Hamburg Letzte Ruhe im eigenen Garten: Was Sie über die Baumbestattung wissen sollten
Eine klassische Bestattung kommt für immer weniger Menschen in Deutschland infrage. Stattdessen steigt das Angebot an individuellen Alternativen. Die Baumbestattung ist eine davon.
Auch nach dem Tod möchten viele Menschen möglichst nah bei ihren Angehörigen bleiben. Eine Bestattung im eigenen Haus oder Garten ist in Deutschland allerdings gesetzlich verboten. Die Baumbestattung – häufig auch „Tree Of Life“ (deutsch: Baum des Lebens) genannt – umgeht diese Regelung jedoch.
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Bei einer Baumbestattung gelangt die Asche des Verstorbenen über die Wurzeln eines jungen Baumes gewissermaßen in den Kreislauf des Lebens zurück. Die herangewachsene Pflanze können die Angehörigen dann an einen beliebigen Ort (beispielsweise im eigenen Garten) wieder eingraben. Daher unterscheidet sich die Baumbestattung auch von der Bestattung in einem sogenannten Friedwald.
Nachdem der Verstorbene eingeäschert wurde, wird die Asche in die Niederlande, Schweiz oder nach Tschechien in eine Baumschule überführt. Denn dort herrscht, im Gegensatz zu Deutschland, keine Bestattungspflicht. Die Organisation dafür übernimmt in der Regel ein Bestattungsunternehmen, sofern diese Baumbestattungen anbietet.
In der Baumschule angekommen, wird die Asche zusammen mit einer speziell entwickelten Vitalerde vermischt und von den Wurzeln des jungen Baumes aufgenommen. Ein Notar begleitet den Vorgang vor Ort und sichert den Ablauf rechtlich ab. Nach rund sechs Monaten ist der Baum pflanzfertig und kann den Hinterbliebenen übergeben werden. Diese können jetzt entscheiden, ob die Pflanze beispielsweise im eigenen Garten oder in einem Naturschutzgebiet weiterwachsen soll.
Bei der Vorsorge müssen Interessierte entscheiden, welcher Baum sie nach ihrem Tod werden möchten. Dafür stehen verschiedene Arten zur Auswahl, beispielsweise Eichen, Birken, Schwarzkiefern, Ahorn, Japanische Kirschen oder Ginkgos. Auch hierbei kann das Bestattungsunternehmen beratend zur Seite stehen, wenn es etwa um die Wahl des Standortes geht.
„Eine Magnolie gehört beispielsweise nicht in den Wald, da die Pflanze viel Licht benötigt“, erklärt der Bestatter Florian Krause gegenüber der „Kreiszeitung“. Außer Buche und Eiche sei auch die Felsenbirne sehr beliebt, da dieser Baum bereits im Frühjahr erblüht.
Eine Baumbestattung hat zum einen den Vorteil, dass die Hinterbliebenen für die Pflanzung des Baumes den Ort frei wählen können. Somit kann beispielsweise der eigene Garten statt des möglicherweise weit entfernten Friedhofs zum Erinnerungsort werden. Zum anderen entfallen bei der „Tree-Of-Life“-Bestattung die Grabgebühren und die Grabpflege.
Die Kosten sind dabei je nach Bestattungsunternehmen und den einzelnen Leistungen unterschiedlich. In der Regel schwanken die Preise zwischen 1500 und 3000 Euro.