Gefahr in Aurich  Jäger warnen vor mehr Wildwechsel in der dunklen Jahreszeit

Marian Bornemann
|
Von Marian Bornemann
| 30.09.2023 07:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein junges Reh steht am Rand einer Landstraße, während ein Auto vorbeifährt. Foto: Patrick Pleul/DPA
Ein junges Reh steht am Rand einer Landstraße, während ein Auto vorbeifährt. Foto: Patrick Pleul/DPA
Artikel teilen:

Warum man nun häufiger Wildtiere auf der Straße sieht und wie man sich im Falle eines Unfalls verhalten soll.

Aurich - Autofahrer könnten in nächster Zeit häufiger mit Wildwechsel konfrontiert sein. Das geht aus einer Mitteilung der Jägerschaft Aurich hervor. Typisch für die Jahreszeit setzt die Dämmerung nun früher ein. Genau in dieser Tageszeit wechselt das Wild, darunter Rehwild und Damwild, seine Aufenthaltsorte. Dabei kann es häufig zu gefährlichen Situationen kommen, sodass Autofahrer deutlich vorsichtiger fahren sollten, empfehlen die Jäger.

„Ein Reh kommt selten alleine“, sagt der Vorsitzende der Auricher Jägerschaft Gernold Lengert. Entweder sei es eine Ricke mit ihren nachfolgenden Kitzen oder eine größere Gruppe. Wenn also ein Reh oder ein Damhirsch über die Straße geht, könnten weitere folgen. Autofahrer sollten die Geschwindigkeit dann möglichst verringern. Obwohl nicht immer ein Personenschaden eintrete, seien die Sachschäden am Fahrzeug erheblich.

So sollte man sich nach einem Wildunfall verhalten

Nicht immer sterben die Tiere bei Unfällen direkt. Deswegen sollte auch das Tierleid verhindert werden. Nach einem Zusammenstoß mit einem Wildtier sollte immer die Polizei angerufen werden. Diese verständigt dann umgehend den zuständigen Jagdpächter. Der kümmert sich um die Bergung des Tieres und die notwendige Bescheinigung des Unfalls für etwaigen Versicherungsschutz.

Besorgt blickten die Jäger auch auf die bald beginnende Maisernte. Insbesondere Rehe und Damhirsche verlören innerhalb weniger Stunden ihre bisherigen Aufenthaltsorte. Der Wald aus Mais sei plötzlich verschwunden und das löse bei den Tieren ein Fluchtverhalten aus. „Besonders dann rennen sie in Panik über die Straßen“, so die Jäger. Das bedeutet, dass ein Autofahrer, der Fahrzeuge zur Maisernte auf der Straße oder auf dem Land sieht, unbedingt aufmerksam sein und sein Fahrverhalten ändern sollte.

Appell an Landwirte und Lohnunternehmer

Jederzeit könne Wild über die Straße wechseln. Auch wenn es nur kleine Wildarten wie Hase oder Fasane sind, sollte ein Zusammenstoß schon aus Tierschutzgründen verhindert werden.

Darüber hinaus richtet die Jägerschaft einen Appell an die Landwirte und Lohnunternehmen, die den Mais ernten. In starker Dämmerung und Dunkelheit sollte die Ernte nicht fortgeführt werden. Das fehlende Tageslicht lasse die Tiere unkontrollierter reagieren und eine Flucht über naheliegende Straßen sei wahrscheinlich. Besonders betroffen macht es Lengert, wenn das Wild durch Häcksler zu Tode kommt. Die Tiere würden irrtümlich zu den Lichtern flüchten und gerieten dann in die Maschinen. Die Überreste der Tiere würden dann in der Ernte landen. Wo der Mais in Silos als Futter für Rinder gewonnen werde, versuche man, das zu verhindern. Dort, wo der gehäckselte Mais in der Biogasanlagen lande, sei das von geringerer Bedeutung. Trotzdem bittet die Jägerschaft darum, sorgsam mit dem Tierwohl umzugehen.

Ähnliche Artikel