Erneut Verzögerungen bei Neubau im Spiet  Wird diese Mensa in Norden jemals eröffnet?

| | 22.10.2023 09:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Von außen sieht die Mensa schon fertig aus. Doch die Innenausstattung ist eines der Probleme. Foto: Rebecca Kresse
Von außen sieht die Mensa schon fertig aus. Doch die Innenausstattung ist eines der Probleme. Foto: Rebecca Kresse
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Die Eröffnung des Neubaus an der Grundschule wurde jetzt zum fünften Mal verschoben. 2020 wurde der Bau politisch beschlossen. Wann die Kinder dort essen können, traut sich niemand mehr vorherzusagen.

Norden - Zum insgesamt fünften Mal muss die Stadt Norden die geplante Eröffnung der neuen Mensa an der Schule Im Spiet verschieben. Diesmal wird als Termin das zweite Halbjahr des laufenden Schuljahres anvisiert. Ob die Schüler der größten Grundschule der Stadt dann wirklich im neuen Gebäude werden essen können, ist aber längst nicht gesichert. Für die Schule sind diese Verschiebungen mittlerweile fast Routine. Schon 2020 wurde der Neubau politisch beschlossen. Erst war die Corona-Pandemie Schuld an den Verzögerungen. Doch eine Anfrage bei der Stadtverwaltung zeigt: Die Probleme sind viel größer.

Die Ursachen für die erneute Verzögerung sind laut Verwaltung zahlreich. Wie sich durch die Anfrage herausstellte, muss die Stadt das ursprüngliche Heizkonzept mit Geothermie verwerfen. Das entsprechende Vergabeverfahren war nach Angaben der Stadt erfolglos. Deshalb muss jetzt umgeplant werden auf eine Heizungsanlage mit einer Luft-Wärme-Pumpe. „Hinzu kamen Lieferschwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie und der Preissteigerung aufgrund der Ukraine-Krise. Mehrfach mussten Vergabeverfahren aufgehoben werden, weil entweder keine oder unzureichende Angebote eingetroffen sind“, teilte die Stadtverwaltung mit. Davon waren sowohl bauliche Bereiche betroffen als auch die Ausstattung der Mensa.

Vergabeverfahren müssen wiederholt werden

Zuletzt musste laut Stadtverwaltung das Vergabeverfahren für die Ausstattung der Ausgabeküche aufgehoben und erneut eingeleitet werden. Wie auf der Internetseite der Stadt zu sehen ist, läuft noch bis zum 12. Oktober eine erneute Ausschreibung „Kücheneinrichtung Mensa GS Im Spiet“. Ob diese erfolgreicher sein wird als die vorherige, wird sich zeigen.

Auch die Bestuhlung für die Mensa ist noch immer nicht vor Ort. Nachdem es zunächst lange Debatten zwischen Schule und Verwaltung darüber gegeben hat, welcher Stühle und Tische oder auch Bänke angeschafft werden sollen, ist man sich darüber mittlerweile anscheinend einig. Mit der Schulleitung, dem Schülerparlament und weiteren Beteiligten wurden den Antworten zufolge verschiedene Bestuhlungen und Tische angesehen und erprobt. „Im Ergebnis haben sich die Beteiligten darauf verständigt, auf eine vergleichbare Bestuhlung wie in den anderen Mensen an städtischen Schulen zu setzen“, heißt es von der Verwaltung. Nur zum Liefertermin des Mobiliars kann die Stadt zurzeit noch gar keine Aussage machen.

So soll die neue Mensa der Norder Grundschule „Im Spiet“ aussehen. Visualisierungen: Kremer und Kremer Architektur GmbH
So soll die neue Mensa der Norder Grundschule „Im Spiet“ aussehen. Visualisierungen: Kremer und Kremer Architektur GmbH

Lüftungsanlage war nicht eingeplant

Erst im Mai dieses Jahres hatte der zuständige Fachdienstleiter Nico de Vries den Eröffnungstermin auf die Zeit nach den Herbstferien verschoben. Grund dafür war eine Lüftungsanlage für den Vorbereitungsbereich in der reinen Ausgabeküche. Die Lüftung war ursprünglich überhaupt nicht vorgesehen. Wie dann aber festgestellt wurde, sondern die Küchengeräte deutlich mehr Wärme ab als angenommen. Also muss nachträglich eine Lüftungsanlage geplant und eingekauft werden.

Und auch beim Rohbau der Mensa hatte es bereits Verzögerungen gegeben. Es fehlten die Holzbalken für die Dachkonstruktion. Das Problem: Die Balken in der bestellten und vom Statiker abgesegneten Länge waren aufgrund der Corona-Krise plötzlich nicht mehr lieferbar. Statt eines langen Bauteils wurden dann zwei kürzere verwendet. Das musste aber auch erst vom Statiker abgesegnet werden.

Mensa kann nur in den Ferien umziehen

Die Verzögerung der Mensa-Eröffnung hat auch Auswirkungen auf den Unterricht in der Grundschule. Die sogenannte „Übergangsmensa“ muss noch länger aufrechterhalten bleiben. Die ist aber in einem Klassenraum eingerichtet, der der Schule für den Unterricht fehlt. Wie im vergangenen Jahr war auch der diesjährige erste Jahrgang vierzügig.

Selbst wenn die Mensa irgendwann mal fertig sein sollte, muss die Verwaltung für den Umzug auf die dann nächsten Ferien warten. Denn die Mensa kann nicht im vollen Schulbetrieb in das neue Gebäude umziehen. Viele Geräte aus der bisherigen Mensa wandern mit in den Neubau. Da aber die Ganztagsschüler täglich in dieser Mensa essen, muss der Umbau in den Ferien stattfinden. Zurzeit essen rund 60 Ganztagskinder in der Mensa. Künftig sollen aber alle Schüler, die es wünschen, in der Mensa essen können. Die neue Mensa bietet rund 150 Sitzplätze.

Insgesamt waren für das Projekt 1,34 Millionen Euro veranschlagt. Der Rat der Stadt Norden hat gerade aber einen Nachschlag von 115.000 Euro genehmigt. Ob die Summe letztlich ausreichen wird, ist noch unklar, sagte de Vries. Die Mehrkosten haben sich laut Verwaltung in verschiedenen Bereichen ergeben, wie zum Beispiel allgemeine Preissteigerungen, einem deutlichen Mehraufwand im Bereich der Erdarbeiten durch unerwartete Altfundamente und Bauschutt im Baufeld. Hinzu kommen erhöhte Anforderungen für die Be- und Entlüftung sowie die Kühlung im Bereich der Mensaküche. Die jetzt entstehenden neuen Kosten sind in dieser Summe noch gar nicht mit aufgeführt.

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