Erntezeit Regen während der Ernte bringt Landwirte in Bedrängnis
In Ostfriesland wird zurzeit Getreide gefahren. Trotz Hürden und Verzögerungen sind die Landwirte bislang zufrieden. Nicht auf allen Feldern kann das Getreide eingesammelt werden.
Aurich - In Ostfriesland fahren seit Mitte September wieder Landmaschinen auf den Straßen. Die Maisernte ist in vollem Gange. Maren Ziegler, Geschäftsführerin für den Kreisverband Norden-Emden des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Ostfriesland (LHV), bekommt mit, dass die Landwirte zufrieden mit dem aktuellen Zwischenstand sind. Aber es gibt Schwierigkeiten und Druck bei der Ernte.
„Das erste Problem für die diesjährige Ernte ist die Kälte im Frühjahr gewesen. Dadurch konnten die Felder erst relativ spät bestellt werden“, erklärt Ziegler auf ON-Anfrage. Doch anders als bei anderem Getreide sei der viele Regen im Juli den Maispflanzen sehr gut bekommen. Deshalb sei der Ertrag der Landwirte aktuell überdurchschnittlich hoch. Doch Regen und Kälte stehen der Ernte im Weg. Viele Felder seien schon abgeerntet, doch auf einigen steht der Mais noch – in den meisten Fällen, weil die Felder wegen des Regens nicht befahrbar sind. „Wir werden sehen, wie es weitergeht. Hoffentlich können die Landwirte die Ernte in den nächsten Tagen wieder fortsetzen“, so Ziegler.
Der Mais kommt nicht auf den Teller
Doch es gibt auch einige Felder, auf denen der Mais bewusst stehengelassen wurde: „Das Getreide von diesen Feldern wird gedroschen“, erklärt sie. Dadurch werde Körnermais gewonnen. Etwa die Hälfte des normal geernteten Maises gehe an Viehbauern, von dem Rest werde viel für die Energiegewinnung durch Biogasanlagen genutzt werden. Ein Verkauf des lokal angebauten Maises an Supermärkte ist Ziegler nichts bekannt. Der Mais aus dem Supermarkt käme nicht aus der Region. Das liege daran, dass die hier angebauten Maissorten keine sogenannten „Marktfrüchte“ seien. Im Landkreis Aurich wurden im Jahr 2020 laut Daten des LHV ungefähr 13 000 Hektar Feld mit Mais bewirtschaftet. Je Hektar gebe Mais 40 bis 60 Tonnen Ernteertrag. „An der Fläche hat sich seitdem wenig geändert“, erklärt Ziegler.
Das ist, laut Angaben des LHV, etwas weniger als die Hälfte der mit Getreide bewirtschafteten Flächen im Landkreis. Zudem gebe es mehr Grünflächen als landwirtschaftliche Anbauflächen in der Region.