Kiel  Emotionaler Post von CDU-Politikerin Karin Prien: „Mama, heute trage ich deinen Davidstern“

Maria Lentz
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Von Maria Lentz
| 03.11.2023 13:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) redet über ihre eigenen familiären Erfahrungen mit Antisemitismus. Foto: dpa/Frank Molter
Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien (CDU) redet über ihre eigenen familiären Erfahrungen mit Antisemitismus. Foto: dpa/Frank Molter
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Was bedeutet es als Jüdin in Deutschland zu leben? Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, hat einen privaten Einblick gewährt. Auf X, ehemals Twitter, teilt sie ein Bild, auf dem sie den Davidstern ihrer Mutter trägt und macht ein Geständnis.

Ganz Deutschland bewegt zur Zeit Robert Habecks Rede zum Israel-Krieg und dem Antisemitismus in Deutschland, die das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch auf X, ehemals Twitter, veröffentlichte. Die Resonanz: überwiegend positiv. Auch aus den Reihen der Opposition erhielt der Vizekanzler dafür viel Anerkennung.

Eine, die sich äußerte, ist CDU-Politikerin Karin Prien. Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein schrieb auf X: „Nun zum zweiten Mal nach dem 7. Oktober trifft #RobertHabeck, wie kein anderer in dieser Bundesregierung, den richtigen Ton. Ein starker, notwendiger Auftritt.“

Einen Tag später postet sie einen Beitrag mit einem Bild, auf dem ein Davidstern an einer Kette zu sehen ist. Dazu gibt sie einen Einblick in ihre eigene Familiengeschichte: „Mama, heute trage ich Deinen kleinen Davidstern über meinem Kleid, Du hast ihn jahrzehntelang immer nur verborgen unter Deiner Kleidung getragen.“

Priens Mutter habe Angst gehabt, sich in Deutschland als Jüdin zu bekennen, offenbart die CDU-Politikerin und gesteht: „Ich hielt das für übertrieben und ich habe mich geirrt. Du hattest recht.“

Priens Großeltern mütterlicherseits flohen Anfang der 30er-Jahre vor dem Nationalsozialismus in die Niederlande. Die Politikerin wuchs dort auch zunächst auf. Erst später siedelte sie nach Deutschland über. Neben ihrer Tätigkeit als Bildungsministerin ist sie Sprecherin des Jüdischen Forums der CDU.

Die Anfeindungen gegenüber Juden – und auch Angriffe auf sie – haben in Deutschland seit der Eskalation des Nahost-Konflikts am 7. Oktober stark zugenommen. Allein innerhalb der ersten zehn darauffolgenden Tagen hat das Netzwerk Rias 202 antisemitische Vorfälle registriert – 240 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

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Vor knapp vier Wochen überfielen Hamas-Terroristen Israel, töteten Hunderte Israelis auf brutale Art und Weise und nahmen mehr als 240 Geisel. Die israelische Armee schlägt seitdem mit aller Macht zurück und bombardiert den Gazastreifen. Die Vorgehensweise ist nicht unumstritten, da sie zahlreiche zivile Opfer aufseiten der Palästinenser fordert. Die Hamas spricht von mittlerweile mehr als 9000 Toten.

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