Windenergie Gemeinde Wirdum sagt Nein zu Windrädern
Wirdumer Politiker versagen dem geplantem Projekt mit mehreren Anlagen das Einvernehmen. Und das vor allem aus einem Grund.
Wirdum - Nach der Gemeinde Upgant-Schott hat nun auch die Gemeinde Wirdum Nein zu einem geplanten Windpark im Grenzgebiet beider Kommunen gesagt. Im Genehmigungsverfahren ist mit ihrem Einverständnis nicht zu rechnen. In der vergangenen Woche hat der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss (VA) einstimmig das gemeindliche Einvernehmen versagt.
Das teilte Wirdums Bürgermeisterin Yvonne Lengert (SEW) auf Anfrage mit. „Wir lehnen den Antrag ab“, sagte sie. Der Ausschuss sei damit einer Empfehlung der Gemeindeverwaltung gefolgt, hieß es. Lengert begründete die Ablehnung mit den zu geringen Abständen der geplanten Windkraftanlagen zu umliegenden Wohngebäuden.
„Windmüller Upgant-Schott“ GmbH
Wie berichtet, plant die „Windmüller Upgant-Schott“ GmbH neun Windräder an der Grenze zwischen Wirdum und Upgant-Schott. Sechs stehen auf Upgant-Schottjer Gemeindegebiet, drei auf Wirdumer. Die Windmüller Upgant-Schott GmbH ist nach Angaben des Geschäftsführers Peter Peters ein Zusammenschluss von großteils hiesigen Landwirten, die zusammen mit Landpächtern aus dem Bereich den kleinen Windpark planen. Ihnen gehören die Flächen auch – beziehungsweise sie sind die Bewirtschafter. Gebaut werden sollen die Windräder auf der Upgant-Schottjer Seite der Gemeindegrenze. Dort gibt es bereits einige einzelne Windkraftanlagen. Die Fläche liegt grob gesprochen zwischen der Wirdumer Straße (L 26) im Süden und der Schoonorther Kreisstraße im Norden sowie der Gemeindegrenze zwischen Wirdum und Upgant-Schott im Westen und dem Feldweg etwa auf Höhe der Bushaltestelle Upganter Meeden im Osten. Von diesem Areal gehört aber nur ein Teil zum geplanten Windpark-Gelände. Das Gebiet liegt laut Peters in einem der Bereiche, die im Brookmerland als sogenannte Potenzialflächen ausgewiesen werden. Laut Peters hatten die Gesellschafter sich diese Fläche schon vor Jahren ausgesucht, weil sie von den Siedlungen in Wirdum sowie Upgant-Schott und Marienhafe weit entfernt liegt.
Nicht um jeden Preis
Die Windmüller Upgant-Schott GmbH wurde laut Peters bereits 2011 gegründet und hat 16 Gesellschafter. Sie haben sich für sechs Windkraftanlagen der Auricher Firma Enercon entschieden. Und zwar für sechs E-70-Anlagen E4 mit einer Nabenhöhe von 64 Metern, einer Gesamthöhe bis zur Rotorblattspitze von 99,5 Metern und einer Kapazität von jeweils 2300 Kilowatt.
Laut Lengert würde der Abstand der geplanten Windräder zu den nächstgelegenen Gebäuden lediglich maximal 500 Meter betragen. „Das ist uns zu nah dran“, sagte die Bürgermeisterin. Der Wirdumer Haushalt könnte die Gewerbesteuereinnahme aus dem Betrieb der Windkraftanlagen zwar gut gebrauchen – dies aber nicht um jeden Preis. „Nicht auf Biegen und Brechen“, sagte Lengert wörtlich.