Anliegerproteste  Verärgerung über Jugendliche auf Marienhafer Spielplatz

| | 20.10.2023 19:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Rand des neuen Spielplatzes am Markt in Marienhafe befestigt ein Landschaftsgärtner Heckenpflanzen an einem Zaun. Foto: Thomas Dirks
Am Rand des neuen Spielplatzes am Markt in Marienhafe befestigt ein Landschaftsgärtner Heckenpflanzen an einem Zaun. Foto: Thomas Dirks
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Der neue Spielplatz in Marienhafe macht Kindern viel Freude. Getrübt wird diese aber durch Jugendliche, die sich dort widerrechtlich aufhalten. Was die Politik dagegen unternehmen will.

Marienhafe - Er ist etwas Besonderes und bereitet Kindern großen Spaß: Der neue Abenteuerspielplatz am Markt in Marienhafe erfreut sich seit seiner Eröffnung vor drei Wochen großer Beliebtheit. Getrübt wird der Erfolg allerdings durch Jugendliche, die sich dort widerrechtlich aufhalten. Das ärgert nicht nur Eltern, die mit ihren Kindern den rund eine halbe Million Euro teuren und mit Dorferneuerungsgeld finanzierten Spiel- und Erlebnispunkt besuchen, sondern auch Anlieger.

Sie berichten davon, dass Jugendliche auf dem Spielplatz in den Abend- und Nachtstunden lärmen und Müll hinterlassen. Vor allem in der Hauptattraktion des Spielplatzes, einem zweieinhalb Tonnen schweren Holzspielgerät, das die Form einer Kogge hat, halten sie sich auf.

Ein mehr als elf Meter langes, hölzernes Spielschiff in Koggenform ist die Hauptattraktion des neuen Spiel- und Erlebnispunkts. Foto: Folkert Bents
Ein mehr als elf Meter langes, hölzernes Spielschiff in Koggenform ist die Hauptattraktion des neuen Spiel- und Erlebnispunkts. Foto: Folkert Bents

Landschaftsgärtner, die in dieser Woche auf dem Grundstück letzte Arbeiten erledigten und unter anderen weitere Bäume und Sträucher anpflanzten, berichteten von Glasscherben, die sie morgens auf dem Spielplatz fanden. „Das ist nicht mehr lustig“, sagte ein Anwohner, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, weil er sich bei dem Versuch, die Jugendlichen zur Ordnung zu rufen, wiederholt mit diesen anlegte.

Vandalismus, Alkohol, Drogen

Er und seine Nachbarn berichten von Vandalismus sowie Alkohol- und Drogenkonsum auf dem Spielplatz und davon, dass die Polizei bereits mehrfach vor Ort gewesen sei. Wie Matthis Rost, Sprecher der Polizeiinspektion Aurich-Wittmund, auf Anfrage mitteilte, seien ihm zwei Einsätze bekannt. Einmal seien seine Kollegen am Tag vor der Spielplatz-Eröffnung dort gewesen, ein weiteres Mal am Einheitsfeiertag. In beiden Fällen hätten Anwohner darauf hingewiesen, dass Jugendliche auf dem Spielplatz Unfug trieben. Ob die Funkstreifenbesatzungen Personalien der Jugendlichen aufgenommen und Maßnahmen verhängt haben, konnte der Sprecher nicht sagen.

Marienhafes Bürgermeister Johann Tjaden bei der Spielplatzeröffnung am 30. September. Foto: Folkert Bents
Marienhafes Bürgermeister Johann Tjaden bei der Spielplatzeröffnung am 30. September. Foto: Folkert Bents

Das es ein massives Problem gibt, hat offenbar auch die Marienhafer Politik erkannt. Wie Marienhafes Bürgermeister Johann Tjaden (SPD) auf Anfrage bestätigte, trafen sich Mitglieder des Gemeinderats in dieser Woche zu einer interfraktionellen Sitzung. Dabei seien konkrete Maßnahmen formuliert worden, die der Verwaltungsausschuss in Kürze beschließen werde. So soll laut Tjaden zusätzlich zu dem Holzzaun am Markt ein Metallzaun errichtet werden. Auch werden in Kürze abschließbare Pforten an den Eingängen zum Spielplatz installiert. Ergänzend zu den vorhandenen Schildern, die darauf hinweisen, dass der Spielplatz von 8 bis 20 Uhr geöffnet ist und lediglich von Kindern bis 14 Jahre genutzt werden darf, soll eine Tafel mit Verhaltensregeln angebracht werden.

Schilder an den Eingängen weisen darauf hin, wann und vom wem der Spielplatz genutzt werden darf. Foto: Thomas Dirks
Schilder an den Eingängen weisen darauf hin, wann und vom wem der Spielplatz genutzt werden darf. Foto: Thomas Dirks

Tjaden verspricht sich davon eine bessere Handhabe in Fällen unbefugten Betretens. „Wir reden dann über Hausfriedensbruch“, sagte er. Die Polizei werde gebeten, dort künftig regelmäßig Streife zu fahren und Verstöße zu dokumentieren.

Außerdem soll das Spielgelände durch Handläufe an den Stufen, Sitzbänke, Mülleimer und Fahrradständer zusätzlich aufgewertet werden, kündigte er an.

Kein Verständnis für Chaoten

Für die Jugendlichen äußerte der Bürgermeister wenig Verständnis. „Die disqualifizieren sich damit selbst“, so Tjaden. Er sei immer dafür, etwas für die Jugend zu tun, aber nicht bereit, etwas für Chaoten zu schaffen, die sich nicht benehmen könnten, sagte er mit Blick auf den geplanten Jugendtreff im alten Marienhafer Bahnhof. „Die müssen mir nicht mehr mit der Forderung nach einem Jugendhaus kommen“, sagte der SPD-Politiker.

Zugleich zeigte er sich aber auch zuversichtlich, dass sich das Problem auf dem Spielplatz lösen lasse. „Wir werden nicht gleich mit der Keule draufhauen, sondern sanft Druck ausüben“, sagte Tjaden. Er rechne damit, dass die Spielfläche irgendwann für Jugendliche uninteressant werde und sie sich neue Treffpunkte suchten.

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