Nach erneutem Förderbescheid  Norden sahnt Millionen vom Bund ab

| | 09.10.2023 12:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Norder Stadtbibliothek braucht mehr Platz. Dank Fördermitteln vom Bund soll nun der geplante Anbau umgesetzt werden. Foto: Rebecca Kresse
Die Norder Stadtbibliothek braucht mehr Platz. Dank Fördermitteln vom Bund soll nun der geplante Anbau umgesetzt werden. Foto: Rebecca Kresse
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Innerhalb von drei Jahren hat die Stadt Norden rund sieben Millionen Euro aus Berlin bekommen. Diese fließen in mehrere Projekte. Vor allem ein Mann hat sich dafür eingesetzt.

Norden - Norden kann sich nicht beschweren: Rund sieben Millionen Euro Fördergelder hat der Bund in den vergangenen drei Jahren in die ostfriesische Kleinstadt geschickt. Zuletzt hatte der Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff (SPD) in der vergangenen Woche verkündet, dass 2,8 Millionen für den Anbau der Norder Stadtbibliothek genehmigt worden sind. Bürgermeister Florian Eiben (SPD) freut sich über den Geldsegen, wie er unserer Zeitung sagte. Der komme aber auch nicht von ungefähr.

„Ohne Johann Saathoff wäre das nicht gegangen“, lobte Eiben seinen Parteifreund. Sie beide hätten stetig für das Projekt geworben. „Auch für Johann Saathoff ist die Stadtbibliothek ein Herzensprojekt“, so Eiben. Dabei betonte er: Es ist nicht selbstverständlich, dass so große Summen aus Berlin nach Norden kommen. Denn auch die 1,5 Millionen Euro für den Ausbau der Gedenkstätte Tidofeld, die der Bund im vergangenen Jahr zugesagt hat, kommen aus dem gleichen Fördertopf des Bundesprogramms „Kultur-Invest“ , wie die Millionen für die Stadtbibliothek. „Deswegen war es für Johann Saathoff in Berlin nicht ganz einfach zu verkaufen, zwei Jahre hintereinander so große Summen nach Norden zu geben“, sagte Eiben. Deswegen habe die Stadt viel „über Bande gespielt“, auch mit den Mitarbeitern zusammen. „Dass das so funktioniert hat, darüber habe ich mich richtig gefreut“, sagte Eiben. Wichtigste Voraussetzung dafür laut dem Bürgermeister: Man muss zusammen an einem Strang ziehen und gemeinsam die Projekte nach vorne bringen.

Auftrag muss europaweit ausgeschrieben werden

Insgesamt werden für den Um- und Anbau der Stadtbibliothek fast sechs Millionen in die Hand genommen. Wegen dieser Summe muss das Projekt aber europaweit ausgeschrieben werden, was das Verfahren etwas verlängern wird. Aufgrund der Förderrichtlinien muss das Projekt aber 2024/25 umgesetzt werden. Eiben rechnet damit, dass die neue Stadtbibliothek bis Ende 2025/Anfang 2026 fertig sein wird.

„Jetzt können wir auch an die Planungsleistungen gehen. Es wird viel Arbeit“, so Eiben. Das Gute sei, dass die Gegenfinanzierung im Haushalt mit drinstehe. Denn es ist über Verpflichtungsermächtigungen abgesichert. Das heißt, selbst bei schlechteren Zeiten ist die Gegenfinanzierung gesichert, sodass das Projekt auch wirklich umgesetzt werden kann. „Für uns kommt das alles in einer guten Zeit. Deshalb war es wichtig, dass der Rat mitgespielt hat und die Gelder im Haushalt über Verpflichtungsermächtigungen abgesichert hat“, betonte Eiben. Wir haben im Haushalt 2023 an Verpflichtungsermächtigungen für die nächsten Jahre 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das sei gerade in einer Zeit, in der die Bauwirtschaft kriselt, wo es wirtschaftlich schwierig ist, gut. So könne die Kommune mit den Bauprojekten die Wirtschaft vor Ort massiv stärken.

Fürs Freibad gibt es 2,4 Millionen, 1,5 Millionen für Gedenkstätte Tidofeld

Und das nicht nur beim Bau der Stadtbibliothek. Insgesamt 2,4 Millionen Euro hat der Bund für den Neubau des Freibades in Norddeich zugesagt. Das Geld stammt aus der Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Kultur und Sport. Auch dabei hatte Johann Saathoff seine Hände mit im Spiel und gemeinsam mit den Verantwortlichen für das Norder Projekt in Berlin geworben. Genauso im vergangenen Jahr, als sich Saathoff für den Ausbau der Gedenkstätte Tidofeld eingesetzt hat. Rund drei Millionen Euro kostet es, die deutschlandweit erste Dauerausstellung zur Schicksals- und Integrationsgeschichte der vietnamesischen Boatpeople zu präsentieren – 1,5 Millionen Euro gibt der Bund dazu, weitere Millionen kommen vom Land und Kirche.

„Ich glaube, Förderbescheide in der Höhe sind selten für Norden. Wenn man das so sieht, welche Gelder von Berlin in die Stadt fließen, ist das schon enorm“, sagte Florian Eiben. Er freue sich über die neuerliche Zusage für den Umbau der Stadtbibliothek vor allem, weil es ein „schöner neuer Zukunftsraum“ werde. Das gebe allen Generationen und allen Menschen in der Stadt Aufwind, dass da etwas „richtig Tolles“ auf den Weg gebracht werde. Er selbst hätte bei seinem Amtsantritt nicht damit gerechnet, dass die Stadt Norden auch noch eine neue Bibliothek bekommt, sagte Eiben.

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