Tourismus  Ihlow setzt auf Wohnmobile

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 06.10.2023 18:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hinter der letzten Einfahrt zum Parkplatz am Bürgerhaus sollen Wohnmobilstellplätze gebaut werden. Foto: Romuald Banik
Hinter der letzten Einfahrt zum Parkplatz am Bürgerhaus sollen Wohnmobilstellplätze gebaut werden. Foto: Romuald Banik
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Zwei Jahre wurde diskutiert, nun soll es losgehen. Am Ihler Meer wird ein neuer Wohnmobilstellplatz entstehen, der jedoch geringere Kapazitäten hat als zunächst geplant.

Ihlow - In Eigenregie wird die Gemeinde Ihlow ihren neuen Wohnmobilstellplatz bauen und zunächst auch betreiben. In zwei Bauabschnitten sollen neben dem Parkplatz am Ihlower Bürgerhaus bis zu 26 Stellplätze für Wohnmobile entstehen. Bei zwei Enthaltungen sprach sich am Donnerstag der Wirtschaftsausschuss der Gemeinde dafür aus. Nun muss nur noch der Verwaltungsausschuss grünes Licht geben, damit mit dem Projekt begonnen werden kann.

Selbst bauen will die Gemeinde, weil dann laut Bürgermeister Arno Ulrichs bessere Fördermöglichkeiten gegeben sind. Ob die Gemeinde auch dauerhaft als Betreiber in Frage kommt, müsse abgewartet werden. „Ich bin froh, dass wir jetzt ein Ergebnis haben, auf dem wir aufbauen und die Dinge vorantreiben können.“ Schließlich hänge das Projekt schon mehr als zwei Jahre irgendwo in der Pipeline, so Ulrichs auf ON-Anfrage. Es seien in der Zeit immer wieder neue Ideen aufgekommen. Nun aber gebe es eine politisch abgesicherte Empfehlung.

Mehr Plätze für wirtschaftlichen Betrieb

Gebaut werden soll zunächst nur der erste Bauabschnitt mit insgesamt 19 Stellplätzen. Das wird rund 400.000 Euro kosten. Der zweite Bauabschnitt, der bei Bedarf unkompliziert an den ersten angefügt werden könnte, würde laut Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung rund 100.000 Euro kosten.

Im vorigen Jahr wurde viel investiert rund um das Ihler Meer. Unter anderem mit Mitteln des Förderprogramms „Perspektive Innenstadt“ wurde der Spielplatz neu angelegt. Auch die übrigen Bereiche rund um das Gewässer wurden neu gestaltet. Der neue Wohnmobilplatz in Ihlowerfehn passt daher gut ins neue Bild des Ihler Meeres.

Bereits seit Jahren wird über die neuen Stellplätze diskutiert. Sollten es zunächst nur 20 werden, so plante die Verwaltung noch im Frühjahr mit 35 Wohnmobilen, die in der Nähe des Bürgerhauses Platz finden sollten. Denn nur mit einer größeren Anzahl an Stellplätzen, so die Annahme damals, ließe sich der Platz am Ende auch wirtschaftlich betreiben. Schon im Vorfeld hatte die Politik die Rahmenbedingungen abgesteckt. Zur Ausstattung wurde beschlossen, Stromanschlüsse in jedem Falle bereit zu stellen und auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten für Wasser und Fäkalien. Daher wird die erst wenige Jahre alte Sani-Station mit Möglichkeit zur Versorgung mit Frischwasser und zur Entsorgung von Chemietoiletten-Abwasser auf den neuen Platz versetzt. Das gilt auch für die vorhandene Elektroversorgungssäule. Diese Elemente können laut der Vorlage durch den Hersteller auch auf digitale Abrechnung umgerüstet werden.

Ihlow rechnet mit jährlichem Gewinn

Denn die Berechnung der Standpreise soll auf dem Ihlower Wohnmobilstellplatz über eine App auf dem Smartphone der Nutzer erfolgen. Damit entfallen die Kosten für ein Bezahlterminal und weitere Hardware für das Personal vor Ort.

Der geplante Wohnmobilstellplatz könnte eines der wenigen touristischen Projekte sein, mit denen eine Kommune Geld verdienen kann. Die Gemeinde Ihlow rechnet jedenfalls damit, dass jeder der zunächst 19 Stellplätze pro Jahr einen Überschuss von gut 1200 Euro erwirtschaften wird. Der gesamte Platz versorgt die Gemeindekasse demnach mit einem Plus von gut 23.000 Euro jährlich.

Eine Summe, die sich unter Umständen mit dem zweiten Bauabschnitt noch steigern lässt. Denn dann könnten auch tiefere Stellplätze für längere Wohnmobile angeboten werden, die dann unter Umständen einen höheren Preis zahlen müssten.

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