend können Vereine abstimmen. Eine vorzeitige Pause kommt für Schulte nur infrage, wenn das Ergebnis einstimmig ausfällt. Schulte will nach Rücksprache mit dem NFV eine Entscheidung treffen. Bei den Auricher Vereinen gehen die Meinungen auseinander. Einige wollen sofort aufhören, andere wollen gerne weiterspielen.

„Ich will immer spielen“

So auch Bi Le Tran vom SV Großefehn. „Ich will immer spielen, so lange es irgendwie geht“, sagt der Fehntjer Trainer. Die Verantwortlichen im Verein sind nach Aussagen von Le Tran für eine frühere Pause. Auch Großefehn hatte mit den Witterungsbedingungen zu kämpfen. Training war nicht möglich, auch weil es noch kein Flutlicht am Mühlenstadion gibt. Besserung ist laut Le Tran aber in Sicht. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir bald unseren neuen Kunstrasenplatz nutzen.“ Das Spiel am Wochenende in Borssum wird auf jeden Fall ausgetragen. „Wir spielen auf einem Emder Kunstrasenplatz“, sagt Le Tran.

SVW für Weiterspielen

Ewald Mühlenbrock vom SV Wallinghausen berichtet auch über unterschiedliche Meinungen innerhalb des Vereins. „Ich bin jedenfalls ganz klar für das Weiterspielen. Ich will so viele Spiele wie möglich machen. Die Pause wäre sonst viel zu lang. Und es ist auch nicht sicher, ob wir im März dann gleich wieder spielen können“, sagt Mühlenbrock, der aber auch die Entscheidung für eine vorzeitige Winterpause mittragen würde.

Mühlenbrock zeigt Verständnis für die Vereine, die lange nicht trainieren konnten oder in der Rückrunde nicht nur noch Auswärtsspiele bestreiten möchten. In seiner Mannschaft gibt es auch Spieler, die eine Winterpause auch schon ab Montag vorziehen würden. Mühlenbrock sieht aber noch einen weiteren Nachteil einer früheren Pause. „Das würde bedeuten, dass wir wohl auch Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten spielen müssten.“

SpVg hat Bedenken

Wenn der Auricher Übergangstrainer Stefan Wilts auf die Tabelle der Bezirksliga schaut, dann muss er nicht lange über seine Meinung zur vorgezogenen Winterpause überlegen. Wilts ist für die vorzeitige Pause und sagt: „Wir haben uns im Verein darüber unterhalten. Keiner war gegen die frühere Winterpause.“ Die SpVg Aurich und der TuS Pewsum, beide mit einem Kunstrasenplatz ausgestattet, haben bisher am häufigsten gesielt. Sie haben jeweils 15 Partien absolviert. Am unteren Ende befinden sich SV Jheringsfehn (11 Spiele) sowie Germania Leer und Germania Wiesmoor (jeweils 12). Wilts gibt zu bedenken, dass sich diese Spannbreite bis zum regulären Ende der Winterpause Anfang Dezember noch vergrößern würde. Mit Folgen für die SpVg: Er befürchtet für die kommenden Nachholspiele taktisches Vorgehen der Konkurrenz zu Lasten der Rot-weißen.

Weitermachen hat keinen Zweck

„Jetzt Schluss machen“, lautet die Devise von Jürgen Zimmermann, Trainer des VfB Germania Wiesmoor und führt aus: Leider haben wir keinen Kunstrasen. Der Regen hat unsere Plätze aufgeweicht, sie sind matschig und rutschig. Das hat so keinen Zweck.“

Das letzte Heimspiel haben die Wiesmoorer am 11. Oktober gegen Hage ausgetragen und 4:2 gewonnen. Dazu merkte Zimmermann an: „Es wurde großer Aufwand betrieben, damit wir spielen konnten. Danach sah der Platz aus, als wären Kühe auf dem Rasen gewesen.“

Die Folgen davon sind immer noch sichtbar. Deshalb plädiert Zimmermann für die vorzeitige Winterruhe. Unter „vernünftigen Bedingungen“ solle die Saison im Frühjahr 2024 fortgesetzt werden, so Zimmermann.

In Middels rollt der Ball nicht mehr

Tobias Ryl, Trainer des TuS Middels, glaubt nicht an eine Entscheidung für eine vorzeitige Winterpause. „Nur ein Verein müsste sich dagegen aussprechen. Und ich glaube, dass es Vereine geben wird, die ihren Vorteil nicht aus der Hand geben möchten.“ Ryl und seine Mannschaft würden sich beiden Entscheidungen fügen. In Middels ist kein Fußballspiel mehr möglich, deshalb sind die Middelser auch ab und zu zum Training nach Aurich auf den Kunstrasen umgezogen. „Wir spielen noch zweimal auf Kunstrasen, im Prinzip ist es mir egal, wie die Entscheidung ausfällt.“

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