Fußball-Bezirksliga Zwei Jokertore brachten Großefehn den Sieg
Erst in der Schlussphase stellte der SV Großefehn den 4:1-Sieg gegen Norden sicher – das lag auch an einem glücklichen Wechsel.
Großefehn - Zu einer ungewohnten Uhrzeit empfing der SV Großefehn am Sonnabend den FC Norden im Mühlenstadion. Viele der Zuschauer hatten diesen neuen Spielbeginn noch nicht ganz verinnerlicht, denn zum Anstoß der Partie war das Stadion nur mäßig gefüllt. Erst nach und nach füllte sich das Rund. Doch die Zuschauer mussten ihr Kommen nicht bereuen. Großefehn gewann mit 4:1 gegen Norden und festigte seinen Platz in der Bezirksliga-Spitzengruppe.
Doch wie zuletzt war das Spiel der Fehntjer großen Schwankungen ausgesetzt. In den ersten 30 Minuten war die Heimmannschaft absolut spielbestimmend. Die Partie war gerade erst fünf Minuten alt, da stand es auch schon 1:0. Der agile Jan-Hauke Booms flankte von der linken Außenlinie in den Strafraum, Lennard Martens legte mit einem Kopfball den Ball in den Lauf von Tom Böhling, der aus fünf Metern keine Mühe hatte den Ball am Gästetorwart vorbeizuschieben.
Was danach folgte war ein Spiel auf ein Tor, aber auch ein Chancenwucher, der Trainer Bi Le Tran die Haare ergrauen ließ. Allein bis zu 35. Minute hatte seine Mannschaft sechs hochkarätige Tormöglichkeiten teilweise kläglich vergeben. Immer wieder war es Booms, der seine Nebenleute in gute Abschlusssituationen brachte. Aber weder Holger Wulff oder Lennard Martens und vor allem Kay Gerdes waren nicht in der Lage, den Ball zu versenken. Bei der größten Chance von Gerdes in der 34. Minute, der einen Direktabnahme über Tor schoss, schüttelte dann auch der gesamte Fanclub ungläubig den Kopf. „Den hätte ich noch rein gemacht“, war aus ihren Reihen zu hören.
Gäste plötzlich zurück im Spiel
Die Gäste aus Norden fanden in dieser Zeit überhaupt nicht statt. Kein konstruktiver Spielaufbau, erhebliche technische Mängel ließen Schlimmes erahnen. Doch es kam wieder einmal völlig anders. Sechs Minuten vor dem Halbzeitpfiff musste Sven Adam seine Mannschaft vor dem Ausgleich retten. Nach einem Freistoß von Daniel Horn kam Johannes Fischbach im Fünfmeter-Raum an den Ball. Seinen Schlenzer über Torwart Timo Kuhlmann konnte Adam noch von der Torlinie kratzen. In der 42. Minute fiel dann doch der überraschende Ausgleich. Michel Boris Boateng eroberte sich in der gegnerischen Hälfte den Ball und schickte Hilko Ahrends auf die Reise. Gegen seinen strammen Flachschuss ins lange Toreck war Kuhlmann absolut machtlos.
Die Gäste schien der Ausgleich zu beflügeln. In der 48. Minuten spielte Horn Fischbach im Strafraum frei. Statt selbst zu vollenden, legte dieser den Ball noch einmal quer auf Fidija Perquku. Glück für die Fehntjer, dass der Linienrichter die Fahne gehoben hatte und der Treffer aufgrund einer Abseitsstellung nicht zählte. Nur vier Minuten später hämmerte der eingewechselte Janek Freudenberg einen Rückpass von Ralf Aden an den Querbalken. Und wiederum nur kurze Zeit später wurde erneut Fischbach im Strafraum freigespielt. Statt zu schießen, umspielte er Kuhlmann, wurde dabei jedoch zu weit vom Tor abgedrängt und die Chance verpuffte.
Danach verflachte die Begegnung. SVG-Trainer Le Tran versuchte durch Einwechslungen und Umstellungen seiner Mannschaft zu helfen. Es dauert aber bis zur 79. Minute, bis dies Früchte trug. Böhling konnte Freudeberg im Strafraum freispielen und den Ball zur 2:1-Führung am Gästekeeper vorschieben. Danach hatte Großefehn leichtes Spiel. Die ersatzgeschwächten Gäste hatten nichts mehr entgegenzusetzen und so fielen in der 83. und 85. Minute zwei weitere Tore.
Le Tran sprach nach dem Spiel von einem verdienten Sieg. „Wir machen uns das Leben immer wieder selbst schwer. Nach guten Minuten geben wir das Spielgeschehen ab und verlieren unsere Linie. Daran müssen wir arbeiten. Wir haben ja nach der Halbzeit Glück, dass wir nicht zurückliegen. Der Treffer zum 2:1 war dann der Dosenöffner und wir konnten die restlichen Tore erzielen.“