Madrid  Spanischer Politiker in Madrid auf offener Straße niedergeschossen

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 09.11.2023 15:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Alejo Vidal-Quadras - hier im September 2016 - ist Medienberichten zufolge in Madrid auf offener Straße niedergeschossen worden. Foto: dpa/Martial Trezzini
Alejo Vidal-Quadras - hier im September 2016 - ist Medienberichten zufolge in Madrid auf offener Straße niedergeschossen worden. Foto: dpa/Martial Trezzini
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Ein Unbekannter hat dem 78-jährigen Politiker und Mitbegründer der rechtspopulistischen Vox, Alejo Vidal-Quadras am Donnerstag ins Gesicht geschossen. Die Polizei fahndet nach zwei Personen auf einem Motorrad.

Der 78-Jährige schwebte nach der Bluttat am Donnerstag, 9. November, nicht in Lebensgefahr, wie Vox-Chef Santiago Abascal berichtete. Das Motiv war zunächst unklar. Medien zufolge schloss die Polizei einen Raubüberfall nicht aus.

Doch da Vidal-Quadras kurz zuvor auf der Plattform X die Einigung zwischen der sozialistischen PSOE und der katalanischen Separatistenpartei auf eine Amnestie scharf kritisiert hatte, wurde auch über einen politischen Hintergrund der Bluttat spekuliert. Abascal betonte, dass es „offensichtlich ein Attentat“ sei und „nichts ausgeschlossen“ werden könne.

Vidal-Quadras, der vor der Vox-Gründung 2013 lange Mitglied der konservativen Volkspartei PP und zeitweise deren Chef in Katalonien war, zog später für die PP ins EU-Parlament ein und war dort von 1999 bis 2014 Vize-Präsident.

Er wurde laut Medienberichten nach dem Angriff bei Bewusstsein in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei fahnde nach zwei Personen, die auf einem Motorrad geflüchtet seien.

Zuvor hatte sich die PSOE des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Pedro Sánchez die Unterstützung der katalanischen Junts-Partei des in Belgien im Exil lebenden Separatistenführers Carles Puigdemont gesichert. Sánchez kann auf nun auf die Junts-Stimmen bauen, wenn voraussichtlich kommende Woche im Unterhaus des Parlaments über eine weitere vierjährige Amtszeit des Sozialisten abgestimmt wird.

Vidal-Quadras äußerte sich dazu wie andere konservative Politiker mit scharfer Kritik. Dieser Pakt „zerstört die Rechtsstaatlichkeit in Spanien und hebt die Gewaltenteilung auf“, schrieb er. „Unsere Nation wird somit aufhören, eine liberale Demokratie zu sein, und zu einer totalitären Tyrannei werden. Wir Spanier werden das nicht zulassen“, fügte der Politiker hinzu, der nach der Mitgründung von Vox dieser Partei später den Rücken kehrte.

Die Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, zeigte sich erschüttert von dem Angriff auf Vidal-Quadras. Der Schuss auf den früheren Vizepräsidenten des EU-Parlaments sei eine „schreckliche Nachricht“. Sie wünsche ihm eine schnelle Genesung, schrieb Metsola auf der Plattform X.

Auch der geschäftsführende Regierungschef Pedro Sánchez und Oppositionsführer, PP-Chef Alberto Núñez Feijóo, verurteilten die Tat und wünschten dem Opfer eine baldige und vollständige Genesung. Sánchez betonte, der vertraue darauf, dass die Ermittlungen der Polizei den Hintergrund der Tat klären und die Verantwortlichen gefasst würden.

Der Politiker, der vor der Gründung von Vox 2013 auch Chef der konservativen Volkspartei PP in Katalonien war, sei bei Bewusstsein in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei fahnde nach einem Motorradfahrer. Weitere Details und ein mögliches Motiv für die Tat wurden zunächst nicht bekannt.

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