Hamburg Polizeieinsätze in Flüchtlingsunterkünften: So häufig fuhren Streifenwagen vor
In den Flüchtlingsheimen des Landes Niedersachsen leben rund 10.000 Asylbewerber. Sind die Einrichtungen in Hesepe, Osnabrück oder Hannover Kriminalitätsschwerpunkte? Das sagen Polizeistatistik und Behörden-Chef Klaus Dierker.
Die Polizei in Niedersachsen hat in den ersten sieben Monaten dieses Jahres insgesamt 632 Einsätze in Flüchtlingsunterkünften des Landes Niedersachsen verzeichnet. Das geht aus einer Übersicht hervor, die das Innenministerium in Hannover auf Anfrage der AfD veröffentlicht hat.
Demnach schaute die Polizei zwischen dem 1. Januar und dem 31. Juli besonders häufig in den zu Flüchtlingsunterkünften umfunktionierten Messehallen in Hannover vorbei: Mehr als 170 Einsätze weist die Statistik aus.
Es folgen Oerbke und Braunschweig mit mehr als 130 beziehungsweise 120 Einsätzen. In Bramsche-Hesepe waren es 50, in Osnabrück 20. Zur Einordnung: Allein in Bramsche-Hesepe im Landkreis Osnabrück sind derzeit 2000 Menschen untergebracht.
Klaus Dierker, Präsident der Landesaufnahmebehörde, sagte zu den Zahlen: „Wenn man das in Relation setzt zum Gesamtaufkommen von Straftaten oder Polizeieinsätzen in Niedersachsen, ist das nicht besonders bemerkenswert.” Er verwies zudem darauf, genau hinzuschauen, was Auslöser für den jeweiligen Einsatz gewesen ist: „Es geht in der Regel nicht um schwerste Kriminalität. Es geht um Diebstahl, Beleidigung und so weiter. Da, wo Menschen zusammenkommen, passieren Straftaten. Das ist in unseren Standorten nicht anders.”
Die Delikte hätten in der Regel keine Auswirkungen auf die Nachbarschaft, da sie sich innerhalb der Landeseinrichtungen abspielten. Dierker sagte: „So eine Einrichtung ist keine Reihenendhaus-Siedlung. Es leben Hunderte Menschen auf engstem Raum zusammen. Angesichts der Umstände muss man eher sagen: Respekt davor, wie hoch die Disziplin der Menschen ist, die bei uns untergekommen sind.”
Niedersachsen sucht derzeit händeringend nach weiteren Standorten für landeseigene Flüchtlingsunterkünfte. Mehr als 1000 Asylbewerber müssen derzeit pro Woche untergebracht werden. Die bestehenden Standorte kommen dadurch an ihre Grenzen.
Übrigens: Was am Ende aus den Polizeieinsätzen wurde, ob es beispielsweise zu einem Gerichtsverfahren kam, lässt das Land in der Antwort an die AfD offen. Das Ministerium verweist auf den hohen Aufwand bei einer entsprechenden Ermittlung der Sachverhalte.
Keine Angaben kann das Land zudem machen zu den Hunderten Flüchtlingsunterkünften der Kommunen. Die Unterkünfte der Landesaufnahmebehörde sind nur erste Anlaufstelle. Von hier aus werden die Menschen weiter im Land verteilt.
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