Aus für Auricher Traditionsbetrieb  Möbel Fangmann schließt Ende des Jahres für immer

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 14.10.2023 11:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Auch im ersten Stock des Möbelhauses Fangmann werden Waren verkauft. Foto: Boschbach
Auch im ersten Stock des Möbelhauses Fangmann werden Waren verkauft. Foto: Boschbach
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Nach 117 Jahren gehen beim Traditionsunternehmen Fangmann an der Norderstraße Ende Dezember die Lichter aus. Der Grund ist tragisch.

Aurich - Das traditionsreiche Möbelhaus Fangmann an der Norderstraße schließt Ende des Jahres. Seit einigen Tagen hängt ein gelber Zettel an der Tür des Geschäfts, der die Kunden darüber informiert. Der Grund für diesen Schritt sei ein Todesfall, heißt es dort. Mitte August ist Geschäftsinhaber Frank Fangmann überraschend im Alter von 60 Jahren gestorben. Seine Witwe Heidi Fangmann wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht zu der Schließung äußern.

Diese historische Aufnahme zeigt die Fassade des Ursprungsgebäudes von Fangmann. Foto: privat
Diese historische Aufnahme zeigt die Fassade des Ursprungsgebäudes von Fangmann. Foto: privat

Fangmann war eines der größten Einrichtungshäuser in Aurich und vollbrachte vor Jahrzehnten den Spagat, sich mitten im Zentrum nach und nach auszudehnen. Das Unternehmen ist 1906 von Fritz Fangmann gegründet worden. Anfangs verfügte das Unternehmen nur über eine Verkaufsfläche von rund 90 Quadratmetern, doch stetig kam mehr Raum hinzu. Otto Fangmann, der Sohn des Firmengründers, trieb die Expansion voran. Insgesamt 14 ehemals eigenständige Häuserparzellen wuchsen zu einem Komplex zusammen. Die Verkaufsfläche betrug schließlich 5400 Quadratmeter, die Front des Geschäfts zog sich von der Norderstraße bis zur Wallstraße. Wegen stagnierender Umsätze und eines hohen Investitionsstaus bei der Immobilie verkaufte Frank Fangmann schließlich vor acht Jahren den größten Teil des Gebäudes oder führte ihn einer anderen Nutzung zu.

Den hinteren Teil an der Grenze zur Wallstraße hat Frank Fuhrmann erworben. Der Auricher Investor riss einige Häuser ab und errichtete Wohn- und Bürogebäude. In der Mitte des einstigen Gebäudekomplexes zog das soziale Kaufhaus ein. Den restlichen Teil zur Norderstraße hin nutzte Frank Fangmann selbst. Auf einer Fläche von etwas mehr als 300 Quadratmetern führten seine Frau Heidi und er ein Geschäft für Dekorationsbedarf und Kleinmöbel. Der Unternehmer hatte einen ausgezeichneten Ruf als Anbieter von ausgewählten und hochwertigen Fabrikaten, vorwiegend aus deutscher Produktion. „Wir sind alle sehr bestürzt“, sagte Torsten Grapengeter. Der Geschäftsmann und Inhaber von Farben Fangmann ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Norderstraße. Die drohende Schließung des Möbelhauses empfinde er als sehr schade.

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