Berlin Ausbildung für Imame in Deutschland: Ein richtiger Schritt!
Eine staatliche Imam-Ausblidung in Deutschland kann die Integration von Muslimen verbessern. Nun habe die Absolventen des ersten Jahrgangs in Osnabrück ihre Zeugnisse erhalten. Worauf es jetzt ankommt.
In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Muslime, es gibt schätzungsweise 2.800 Moscheen. Für viele Muslime – die genaue Zahl ist nicht überliefert – dürften die Gebetshäuser eine wichtige Rolle im Alltag spielen, genauso wie Kirchen und Synagogen für Menschen mit christlichen oder jüdischem Glauben.
Dass es seit zwei Jahren eine staatliche Imamausblidung in Deutschland gibt, ist richtig. Sie kann zu einer verbesserten Integration von Muslimen beitragen. Die Imame müssen Deutsch sprechen und auf Deutsch predigen. Das Ziel der Ausbildung: Die Imame sollen so nah wie möglich an der Lebensrealität der Muslime hierzulande predigen. Oft wird bemängelt, dass das nicht der Fall sei.
Die türkische Religionsgemeinschaft Ditib, der größte islamische Verband, schickt seine Imame aus der Türkei. Sie bleiben für fünf Jahre in Deutschland, sprechen oft kein Deutsch, kennen die Kultur und Politik nicht. Oft haben sie selbst Schwierigkeiten bei der Integration und keinen Zugang zur außermuslimischen Gesellschaft.
Zumal die Ditib-Imame als Beamte vom türkischen Staat bezahlt werden. Kritiker wie der Islamismus-Experte Ahmad Mansour werfen Ditib vor, nicht unabhängig agieren zu können und Interessen des autokratischen Erdogan-Regimes zu verbreiten.
Die am Islamkolleg Deutschland in Osnabrück ausgebildeten Imame sollen ihre Predigten „frei von politischen Einflüssen aus dem In- und Ausland“ halten. Am Samstag haben die Absolventen des ersten Jahrgangs ihre Zeugnisse erhalten. Nun kommt es darauf an, dass alle von ihnen eine Stelle finden.