Winterkleidung wird gesucht  Kleiderkammer Ihlow nimmt wieder Spenden an

Christin Wetzel
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Von Christin Wetzel
| 18.10.2023 08:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Edelgard Wienekamp sortiert einen Spendenkarton in der Kleiderkammer in Ihlow ein. Foto: Romuald Banik
Edelgard Wienekamp sortiert einen Spendenkarton in der Kleiderkammer in Ihlow ein. Foto: Romuald Banik
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Vor einigen Wochen gab es in der Kleiderkammer Ihlow einen Aufnahmestopp. Sehr viele Spenden waren abgegeben worden. Doch nun kann wieder gespendet werden. Vor allem eines wird gesucht.

Ihlow. Handschuhe, Schals, Mützen: Die Liste der Anziehsachen ist lang. Es geht um die Dinge, die die Kleiderkammer in Ihlow für den anstehenden Winter benötigt. Sie hat den Aufnahmestopp wieder aufgehoben. Gesucht wird nun nach sämtlicher Kleidung, die Bedürftige durch die kalten Tage bringt. Ebenfalls steht noch der Umzug der Kleiderkammer in die Container aus. Das ergab eine Anfrage bei der Gemeinde.

Am Ende des Sommers war es einfach zu viel: Trauerfälle und Haushaltsauflösungen hatten dafür gesorgt, dass viele Spenden die Kleiderkammer erreichten. Die ehrenamtlichen Helfer hatten alle Hände voll zu tun, die Sachen zu sortieren. Deswegen gab es den Aufnahmestopp. Der war ohnehin nur bis Anfang Oktober vorgesehen. Denn nun mit kälteren Temperaturen werden auch wieder wärmere Bekleidungsstücke benötigt. Seit Anfang der vergangenen Woche nehme die Kleiderkammer wieder neue Spenden an, sagt Edelgard Wienekamp, die bei der Gemeinde für die Kleiderkammer zuständig ist

Das wird gesucht

Vor allem Herrenbekleidung wird gesucht. Wichtig ist, dass es sich um Herbst-/Wintermode handelt, denn die ist bei den kalten Temperaturen jetzt gefragt. Schuhe ab Größe 39 sind bei der Herrenmode als Spende willkommen.

Kindermode wird ebenfalls benötigt. Schuhe in den Größen 31 bis 36 sind gefragt, ebenso wie Regenbekleidung, Matsch- und Skihosen. Auch warme Pullover, Hosen und mehr werden gerne als Spenden angenommen.

Damenmode wird ebenfalls wieder angenommen. Neben Wintermode werden hier auch Funktionskleidung und Sportschuhe gesucht.

Bettwäsche und andere Haushaltstextilien können ebenfalls abgegeben werden. Kinderspielsachen und auch Kuscheltiere sind als Spenden auch willkommen.

Weitere aktuelle Infos gibt es im Internet unter https://www.ihlow.de/ukrainehilfe/kleiderkammer/

Hunderte Teile pro Woche ausgegeben

„200 bis 250 Teile gingen fast jede Woche heraus“, sagt Wienekamp. Mittlerweile gehören zu den Abnehmern etwa zur Hälfte ukrainische Flüchtlinge und zur anderen Hälfte Einheimische, so Bürgermeister Arno Ulrichs. Winterkleidung hätte die Kammer auch noch auf Lager gehabt. So seien die Regale bereits jetzt gut bestückt. Doch es werde nach wie vor um Spenden gebeten, so Wienekamp. Denn es gebe ja auch viel Kleidung, die abgeholt werde. Lediglich zum Saisonende, also im Spätsommer, wurde nicht mehr wöchentlich so viel gefragt.

Überwiegend Schals, Mützen und warme Jacken werden aktuell benötigt. Eine vollständige aktuelle Liste gibt es auf der Internetseite der Gemeinde Ihlow (siehe auch Infobox). Für Kinder sind beispielsweise Matschhosen, Skihosen und Regenbekleidung gefragt. Auch Schuhe in Größen 31 bis 36 werden gesucht. Nach wie vor besonders gefragt sei auch Herrenbekleidung. Mit einer Ausnahme: Anzüge seien noch genug vorrätig, heißt es auf der Internetseite der Gemeinde Ihlow.

Spendenannahme immer dienstags

Abgegeben werden können die Spenden dienstags von 17 bis 19 Uhr. Die Kleiderkammer befindet sich im Awo-/Boßelheim an der Alten Wieke in Ihlowerfehn. Dann hat die Kleiderkammer auch für alle geöffnet, die gerne etwas abholen möchten. Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch „alle, die nicht so gute finanzielle Möglichkeiten haben, sind herzlich willkommen“, so die Gemeinde Ihlow auf ihrer Internetseite. Nach wie vor gibt es gegen ein Entgelt von 50 Cent pro Teil die Spenden.

Die paar Wochen Pause, die die Kleiderkammer seit Mitte August hatte, haben die Ehrenamtlichen zum Sortieren genutzt. Denn Ende des Jahres soll die Kleiderkammer zunächst in Container auf dem Gelände des Awo-/Boßelheims umziehen. Die Baugenehmigung dafür sei bereits erteilt, so Wienekamp. Auch die Container stünden bei der beauftragten Firma parat. Doch es gibt noch die Frage, wie diese an ihren Platz kommen sollen. Denn das Awo-/Boßelheim ist über eine recht schmale Holzklappbrücke erreichbar. „Es geht nun darum, wie die Container von der Straße über den Kanal gebracht werden können“, sagt Wienekamp. Laut dem Bürgermeister soll dies Anfang November geschehen.

Ein „riesiger“ Kran könne wohl die Container über den Kanal und an den passenden Platz rüberheben, so Ulrichs. Dann kann die Kleiderkammer ihr Zwischendomizil beziehen. Denn das Awo-/Boßelheim soll ja auch wieder Platz für die ursprünglichen Aktivitäten haben. Die Kleiderkammer wurde mit Beginn der ersten Hilfskonvois von Ihlow in die Ukraine ins Leben gerufen. Die Container sollen auch nur eine Übergangslösung sein, bis ein festes Domizil in Ihlow gefunden ist. Hier waren bereits einige Orte im Gespräch, wie etwa die alte Volksschule, wo das Dachgeschoss, mit einigen Räumen zur Verfügung gestanden hätte, so Ulrichs. Aber da diese Räume nur über Treppen und das Schulgelände erreichbar gewesen wären, wurde die Idee wieder verworfen. Es wird weitergesucht.

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