Hamburg  Wärmepumpen: So weit hinkt Deutschland im europäischen Vergleich hinterher

Eva Dorothée Schmid
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Von Eva Dorothée Schmid
| 03.11.2023 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Was die Verbreitung von Wärmepumpen betrifft, ist in Deutschland noch viel Luft nach oben. Foto: dpa/Daniel Maurer
Was die Verbreitung von Wärmepumpen betrifft, ist in Deutschland noch viel Luft nach oben. Foto: dpa/Daniel Maurer
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Zwar steigen die Absatzzahlen von Wärmepumpen seit 2020 deutlich an, im europäischen Vergleich aber liegt Deutschland noch weit hinten. Nur in zwei anderen europäischen Ländern gibt es noch weniger der klimafreundlichen Heizungen.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität spielen Wärmepumpen eine zentrale Rolle. Früher kamen sie vor allem in Neubauten zum Einsatz. Seit 2020 steigen die Absatzzahlen für Wärmepumpen auch für die Nutzung in Bestandsgebäuden deutlich.

Allerdings ist ihr Anteil an den Heizungen mit knapp unter sechs Prozent im Jahr 2022 immer noch gering. Andere Länder sind da sehr viel weiter.

Eine Statistik der European Heat Pump Association (EHPA) zeigt, dass Wärmepumpen in den nordischen Ländern – allen voran Finnland – sehr viel weiter verbreitet sind. Finnland ist mit einem Absatz von 69,4 Wärmepumpen pro 1000 Haushalte im Jahr 2022 Spitzenreiter. In Norwegen liegt der Vergleichswert bei 62,2, in Schweden sind es 39,3, in Estland 32 und in Dänemark knapp 30 Wärmepumpen pro 1000 Haushalte.

Deutschland liegt abgeschlagen auf dem drittletzten Platz: Hier liegt der Absatz bei 6,7 Wärmepumpen pro 1000 Haushalte. Nur in Ungarn (3,8) und Großbritannien (1,9) wurden im Jahr 2022 noch weniger Wärmepumpen abgesetzt.

Die Studie „Wärmepumpen im Gebäudesektor“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) nennt als wichtigen Grund für die noch geringe Verbreitung von Wärmepumpen das Verhältnis zwischen Strom- und Gaspreis: „In Deutschland sind die Strompreise im Verhältnis zum Gaspreis derzeit 2,8 Mal so hoch. Damit der Wärmepumpen-Hochlauf bei den derzeitigen Investitionskosten gelingt, sollte das Verhältnis vom Strom- zum Gaspreis unter 2,5 liegen“, heißt es.

Weiterlesen: Mehr Wärmepumpen und E-Autos – wie teuer wird der Strom?

Zudem gibt es hierzulande immer noch Vorbehalte, ob Wärmepumpen insbesondere in älteren Gebäuden überhaupt funktionieren. Mehr dazu lesen Sie in folgenden Artikeln:

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