Dorferneuerung Kinder entern neuen Marienhafer Abenteuerspielplatz
Zahlreiche Interessierte kamen zur Eröffnung des neuen Abenteuerspielplatzes in Marienhafe. Dort bekamen sie einiges zusätzlich geboten.
Marienhafe - Geduldig warteten viele Kinder am Sonnabend in Marienhafe vor einem Absperrband, das ihnen da noch den Weg zu den Spielgeräten auf dem neuen Abenteuerspielplatz versperrte. Vor dem ersten „Entern“ des großen Piratenschiffes, standen nur noch zwei kurze Eröffnungsreden. Als Marienhafes Bürgermeister Johann Tjaden das rot-gelbe Band schließlich entfernte, gab es kein Halten mehr.
Als erstes erstürmten die Kinder das riesige, hölzerne Piratenschiff über Luken und Strickleitern. „Ist das hoch, riesig groß und super“, war von Bord zu hören. Zu den ersten, die die Kogge erklommen, gehörte auch der Auricher Landtagsabgeordnete Wiard Siebels (SPD).
Gleich nebenan nahmen andere Kinder ein Dorf mit kleinen Hütten und eine Hängematte in Beschlag. Weiter oben auf dem stufenförmig angelegten Platz drehten die ersten ein paar runden in einem kleinen Karussell, hüpften auf einem in den Boden eingelassenen Trampolin und hangelten sich durch einen kleinen Seil-Klettergarten. Dazwischen zahlreiche Eltern und Großeltern, die sich ein Bild von der 1400 Quadratmeter großen Spiellandschaft auf dem Grundstück „Am Markt 13“ machten.
Aktionen statt Ehrenbogen
Die Nachbarn, Sport Schoolmann und „Störtebekers Teestube“ verzichteten auf einen traditionellen Ehrenbogen zum Einzug. Stattdessen boten sie Spiele für die Kinder auf der gesperrten Straße an: Ein Clown, der riesige Seifenblasen in den Himmel schickte, begeisterte nicht nur die Kleinen. Vor den neuen Liegen auf der Freifläche zwischen den Häuser Weerts und Dieker gab es heiße Waffeln und Eis von Mitgliedern der TuRa-Marienhafe-Handballabteilung.
Rund eine halbe Million Euro habe der neue Spiel- und Erlebnispunkt am Ende gekostet und sei zu 90 Prozent aus Mitteln der Dorferneuerung gefördert worden, verkündete Marienhafes Bürgermeisters Johann Tjaden (SPD). „Diese neue Attraktion für Kinder ist etwas Besonderes und hat viele Eltern“, betonte er in seiner Rede. Viele Ideen habe es gegeben, das lange brach liegende Grundstück „Am Markt 13“ mit Leben zu füllen, erinnerte Tjaden. Ein Ärztehaus, Wohnungen und ein kleiner Hafen mit Anbindung an Störtebekertief seien diskutiert worden.
Einstimmiger politischer Beschluss
Als Teil des Dorfentwicklungsplanes Dorfregion Brookmerland entstand schließlich in einer Arbeitsgruppe unter Federführung des Emder Planungsbüros Sell-Greiser die Idee eines Abenteuerspielplatzes. Der Marienhafer Rat hat das Konzept einstimmig verabschiedet, wie Tjaden betonte. Deutlich wurde das auch am Sonnabend durch die Anwesenheit von Ratsmitgliedern aller Fraktionen. Umgesetzt wurde der Projektplan in den vergangenen Wochen von Mitarbeitern einer Garten- und Landschaftsbaufirma aus Westerstede. Tjaden dankte allen Beteiligten.
Wiard Siebels erinnerte sich in seinem kurzen Grußwort an seine eigene Kindheit. In Marienhafe habe er mit Freunden Papierschiffchen auf dem alten Brunnen vor dem Haus Dieker in See stechen lassen, berichtete Siebels. „Die Zeiten haben sich geändert. Heute muss es schon so ein toller Abenteuerspielplatz sein“, stellte der Politiker fest. Ein Platz, der in weitem Umkreis seinesgleichen sucht, lobte er das Projekt. Angenommen und für gut befunden hatten am Ende des Eröffnungstages auch die vielen Kinder und Erwachsenen den neuen Spielplatz.