Fest im Dreescher Appeltuun Apfelsorten mit langem Stammbaum
Die Frucht war am Sonntag der Star in Upgant-Schott. Dort wächst auch die Sorte „Alter Edel Borsdorfer“ mit Wurzeln im 14. Jahrhundert. Der Altkreis Norden ist reich an regionalen Spezialitäten.
Upgant-Schott - Sie heißen „Gelber Richard“, „Königlicher Kurzstiel“, „Haseldorfer Prinz“ oder einfach „Herma“: Sie alle wachsen an Bäumen und sind gehören zu den 104 verschiedenen alten Apfelsorten, die am Sonntag beim ersten Apfelfest des Heimatvereins Schottjer Dreesche zu bestaunen waren.
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Stattliche 104 Sorten wurden im Altkreis Norden an verschiedenen Stellen eingesammelt, wie die Organisatoren verrieten. Viele Besucher kamen ans Ellernhus, um einen Nachmittag rund um den Apfel zu verbringen.
Mehr als 20 Leute kümmern sich um den Appeltuun
Entstanden ist die Idee des Heimatvereins, weil vor gut drei Jahren der „Dreescher Appeltuun“ von Mitgliedern des Heimatvereins übernommen wurde. Seitdem hegt und pflegt eine mittlerweile 20-köpfige Arbeitsgruppe des Vereins die rund zwei Hektar große naturbelassene Fläche an der Sikahammer Fenne.
Neben anderen Gehölzen wachsen dort zwölf alte hiesige Apfelsorten, wie Vitus Sieverding am Sonntag den Gästen erklärte. Die älteste Sorte ist der „Alte Edel Borsdorfer“. „Er lässt sich bis ins 14. Jahrhundert nachverfolgen. Ein Exemplar dieses Baumes steht am Eingang zum Appeltuun“, so Sieverding.
Ernte in diesem Jahr deutlich besser als 2022
Im vergangenen Jahr sollte eigentlich schon ein Apfelfest stattfinden, aber die Natur war nicht spendabel und die Apfelernte brachte keinen Ertrag. Ganz anders in diesem Jahr: Gleich mehrere Zentner konnten die Schottjer von der Streuobstwiese auflesen oder von den Bäumen pflücken.
Was man so alles mit den Äpfeln anfangen kann, konnten die Gäste am Ellernhus sehen und probieren. Zerkleinert und zu Most gepresst, werden die heimischen Früchte zu einer herrlichen und vitaminreichen Erfrischung. Als Marmelade Gelee und Apfelmus kommen sie aufs Frühstücksbrötchen oder auf den Kuchen. Zum Knabbern werden sie geröstet zu Apfelchips und als ganze Frucht sind sie lange lagerfähig, wenn man sie richtig behandelt, zeigte die Arbeitsgruppe des Heimatvereins.
Nach dem Apfel ist vor der Quitte
Auch im Backofen machen die Äpfel eine gute Figur und lassen sich in ganz unterschiedlichen Rezepten verwenden. Im Ellernhus probierten die Besucher das Resultat – verschiedene Sorten Apfelkuchen – bei einer Tasse Kaffee.
Wer mochte, durfte sich aus den Erntekisten bedienen und eine Tüte voll mit nach Hause nehmen. Dieses Gesamtbild rund um den Apfel kam gut an: „Ein gelungenes erstes Apfelfest“, konstatierten etliche Gäste dem Heimatverein.
Doch damit endet die Obstsaison noch nicht. Für die Arbeitsgruppe geht es jetzt mit der Quittenernte weiter.
Die nächste Veranstaltung des Heimatvereins ist schon am Freitag, kündigte Anita Freese an. Beim gemütlichen Heimatabend, zu dem alle eingeladen sind, liest die Leezdorfer Autorin Else Bontjes. Los geht’s um 19.30 Uhr im Ellernhus.