Markthalle Aurich Vom Glaspalast zum gemütlichen Café
Nach Weihnachten beginnt der Umbau der Auricher Markthalle zum neuen Café Extrablatt. Vor dem Aufbau muss allerdings einiges eingerissen werden.
Aurich - Komplett verändern wird sich das Aussehen der Auricher Markthalle in den kommenden Monaten. Quasi eine zweite Hülle wird über das Gebäude gestülpt, das Erdgeschoss der Glas-Stahlkonstruktion wird eine neue Fassade bekommen. Das erklärte Gerhard Boekhoff, Leiter des Auricher Hochbauamtes, bei einem Ortstermin. Dabei war auch Carsten Dreyer als Vertreter des künftigen Pächters, Café Extrablatt.
Mit einem Holzrahmenbau soll die Halle verkleidet werden, um den Energieverbrauch des prägnanten Gebäudes zu minimieren. Installiert werden soll auch eine Wärmepumpe. Komplett aus regenerativen Energien wird am Ende die Wärmeversorgung laufen. Insgesamt wird die Stadt Aurich zwei Millionen Euro investieren. Dazu gehört auch eine neue Lüftungsanlage sowie eine behindertengerechte Toilette an der Nordseite des Gebäudes.
Bis zu 199 Sitzplätze im Café
Bereits ausgeschrieben sind laut Boekhoff die vorbereitenden Arbeiten. Denn bevor mit der Sanierung begonnen werden kann, muss die Markthalle entkernt werden. „Alles kommt raus“, sagt Boekhoff. Elektrik, alte Lüftungen, Leichtbauwände müssen weichen, damit das Café Extrablatt das eigene Konzept umsetzen kann. Dabei wird laut Carsten Dreyer nichts dem Zufall überlassen. In der 35-jährigen Firmengeschichte wurde ein eigenes Design entwickelt, das auch in der Auricher Markthalle umgesetzt werden soll. Bis zu 1,6 Millionen Euro wird das Unternehmen in das Gebäude investieren. Abgehängte Decken in unterschiedlichen Höhen sollen für die richtige Atmosphäre sorgen. Zu hell dürfe es nicht sein, so Dreyer. Daher würden die Seitenwände künftig auch nicht mehr aus Glas bestehen. Ebenso werden die Glasdecken verdeckt.
Der einzige Eingang wird der von der Marktseite aus sein. Der Wunsch vieler Politiker, dass die Halle sich auch zur Norderstraße hin öffnen müsse, ist damit endgültig vom Tisch. An der Nordseite der Halle werden neben der städtischen Toilette Lager- und Kühlräume entstehen. Insgesamt umfasst die Fläche des Café Extrablatt 650 Quadratmeter. Davon seien rund 300 Quadratmeter für den Gastraum vorgesehen, erläutert Dreyer. Hinter dem Eingang auf der linken Seite wird die Theke stehen, an die sich direkt die Küche anschließen soll. Bis zu 199 Sitzplätze wird es im Auricher Café Extrablatt geben. Für die Gastronomiekette mit mittlerweile über 100 Standorten eine durchschnittliche Größe. „Unter 500 Quadratmetern mieten wir gar nicht erst an“, sagt Dreyer.
Marktplatz wird belebt
Eine Belebung der Auricher Innenstadt erhofft sich Bürgermeister Horst Feddermann vom Café Extrablatt. Er sei überzeugt, dass mehr Besucher in die Stadt kämen, wenn sie auch mehr Auswahl an Lokalen hätten, die zudem abends länger geöffnet seien. Eine Vorgabe, die vom Extrablatt erfüllt wird. Ab 8.30 Uhr morgens soll das Café mit einem Frühstücksbuffet öffnen. Danach folgen der Mittagstisch und der Abendbetrieb. Eine feste Schließzeit gibt es nicht. „Das entscheiden die Gäste“, so Dreyer. In der Woche sei meistens gegen 23 Uhr Schluss. Am Wochenende könne es schon später werden.
Belebt werden soll auch der Marktplatz. Im Zusammenspiel mit dem Wochenmarkt sollen draußen Sitzplätze geschaffen werden. Außerhalb der Marktzeiten könnte dieser Bereich dann auch vergrößert werden, so Dreyer. Das müsse sich aber einspielen mit der Zeit. Andere Lokale müssten im Übrigen keine Angst vor Konkurrenz haben. An anderen Standorten habe sich gezeigt, dass Mitbewerber nicht verlieren würden durch das Café Extrablatt – im Gegenteil. „Es kommen meist zusätzliche Besucher in die Stadt.“
Probleme, in Zeiten des Fachkräftemangels Personal zu finden, sieht er nicht. Denn das Café Extrablatt würde übertariflich zahlen, und das Trinkgeld würden die Mitarbeiter auch tatsächlich erhalten. Außerdem habe er beobachtet, dass nach der Coronazeit, in der viele Gastronomiemitarbeiter in andere Branchen gewechselt seien, die Leute nun in die Betriebe zurückkehren. Rund 30 feste Mitarbeiter soll es in Aurich geben. Hinzu kämen 20 bis 30 Aushilfen.
Eröffnung im dritten oder vierten Quartal
Am 6. Oktober ist der Mietvertrag unterzeichnet worden. Er gilt zehn Jahre mit einer Option, dreimal für je fünf Jahre zu verlängern. In 35 Jahren habe das Café Extrablatt noch nie einen Standort vorzeitig aufgegeben, sagt Dreyer. Er legt Wert auf die Feststellung, dass man zwar eine große Kette sei. „Aber es wird auch in Aurich das Extrablatt vor Ort sein.“ Man werde sich an lokalen Veranstaltungen wie dem Weinfest, dem Weihnachtszauber oder Musiknächten beteiligen, wolle Teil des Stadtlebens sein. Eine Aussage, die Udo Hippen als Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins begrüßte. Die Markthalle habe immer viel Potenzial gehabt, sie sei ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Aurich. „Es ist heute ein Glückstag für Aurich.“
Bis die ersten Gäste im Auricher Café Extrablatt begrüßt werden können, wird es aber noch etwas dauern. Ab Mitte 2024 wird der Innenausbau beginnen. Dreyer hofft, im dritten oder vierten Quartal 2024 eröffnen zu können. In der heutigen Zeit mit Lieferengpässen im Baugewerbe könne man das nicht genauer sagen.
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