Regionale Geschichte  Nachts im Auricher Museum

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 09.11.2023 12:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das gesamte Team des Historischen Museums Aurich schlüpft in historische Kostüme. Foto: Romuald Banik
Das gesamte Team des Historischen Museums Aurich schlüpft in historische Kostüme. Foto: Romuald Banik
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Viel Trubel im ansonsten eher beschaulichen städtischen Museum soll es am Freitagabend kommender Woche geben. Dann werden Figuren aus über 500 Jahren Auricher Geschichte zum Leben erwachen.

Aurich - Etwas trocken kann es zugehen, wenn man sich mit Geschichte befasst. Staubige Archive und stille Museen kommen den meisten in den Sinn, wenn sie sich mit dem Thema befassen. Dass es auch anders geht, will am Freitag, 17. November, das Historische Museum Aurich beweisen. Es lädt ein zur ersten Auricher Museumsnacht. Die Auricher werden ihr Museum dann auf eine neue Art präsentiert bekommen. Das gesamte Team, an dem Abend angeführt von den beiden „Kulturgesichtern“ Reenste Cornelis und Katja Druivenga, wird in Kostüme schlüpfen. Im historischen Gewand wird dann Geschichte lebendig.

Eberhardine Sophie (Reenste Cornelis, von links), Christine Charlotte von Württemberg (Katja Druivenga) und Conrad Bernhard Meyer (Dr. Christopher M. Galler) werden den Besuchern begegnen. Foto: Romuald Banik
Eberhardine Sophie (Reenste Cornelis, von links), Christine Charlotte von Württemberg (Katja Druivenga) und Conrad Bernhard Meyer (Dr. Christopher M. Galler) werden den Besuchern begegnen. Foto: Romuald Banik

So wird Conrad Bernhard Meyer den Besuchern begegnen. Der Auricher Architekt wird berichten, wie er um 1800 zahlreiche Gebäude in der Auricher Innenstadt errichtet hat. Nicht zuletzt gehen die Lambertikirche, die reformierte Kirche und die 1938 von den Nationalsozialisten zerstörte Auricher Synagoge auf ihn zurück. Dargestellt wird Meyer von Museumsleiter Dr. Christopher M. Galler. „Wenn mich an dem Abend jemand nach Otto von Bismarck fragt, werde ich nicht antworten können“, sagt er im Pressegespräch. Denn den ersten deutschen Reichskanzler konnte C. B. Meyer natürlich nicht gekannt haben.

Sprung vom 16. ins 20. Jahrhundert

Das Kleid von Eberhardine Sophie, Gattin von Fürst Christian Eberhard von Ostfriesland, war das Lieblings-Ausstellungsstück der ehemaligen Museumsleiterin Brigitte Junge. Reenste Cornelis spielt Eberhardine, die ihre gruselige Geschichte am Freitag kommender Woche zum Besten geben wird. „Ich verkörpere den Geist von Eberhardine Sophie.“ Sie sei mit einem silbernen Faden mit dem Kleid im Museum verbunden und komme deswegen nicht zur Ruhe. Mit dabei sein wird auch Christine Charlotte von Württemberg, dargestellt von Katja Druivenga. Sie ist die Schwiegermutter von Eberhardine Sophie gewesen, regierte die Grafschaft Ostfriesland im 17. Jahrhundert 25 Jahre lang nach dem Tod ihres Mannes.

Gräfin Anna alias Herma C. Peters vor dem Stammbaum der Grafen-Familie Cirksena. Foto: Romuald Banik
Gräfin Anna alias Herma C. Peters vor dem Stammbaum der Grafen-Familie Cirksena. Foto: Romuald Banik

Aus dem 16. Jahrhundert schließlich stößt Gräfin Anna von Oldenburg dazu, die ab 1540 die Grafschaft vormundschaftlich regiert hatte. Sie wird gespielt von Herma C. Peters. „Ich werde zwischendurch auch mal das Kostüm wechseln.“ Dann können die Besucher auch Ingrid Buck kennenlernen, die 1968 zur Landschaftsrätin gewählt worden war und diese Position 20 Jahre behielt. Alle vier Darsteller werden am 17. November in der Museumsnacht durch die Ausstellung streifen und auf die Besucher zugehen, ihnen zu den Ausstellungsstücken die passenden Geschichten erzählen. Hinzu kommt der Rest des Teams des Historischen Museums, ausgestattet mit Kostümen aus dem Fundus der Ostfriesischen Landschaft.

Anmeldungen an der Museumskasse

Ein alter Bekannter der Störtebeker-Festspiele in Marienhafe wird ebenfalls dabei sei. Werner Nörtker stellt Graf Edzard I. (genannt „der Große“) dar. „Er wird seinen Pagen mitbringen“, sagt Herma C. Peters.

Ein Glas Wein, Ostfriesentee und etwas Klaviermusik runden das Programm ab. Feste Zeiten gibt es nicht. Wer etwas später komme, so Galler, verpasse nichts. Nur zu spät sollte es nicht sein. Die erste Auricher Museumsnacht beginnt am Freitag, 17. November, um 18 Uhr. Der Eintritt kostet (ab 13 Jahren) zehn Euro. Anmeldungen nimmt die Museumskasse ab sofort entgegen. Ein spontaner Besuch ist möglich, wenn es noch freie Plätze gibt.

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