Südbrookmerlander Feuerwehren im Einsatz  Großübung mit Verpuffung, Vermissten und Autounfall

Folkert Bents
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Von Folkert Bents
| 05.11.2023 07:43 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Verletztendarsteller sorgten für ein realistisches Szenario. Foto: Folkert Bents
Die Verletztendarsteller sorgten für ein realistisches Szenario. Foto: Folkert Bents
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Es war die erste Übung dieser Dimension seit längerer Zeit in der Gemeinde. Die Einsatzkräfte hatten viele besondere Herausforderungen zu bewältigen. Auch eine Schminkgruppe war mit vor Ort.

Südbrookmerland - Mit einer Verpuffung im Maschinenraum der Biogasanlage auf dem Hof Ulferts in Münkeboe begann der Großeinsatz am Sonnabendnachmittag. Zum Glück handelte es sich nur eine detailliert ausgearbeitet Übung der Südbrookmerlander Feuerwehren, wie sich schnell herausstellte.

Um 16.24 Uhr ließ Gemeindebrandmeister Focke Westerbur über die regionale Leitstelle die Wehren alarmieren. Die Alarmierung erfolgte nur über Meldeempfänger. Auf Sirenenalarm wurde verzichtet, um die Bevölkerung nicht unnötig zur beunruhigen. Zur bis dahin geheim gehaltenen Übung rückten sofort alle fünf Südbrookmerlander Feuerwehren mit Blaulicht und Martinshorn an die Deichhauser Straße aus.

Viele Herausforderungen für die Einsatzkräfte

Hier hatten Westerbur und die Ortsbrandmeister aus Münkeboe und Wiegboldsbur, Andreas Collmann und Karl-Heinz Freimuth sich einiges an Herausforderungenn für ihre Kameraden einfallen lassen. Nach der Verpuffung breitete sich dichter Qualm in einer angrenzenden Maschinenhalle aus. In der Halle wurden fünf Personen vermisst.

Auch ein Unfallfahrzeug gehörte zum Einsatzszenario. Foto: Folkert Bents
Auch ein Unfallfahrzeug gehörte zum Einsatzszenario. Foto: Folkert Bents

Noch vor dem Eintreffen der ersten Feuerwehr waren Angehörige der Vermissten auf den Hof gefahren. Dabei kam es zu einem folgenschweren Unfall, bei dem zwei weitere Personen eingeklemmt wurden. Andere Angehörige versuchten in diesem Szenario in die Halle zu gelangen.

Schminkgruppe und Mimikbegleiterin

Die Verletzten waren zuvor von einer speziell ausgebildeten Schminkgruppe der DLRG aus Aurich und Esens mit täuschend echten Verletzungen präpariert worden. Verletzte und Angehörige kamen aus Reihen der DLRG-Gruppe, der Ortsfeuerwehr Münkeboe-Moorhusen und des Hofes Ulferts.

Das Unfallfahrzeug war eine besondere Herausforderung. Foto: Folkert Bents
Das Unfallfahrzeug war eine besondere Herausforderung. Foto: Folkert Bents

Begleitet wurden die Verletzten von Mimikbegleiterin Julia Austen. Mimikbegleiter sollen eingreifen, wenn es den Darstellern bei der Übung nicht gut geht, erklärte Austen. Für die mit insgesamt 13 Fahrzeugen anrückenden Freiwilligen Feuerwehren, wurde schnell klar, dass es sich um eine Übung handelt, trotzdem gaben die 90 eingesetzten Kräfte alles, um der komplexen Lage schnell Herr zu werden. Jede Wehr war dabei entsprechend ihrer Spezialausrüstungen mit verschiedenen Aufgaben betraut.

Jede Feuerwehr mit speziellen Aufgaben

Die Feuerwehr Münkeboe-Moorhusen kümmerte sich zusammen mit der Feuerwehr Oldeborg um die Rettung der fünf Vermissten und die Bekämpfung der vermuteten Brandnester in der Halle. Die Wehren aus Wiegboldsbur und Uthwerdum kümmerten sich um die nach dem Unfall eingeklemmten Personen und zerlegten das Unfallfahrzeug mit technischem Gerät in Einzelteile.

Jede der Südbrookmerlander Feuerwehren half mit ihren speziellen Fähigkeiten. Foto: Folkert Bents
Jede der Südbrookmerlander Feuerwehren half mit ihren speziellen Fähigkeiten. Foto: Folkert Bents

Die Ausleuchtung der Einsatzstelle und den Brandschutz am Unfallauto stellte die Freiwillge Feuerwehr Victorbur sicher. Um die Erstversorgung der Verletzten, die mit Schleifkorbtragen geborgen und in eine nahegelegene Halle getragen wurden, kümmerten sich weitere Kräfte. Die hatten einiges zu tun, denn die Darsteller lieferten eine gelungene schauspielerische Leistung ab.

Bürgermeister und Gemeindebrandmeister sehr zufrieden

Mit dem Ausgang der Übung zeigten sich am Ende sowohl Gemeindebrandmeister Focko Westerbur als auch der Südbrookmerlander Bürgermeister Thomas Erdwiens, der die Übung von Anfang an beobachtete, sehr zufrieden. Großen Dank zollten die Organisatoren den 20 Helfern und Darstellern sowie ganz besonders der Familie Ulferts, die ebenfalls von Anfang an dabei war. Richard Ulferts lud alle Teilnehmer nach Übungsende zu Grillwurst und Kaltgetränken ein. Die Stärkung nach anstrengendem Einsatz bei Nieselregen und Dunkelheit nahmen alle gerne an. Die Großübung auf Gemeindeebene war die erste nach mehr als zwei Jahren coronabedingter Pause.

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