Freizeit in Aurich  Kein Pardon für Alleinerziehende beim Eintritt ins Museum

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 03.11.2023 17:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Mach-Mit-Museum ist ein Ort, an dem man sich richtig austoben kann. Foto: Archiv
Das Mach-Mit-Museum ist ein Ort, an dem man sich richtig austoben kann. Foto: Archiv
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Auch Alleinerziehende müssen im Mach-Mit-Museum höheren Eintritt zahlen. Der Stadtrat wollte bei dieser Gruppe keine Ausnahme machen, obwohl einige Fraktionen es wünschten.

Aurich - Wer künftig das Mach-mit-Museum in der Osterstraße besuchen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Dafür hat sich der Auricher Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag mit den Stimmen von SPD und CDU ausgesprochen. Eine Einzelkarte kostet demnächst fünf Euro (bisher 4,50 Euro). Um 50 Cent ist auch der Preis für Gruppen angehoben werden, die jetzt pro Person vier Euro zahlen müssen. Seit 2015 seien die Preise nicht mehr angehoben worden, argumentierte die Verwaltung und verwies darauf, dass andere Kindermuseen sehr viel teurer seien. In Hannover muss man für eine Einzelkarte 7,50 Euro auf den Tisch legen. Bisher wurde bei 15.000 Besuchern mit Einnahmen in Höhe von 45.000 Euro gerechnet. Künftig geht die Verwaltung von 52.500 Euro jährlich aus.

Für die Linke waren diese Zahlenbeispiele zwar nachvollziehbar, aber nicht sozialverträglich. Deshalb regte Reinhard Warmulla an, die Stadt möge eine Karte für 12 Euro einführen. Die könnte dann für einen alleinerziehenden Erwachsenen und bis zu zwei Kinder gelten. „Das wäre eine Ergänzung zur Familienkarte, die mit 15 Euro zu Buche schlägt“, so Warmulla. Volker Rudolph (Grün-Alternative-Politik) lehnte den Antrag ab. Die Anpassung sei moderat, die Preise seien lange Zeit stabil geblieben. Bereits während der Debatte im Ausschuss habe sich keine Mehrheit für den Vorstoß der Linken finden lassen. Das liege vor allen Dingen an einer Praktikabilitätserwägung: Wie solle der oder die Mitarbeiterin an der Kasse nachprüfen, ob jemand wirklich alleinerziehend sei? Vielleicht handele es sich einfach um einen Erwachsenen, der gerade zwei Kinder in das Museum begleite, gab Volker Rudolph zu bedenken. Er sprach von einer „Einmischung in moralische Verhältnisse, die uns nicht zusteht“.

Reinhard Warmulla blieb bei seinem Antrag. Er halte ihn für eine „gangbare Lösung“, die vor allen Dingen deshalb sinnvoll sei, weil sie im Historischen Museum ebenfalls gelte. Schon alleine der Grundsatz der Gleichbehandlung gebiete, die 12-Euro-Karte einzuführen. Im Übrigen könne er sich nicht vorstellen, dass jemand mit einem vermeintlichen Alleinerziehungs-Status versuche zu betrügen. Die Abstimmung zeigte, dass die Linke sich argumentativ nicht durchsetzen konnte. Ihr Änderungsantrag wurde zwar von der AWG, der FDP und den Grünen unterstützt. Die Mehrheit aus CDU und SPD lehnte ihn allerdings ab.

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