Warten auf EWE-Abrechnung  Nach der Wut kam die Erleichterung

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 13.11.2023 18:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eilhard Erdwien musste monatelang auf seine EWE-Abrechnung warten. Foto: Romuald Banik
Eilhard Erdwien musste monatelang auf seine EWE-Abrechnung warten. Foto: Romuald Banik
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Monatelang musste Eilhard Erdwien auf seine EWE-Jahresabrechnung warten. Der Konzern hielt sich nicht an Zusagen. Erst jetzt kam eine gute Nachricht.

Aurich - Verbittert ist Eilhard Erdwien, wenn er über den Oldenburger Energieversorger EWE spricht. Denn sämtliche Versprechen, die ihm von Mitarbeitern des Oldenburger seit dem Sommer gegeben worden sind, wurden nicht eingehalten. Erst auf erneute Nachfrage der ON steht nun fest: Erdwien erhält eine Rückzahlung von der EWE. Für seinen Wärme-Plus-Vertrag gibt es eine vierstellige Summe. Und auch bei der Jahresabrechnung für den Strom, der erst im Oktober abgelesen worden ist, kann Erdwien mit einer Rückzahlung rechnen.

Rückblende: Anfang August dieses Jahres wendet Erdwien sich an die ON-Redaktion. Zu dem Zeitpunkt wartet er bereits seit vielen Wochen auf die Jahresabrechnung für seinen EWE-Wärme-Plus-Vertrag. Er hat es eilig, denn Erdwien pflegt zu dem Zeitpunkt seine schwer kranke Frau. Aus Angst, hohe Nachzahlungen leisten zu müssen, mag sie nicht mehr duschen. Ein EWE-Mitarbeiter verspricht daher, die Abrechnung von Erdwien vorzuziehen. Ein Versprechen, das nicht gehalten wird.

„Fühle mich im Stich gelassen“

Drei Monate später ist Eilhard Erdwien wieder in der ON-Redaktion. Mittlerweile ist seine Frau verstorben. Eine Abrechnung für die Energielieferung hat er aber immer noch nicht erhalten. Dafür fürchtet er nun immense finanzielle Probleme. Denn um hohe Nachzahlungen zu vermeiden, hat er weiter Geld an die EWE überwiesen. „Jetzt fehlt aber eine Rente“, so Erdwien. Ohne Abrechnung wisse er nicht, wie hoch seine Abschläge künftig sein werden.

Er fühlt sich von der EWE, aber auch von der Politik im Stich gelassen. Denn im Grunde ist die EWE immer noch ein kommunales Unternehmen. Einer der Anteilseigner ist der Landkreis Aurich, der über den Ems-Weser-Elbe Versorgungs- und Entsorgungsverband an dem Oldenburger Unternehmen beteiligt ist. „Die Firma setzt sich über alle Gesetze hinweg“, so Erdwien. Die Pflicht, binnen sechs Wochen eine Abrechnung zu stellen, werde ebenso ignoriert wie das Recht der Kunden auf Zinszahlungen. „Ich weiß nicht, wie das rechtsstaatlich zu verantworten ist.“ Und die hiesigen Politiker, allen voran Landrat Olaf Meinen, würden dazu nichts sagen.

EWE entschuldigt sich für lange Wartezeit

Meinen selbst hatte im vorigen Jahr schon im Kreistag gesagt, dass er wenig Einflussmöglichkeiten auf die EWE sehe. Der Auricher Landrat sitzt zusammen mit den Abgeordneten Johannes Kleen (SPD) und Friedhelm Jelken (CDU) in der EWE-Verbandsversammlung.

Die Wut bei Eilhard Erdwien war dennoch groß. Erleichterung brachte dann die erneute Intervention der ON. Nach einer Anfrage in der vorigen Woche ging es plötzlich schnell. Die Jahresabrechnung für den Wärme-Plus-Vertrag war erstellt. Sämtliche Abschläge, die Erdwien gezahlt hatte, waren den richtigen Zeiträumen zugeordnet worden. Und Pressesprecher Mathias Radowski hatte eine weitere gute Nachricht: Auch die Stromabrechnung wurde bereits erstellt, obwohl der Zählerstand erst im Oktober abgelesen worden war.

„Uns ist bewusst, dass eine längere Wartezeit auf die Abrechnungen für Irritationen bei einigen Kundinnen und Kunden sorgt. Dafür können wir uns nur entschuldigen“, so Radowski. Die EWE bedauere sehr, dass Eilhard Erdwien im Shop im Sommer zunächst eine andere Aussage bekommen habe und ihm dort zugesagt worden sei, die Rechnung schnell zu erstellen. „Dieses konnten wir leider aus technischen Gründen nicht einhalten. Wir werden mit Herrn Erdwien Kontakt aufnehmen, uns entsprechend entschuldigen und etwaige offene Fragen direkt mit ihm klären“, so Radowski.

Es sei der Anspruch der EWE, dass die Kunden dem Unternehmen vertrauen und als verlässlichen Partner wahrnehmen würden. „Auch wir sind mit den langen Wartezeiten nicht zufrieden.“

Für Eilhard Erdwien gab es nun immerhin ein glückliches Ende der Warterei auf die Jahresabrechnung. Er hofft, dass er so etwas nicht noch einmal erleben muss.

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