Dorfentwicklung Lösung im Streit um Leezdorfer Dorfplatz-Plan
Nach massiver Kritik des Heimatvereins überarbeitet die Gemeinde Leezdorf den Entwurf für die Umgestaltung. Was sich jetzt ändert.
Leezdorf - Beigelegt ist der jüngste Streit um die Umgestaltung des Leezdorfer Dorfplatzes. Wie Gemeindebürgermeisterin Gisela Riesebeck (SPD) im Anschluss an eine Sitzung des Verwaltungsausschusses auf Anfrage mitteilte, sei auf die Kritik des Heimatvereins eingegangen und die bisherige Planung entsprechend geändert worden. Ein Bürgerbegehren zu diesem Thema ist damit vom Tisch.
Ein solches zu initiieren, damit hatte die BWG/CDU-Gruppe im Leezdorfer Rat für den Fall gedroht, dass die alten Pläne umgesetzt würden (wir berichteten). Bei einem Treffen der BWG/CDU-Ratsgruppe mit Vertretern des Heimatvereins zum Thema Dorfplatzerneuerung ging es aber nicht nur um Planungsdetails. Mehr als unzufrieden zeigten sich Vereinsvertreter und Politiker auch mit der Kommunikation seitens der Samtgemeinde und der Bürgermeisterin.
Bühne und Spielgeräte
Und darum ging es: Eine Arbeitsgruppe der Dorfregion Brookmerland hatte in mehreren grundsätzlich öffentlichen Sitzungen ein Umgestaltungskonzept für den Dorfplatz erarbeitet, das im Spätsommer 2022 zu einer Planung konkretisiert wurde. Diese sieht laut Planzeichnung eine kleine überdachte Bühne an der nordöstlichen Ecke, einen kleinen Pavillon zum Sitzen, einige weitere Bäume und Bänke an der Rasenfläche sowie neue Stellplätze auf der Westseite der Rasenfläche und Spielgeräte am Rand des Platzes vor. Schon bei der Vorstellung dieser Pläne im September 2022 gab es umfassende Kritik vom Heimatverein (wir berichteten). Ungeachtet der Bedenken beschloss der Verwaltungsausschuss angesichts des nahenden Förderstichtages, das Projekt einzureichen.
Der Heimatverein beklagte, dass er nicht in die Planungsabläufe einbezogen und seine Kritik ignoriert worden sei. Davon, dass die Förderung der Dorferneuerung im Mai 2023 bewilligt worden sei, habe der Verein erst knapp vier Monate später, Anfang September 2023, durch einen ON-Artikel erfahren. Inhaltlich forderte der Heimatverein, dass der Blick auf die Mühle nicht versperrt werden dürfe. Zudem fürchteten seine Vertreter negative Auswirkungen auf Veranstaltungen wie das Dorf- und Mühlenfest und Treckerkorsos. Auch Parkplätze für Autos und Busse seien wichtig, so der Heimatverein. Rund 500 Besucher pro Jahr kämen zur Mühle – meist Senioren, die kurze Wege brauchten.
Planer gewechselt
All das sei jetzt berücksichtigt, beruhigte Riesebeck. „Die Kuh ist vom Eis“, sagte sie. Wie sie berichtete, sei zwischenzeitlich der Planer gewechselt worden. Ein neu beauftragtes Auricher Ingenieurbüro habe den ursprünglichen Plan den Wünschen des Heimatvereins angepasst.
Konkret: Busse sollen das Mühlengelände künftig über den Sträkweg anfahren und in einer Bucht direkt vor dem Müllerhaus halten können. Derzeit werde geprüft, ob die Gegebenheiten dies zuließen. Falls nicht, würden sie angepasst. Pkw-Parkplätze blieben ebenfalls erhalten. Die als störend empfundenen Laubengänge auf dem Dorfplatz seien aus dem Plan genommen worden und Platz und Sicht auf die Mühle damit wieder frei. Sie freue sich darüber, „dass wir eine gute Lösung gefunden haben“, so Riesebeck. Damit sollte der Heimatverein zufrieden sein, sagte sie.
„Damit können wir leben“, sagte Günter Zart (BWG) auf Anfrage. Die Planänderung stelle alle Beteiligten zufrieden. „Die Verwaltung hat gut gearbeitet“, so Zart. Das müsse man zugeben, sagte er.