Zukunft der Auricher Markthalle  Die Verträge sind gemacht – jetzt folgt der Bauantrag

| | 20.10.2023 10:11 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Trotz fester Pläne bleibt die Auricher Markthalle Zankapfel der Politik. Foto: Romuald Banik
Trotz fester Pläne bleibt die Auricher Markthalle Zankapfel der Politik. Foto: Romuald Banik
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Jetzt hat auch die Stadt Aurich den Pachtvertrag für die Markthalle unterschrieben. Nun soll der Bauantrag folgen. Zufrieden ist die Auricher Politik trotzdem nicht.

Aurich - Die Zukunft der Auricher Markthalle scheint in trockenen Tüchern – anders als noch im September hat die Stadt Aurich den Pachtvertrag mit dem „Café Extrablatt“ aus Emsdetten nun unterschrieben. Das bestätigte der Auricher Stadtplaner Mirko Wento, am Donnerstag im städtischen Bauausschuss auf Nachfrage.

Jetzt könnten die Umbauarbeiten an der Markthalle also eigentlich losgehen. Für den Umbau der Außenhülle ist die Stadt verantwortlich. Ein Architekt ist dafür bereits beauftragt worden. Den Innenausbau übernimmt der Vertragspartner. Trotzdem wird der Umbau noch dauern, denn der Bauantrag noch nicht vor. Der werde jetzt gestellt, sagte Wento.

Auricher Politik fordert mehr Information

Trotz der Fortschritte ist die Auricher Politik nicht zufrieden. Die Information der Planungsinhalte in Richtung Politik als auch in Richtung Öffentlichkeit bezeichnete Ratsmitglied Menko Bakker (FDP) als mangelhaft. Er verwies auf die Zusagen von Bürgermeister Horst Feddermann, regelmäßig über die Fortschritte bei der Markthalle zu berichten. „Wenn das gewünscht ist, können wir über die Inhalte des Bauantrages im Bauausschuss berichten. Das ist ja kein Geheimnis“, sagte Wento, der angesichts dieses Antrages leicht irritiert wirkte. Das könnte daran liegen, dass Mirko Wento noch nicht ganz eineinhalb Jahre in Aurich ist. Die Ratspolitik befasst sich schon deutlich länger mit dem Thema Markthalle.

Nur die Inhalte des Bauantrages reichen der Politik aber nicht aus. Hendrik Siebolds (Die Linke) will vor allem wissen, wie die Markthalle künftig aussehen wird. Er forderte, dass die Politik „endlich die kompletten Ansichten“ bekommt. Dass Siebolds kein Freund der Markthalle ist, ist hinlänglich bekannt. Daraus machte er auch im Ausschuss keinen Hehl. „Der Blick von der Norderstraße auf diese Bretterbude interessiert mich ja am meisten“, sagte er. Das forderte er aber nicht nur für sich. Er will, dass die Pläne veröffentlicht werden, damit die Bürger diese auch sehen und sich in den Prozess einbringen könne.

Grüne fordern: Investor soll persönlich Stellung nehmen

Gila Altmann (Bündnis 90/Die Grünen) reicht das aber noch nicht aus. Sie will, dass der Investor selbst seine Pläne im Bauausschuss einmal vorstellt. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Änderungswünsche gibt“, sagte sie. Dafür sollte der Investor direkt ansprechbar sein, so Altmann. Dahinter steht wohl auch der Wunsch, in der Öffentlichkeit nicht für Planungen des Investors verantwortlich gemacht zu werden. Wie berichtet, wird es die Öffnung zur Norderstraße nicht geben. „Ich finde, das sollte der Investor dann auch argumentieren, denn sonst sind wir die Bösen. Das haben wir aber nicht verdient“, so Altmann.

Auch für Wento war wohl zu erkennen, dass es bei der Zukunft der Markthalle um viel mehr geht, als nur einen Umbau. Zusagen konnte er allerdings nur für die Dinge machen, die die Stadt verantwortet. „Dass der Architekt hier mal den Entwurf vorstellt, wird sicherlich möglich sein“, sagte Wento. Inwiefern allerdings der Vertragspartner seine Planungen abgeschlossen und damit nicht mehr diskutierbar sind, müsse die Verwaltung erst abklären.

Klar ist, die schon seit Langem geforderte behindertengerechte Toilette soll im Zuge des Umbaus entstehen. Aus der bislang von kleinen Lokalen und Verkaufsständen geprägten Halle muss außerdem eine zusammenhängende Gastronomie mit größerer Küche und Tresen werden. Auch die energetische Sanierung des Glasbaus aus den frühen 1990er-Jahren ist ein Thema.

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