Großefehn spielt unentschieden  SV-Fußballer punkten in der Bezirksliga auf dem letzten Drücker

Silke Meyer
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Von Silke Meyer
| 05.11.2023 16:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der eingewechselte Alexander Geis ließ die Fußballer des SV Großefehn am Ende im Topspiel gegen TuRa Westrhauderfehn doch noch wenigstens über einen Punkt jubeln. Fotos: Wilfried Gronewold
Der eingewechselte Alexander Geis ließ die Fußballer des SV Großefehn am Ende im Topspiel gegen TuRa Westrhauderfehn doch noch wenigstens über einen Punkt jubeln. Fotos: Wilfried Gronewold
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1:1 endete das Topspiel in der Bezirksliga am Sonnabend zwischen dem SV Großefehn und TuRa Westrhauderfehn. Es war ein gerechtes Resultat. Beide Tore fielen spät.

Großefehn - Dieser Jubel war wohl bis hin zum weit entfernten Schulzentrum zu hören. Wenigstens einen Punkt nahm der SV Großefehn am Sonnabend aus dem Topspiel der Fußball-Bezirksliga beim 1:1 gegen TuRa Westrhauderfehn mit. Alles andere wäre auch nicht gerecht gewesen. Doch danach sah es in der Schlussphase aus. Der Freudenausbruch war deshalb so groß, weil dominierende Großefehntjer erst in der Nachspielzeit zum Unentschieden trafen.

„Mit dem Ergebnis können wir leben“, sagte SV-Trainer Bi Le Tran erleichtert. Gleiches galt für TuRa-Trainer Michael Zuidema, der seiner Mannschaft eine super Charakterleistung bescheinigte: „Trotz des unglücklichen Ausgleichs bin ich zufrieden.“ Vor allem vor dem Hintergrund seiner personellen Ausfälle. Es war für die TuRa-Mannschaft das erste Spiel ohne ihren Top-Torschützen Janek de Buhr. Er hatte sich im Spiel der Vorwoche auf dem Kunstrasenplatz des SV Hage einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt bis zum Saisonende aus. De Buhr war nicht der einzige Verletzte, mit dem TuRa aus dem Spiel in Hage ging. Es traf auch Tim Meiners, der mit einer gebrochenen Hand jetzt zwangspausieren muss.

Großefehntjer gehen mit motivierender Angriffsaktion in die Halbzeitpause

Für die Großefehntjer war es das erste Spiel nach vierwöchiger Pause durch wetterbedingte Ausfälle. Erst mal Sicherheit reinkriegen, lautete daher die Ansage von Trainer Bi Le Tran. Das sah, ohne dass seine Mannschaft für Torgefahr sorgte, auch zunächst ganz gut aus. Bis zur elften Spielminute, als die Westrhauderfehntjer mit ihrem ersten Angriff für einen Schockmoment sorgten. Marcel Schulte war in der Kette der Möglichkeiten der letzte, der sie vergab, als er aus der Strafraum-Mitte den Ball über das Tor drosch.

Großefehns Trainer Bi Le Tran unterstützte sein Team von der Seitenlinie aus.
Großefehns Trainer Bi Le Tran unterstützte sein Team von der Seitenlinie aus.

Die Großefehntjer übernahmen zwar anschließend wieder weitestgehend die Regie. Sie ließen den Ball laufen. Nur die Pässe in die Spitze fanden gegen eine gut stehende Abwehr der Westrhauderfehntjer nicht ihr Ziel. So blieben Torraumszenen Mangelware. Die Gastgeber hatten in der ersten Halbzeit ein Übergewicht, die Gäste jedoch die gefährlicheren Torchancen. Jedenfalls bis zum Ende der regulären ersten 45 Minuten. Zu der aus der elften Minute kam noch die aus der 42., die Timo Kuhlmann im Tor des SV klärte. Mit einer motivierenden Angriffsaktion aber gingen die Großefehntjer in die Halbzeitpause. Denn der erste Spielabschnitt endete für sie mit einer dicken Torchance in der Nachspielzeit, die Tom Böhling aber nicht verwerten konnte.

Gastgeber in der zweiten Halbzeit im Angriffsmodus

Die Großefehntjer machten anschließend da weiter, wo sie aufgehört hatten. Sie drängten den Gegner in dessen Spielhälfte. Sie setzten auch gleich zwei Minuten nach Wiederbeginn ein dickes Ausrufezeichen, als Holger Wulff den Ball aussichtsreich in den Rhauderfehntjer Strafraum passte. Nur: Da war keiner seiner Mitspieler, der den Fuß hinhalten und zum Torjubel hätte vollenden können. Pech dann für den SV Großefehn in der 59. Spielminute. Tobias Hillers zog aus dem „Hinterhalt“ ab, traf aber nur den Pfosten.

SV Großefehn – TuRa Westrhauderfehn 1:1 (0:0)

SV Großefehn: Kuhlmann; Janssen (84. Spielminute Neemann), Koning, Wulff, Freudenberg (77. Tope), Böhling, Flessner, Aden, Martens (64. Geis), Hillers (77. Müller)), Adam.

TuRa Westrhauderfehn: Gossmann, Bohlen, Janßen (75. Meyer), Douwes, Jauken, Marcel Schulte (68. Wendt), Mansholt (61. Weber), Marc-Cedrik Schulte (68. Marks), Weßling, Schütte, Meyer.

Tore: 0:1 Wendt (86. Spielminute), 1:1 Geis (90.+3).

Schiedsrichter: Jan-Ole Wilhelms.

Bis Mitte der zweiten Halbzeit standen die Rhauderfehntjer unter Dauerdruck. Dann konnten sie sich befreien und ließen den Adrenalinspiegel von Großefehns Trainer Bi Le Tran auch gleich steigen. Zweimal innerhalb von drei Minuten sorgte Jonas Meyer für große Gefahr vor dem SV-Tor.

„Wir müssen wieder wach sein“, forderte Bi Le Tran seine Spieler lautstark auf, die Abwehrarbeit nicht zu vernachlässigen. Mit Erfolg. Aber ohne Torerfolg. Den verhinderte in der 80. Spielminute TuRa-Torwart Hendrik Gossmann, der den Ball nach einem Schuss des eingewechselten Yanathan Tope von der halblinken Position mit einer Glanzparade zur Ecke klärte. Die brachte nichts ein.

Großefehntjer stecken Nackenschlag weg

Und dann das. Ein langer Steilpass auf der rechten Seite in Höhe der Mittellinie von TuRa-Spieler Henning Meyer in den Großefehntjer Strafraum. Und dort hatte Fabian Wendt keine Mühe, mit einem Flachschuss ins rechte Toreck das 1:0 für TuRa zu erzielen. Es lief die 86. Spielminute.

Sollte das Spiel für die Großefehntjer ein bitteres Ende nehmen? „Wir haben den Druck, den wir ausgeübt haben, nicht ausgenutzt“, sagte Bi Le Tran zum Spielverlauf bis dahin. Sollte sich wieder einmal bewahrheiten, dass so etwas „bestraft“ wird? Kurz vor dem 0:1 hatte Bi Le Tran noch gefordert, die Ordnung zu bewahren. Denn die war bei allem Tun mit Vorwärtsdrang etwas verloren gegangen.

Die SV-Mannschaft steckte trotz des 0:1-Nackenschlags nicht auf. Und belohnte sich mit dem Ausgleich. In der dritten Minute der Nachspielzeit traf der eingewechselte Alexander Geis auf Vorlage von Tom Böhling zum 1:1. Auf dem letzten Drücker. So, wie die Fehntjer am Freitagnachmittag entschieden hatten: „Wir spielen.“

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