Elektrolyseur am Kraftwerk geplant  Erster Wasserstoff aus Emden soll 2026 fließen

| | 12.10.2023 11:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Äußerlich unspektakulär, aber technisch anspruchsvoll: In Containern vor dem Emder Kraftwerk soll die Wasserstoff-Anlage entstehen, wie diese Computerdarstellung zeigt. Grafik: Statkraft
Äußerlich unspektakulär, aber technisch anspruchsvoll: In Containern vor dem Emder Kraftwerk soll die Wasserstoff-Anlage entstehen, wie diese Computerdarstellung zeigt. Grafik: Statkraft
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Vor allem Busse und Lkw sollen mit dem umweltfreundlichen Treibstoff fahren. Das norwegische Unternehmen Statkraft investiert 30 Millionen Euro an seinem Kraftwerkstandort. Warum dieser ideal ist.

Emden - Abnehmer sollen vor allem Lastwagen und Busse in Ostfriesland sein: Mitte 2026 will das norwegische Unternehmen Statkraft eine Anlage zur Wasserstoff-Erzeugung am seinem Emder Kraftwerksstandort im Hafen in Betrieb nehmen. Bis Anfang 2024 rechne man mit einer Genehmigung für den geplanten Zehn-Megawatt-Elektrolyseur von den Behörden, sagte Helge-Jürgen Beil, Leiter des Wasserstoffbereichs von Statkraft in Deutschland, am Mittwoch anlässlich einer Bürgerinformation in Emden. In der ersten Jahreshälfte 2024 wolle man dann die endgültige Investitionsentscheidung treffen. Investieren will Statkraft rund 30 Millionen Euro, teilte Statkraft-Sprecherin Judith Tranninger mit. Fördermittel beim Bundesverkehrsministerium seien beantragt.

Abhängig davon, wie schnell die benötigten Bauteile für den Elektrolyseur lieferbar sind, könnte mit dem Bau Ende 2024 angefangen werden. Mit einer Leistung von zehn Megawatt soll in der Pilotanlage 200 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde erzeugt werden. Abnehmer soll laut dem Unternehmen der örtliche Schwerlastverkehr, also etwa Busse oder Laster werden. Jährlich könnten mit der Menge rund 100 Lastwagen über Wasserstofftankstellen in der Region emissionsfrei betrieben werden.

Mehrere Wasserstoff-Tankstellen in Ostfriesland geplant

Wie berichtet plant das Emder Tankstellen-Kette Score mehrere Wasserstoff-Tankstellen in Emden, Aurich, Georgsheil, Norden und Nortmoor. Im Landkreis Aurich ist außerdem die Anschaffung von Wasserstoff-Bussen geplant.

Direkt neben dem Emder Kraftwerk soll der Elektrolyseur gebaut werden. Foto: Aiko Recke
Direkt neben dem Emder Kraftwerk soll der Elektrolyseur gebaut werden. Foto: Aiko Recke

Die Pläne für den Elektrolyseur am Emder Kraftwerk waren bereits im März dieses Jahres bekannt geworden, als Statkraft die Genehmigungsunterlagen für den Elektrolyseur eingereicht hatte. Mit erneuerbarer Energie hergestellter Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um Wasser bei der Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, muss sehr viel Energie eingesetzt werden. Wird dazu erneuerbare Energie genutzt, spricht man von „grünem Wasserstoff“.

Emden als Standort ideal

Emden sei für die Wasserstoff-Produktion ein günstiger Standort, sagte Statkraft-Manager Beil. Neben viel Windstrom von Land und See könne auch die Infrastruktur des vorhandenen Biomasseheizkraftwerks und der Netzanschluss genutzt werden. Sichergestellt werden müsse dagegen noch, dass Emden in den kommenden Jahren an das geplante Wasserstoffkernnetz angeschlossen werde, hieß es.

Bei dem Pilotprojekt in Emden will es Statkraft nicht belassen. Bis 2030 will das Unternehmen mindestens 250 Megawatt installierte Elektrolyse-Leistung in Deutschland betriebsbereit haben, den Großteil davon am Standort Emden.

Neben Statkraft plant auch der Oldenburger Energieversorger EWE eine Großanlage zur Wasserstoffproduktion im Borssumer Hammrich bei Emden. Für die 320-Megawatt-Anlage sollte eigentlich 2023 Baubeginn sein, 2026 soll auch sie in Betrieb gehen. Doch die Umsetzung verzögert sich, es fehlt noch die wichtige Förderzusage der Europäischen Union.

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