Prozess in Aurich  Mann wegen Schießerei vor Gericht

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 14.11.2023 10:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Schüsse sollen mit einem Revolver abgegeben worden sein. Foto: Pixabay
Die Schüsse sollen mit einem Revolver abgegeben worden sein. Foto: Pixabay
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Anlass soll ein Streit im Emder Drogenmilieu sein. Angeklagter aus der Krummhörn soll 24-Jährigen mit einem Revolver angeschossen haben. Jetzt steht er vor Gericht.

Aurich - Seit Montag muss sich ein 41-Jähriger aus der Krummhörn wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Drogenhandels in großem Stil vor dem Landgericht Aurich verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll er im März 2021 im Zuge eines Streits mit einem 29-jährigen Bekannten in der Nähe der Emder Nordseehalle von diesem zunächst mit einer Schreckschusspistole bedroht worden sein. Als ein 24-Jähriger dem 29-Jährigen zu Hilfe gekommen war, soll der Angeklagte den beiden vermutlich mit einem Revolver mit drei bis vier Schüssen hinterher geschossen haben. Dabei hatte eine Kugel das Bein des 24-Jährigen durchdrungen.

Der Besitzer eines nahegelegenen Kiosks hatte den Verletzten ins Krankenhaus gefahren. Kurz nach dem Vorfall soll der Angeklagte sein florierendes Geschäft mit Amphetaminen und Kokain nebst Kundendatei einem gesondert Verfolgten für 250.000 Euro überlassen haben. Darüber hinaus soll er gefordert haben, monatlich mit 50.000 Euro an den Gewinnen aus den Drogengeschäften beteiligt zu werden. Schließlich waren bei einer Durchsuchung im März 2022 große Mengen an Pyrotechnik in der Wohnung des Angeklagten gefunden worden.

Joggerinnen sahen Waffe und versteckten sich hinter Lastwagen

Der 41-Jährige schwieg zu den Vorwürfen der Anklage. Nach Angaben des Opfers habe er den 29-Jährigen zu einem Treffen mit dem Angeklagten begleitet, bei dem vorausgegangene Meinungsverschiedenheiten hätten geklärt werden sollen. Er selbst habe sich zunächst im Hintergrund gehalten. Weil er Schreie und Schüsse gehört habe, habe er sich jedoch eingemischt. Er habe den 29-Jährigen aus dem Schwitzkasten des Angeklagten befreit und sei mit ihm weggerannt. Als er sich umgedreht habe, habe ihn der Schuss getroffen.

Zwei Joggerinnen hatten die Rangelei der Männer beobachtet. Als sie in der Hand eines der Kontrahenten eine Waffe gesehen hatten, waren sie hinter einem Lastwagen in Deckung gegangen. Kurz darauf seien Schüsse gefallen. Anschließend sei einer der Männer in aller Seelenruhe an ihnen vorbeigegangen. Es sei alles in Ordnung, habe er auf ihre besorgte Nachfrage geantwortet. Weder bei der Polizei noch im Gerichtssaal konnten die Frauen den Angeklagten als diesen Mann identifizieren. Einen Verletzten hatten sie von ihrer Position aus nicht sehen können.

DNA-Spuren führten zum Angeklagten

Die Polizei hatte am Tatort eine Zigarettenkippe mit DNA-Spuren gefunden, die auf die Spur des Angeklagten geführt hatte. Ein Ermittler berichtete, der 29-Jährige habe „in einer Flucht nach vorn“ sich selbst gemeldet und von dem Vorfall berichtet. Er habe zugegeben, mit einer Schreckschusspistole geschossen zu haben, dabei allerdings in Richtung Boden gezielt. Vielleicht habe auch er den 24-Jährigen verletzt, erklärte der Beamte.

Allerdings habe ein weiterer Zeuge berichtet, der Angeklagte habe ihm gegenüber angegeben, auf den 24-Jährigen geschossen zu haben. Es sei um Auseinandersetzungen im Drogenmilieu gegangen. Der von den Frauen gefundene Briefumschlag sei aufgerissen gewesen. In seinem Fenster sei ein 20-Euro-Schein zu sehen gewesen, dahinter habe sich ein ganzes Bündel auf Geldscheingröße zurechtgeschnittenes Papier versteckt. „Hier sollte jemand übers Ohr gehauen werden“, stellte der Zeuge fest. Unklar sei allerdings, wer.

Die Verhandlung wird am 27. November ab 9 Uhr fortgesetzt.

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