Restaurant in Ihlowerfehn  „Matheo“ schließt – wieder Pächterwechsel am Ihler Meer

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 25.09.2023 19:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine große Terrasse, direkt am Ihler Meer gelegen – die Gastronomie im Bürgerhaus hat Potenzial. Foto: Romuald Banik
Eine große Terrasse, direkt am Ihler Meer gelegen – die Gastronomie im Bürgerhaus hat Potenzial. Foto: Romuald Banik
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Ende Dezember läuft der Pachtvertrag des „Matheo“ am Ihler Meer aus. Die Gemeinde Ihlow sucht einen neuen Pächter – die Aussichten sind nicht schlecht.

Ihlow - Das hat nicht lange gedauert – wieder einmal. Die Gastronomie im Bürgerhaus steht erneut vor einem Pächterwechsel. Seit zwei Tagen sucht die Entwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft Ihlow (Edi) als Eigentümerin des Bürgerhauses zum 1. Januar einen neuen Pächter für die Gastronomie. Auf Instagram wurde eine Anzeige geschaltet, und auch auf der Homepage der Gemeinde Ihlow findet sich eine ausführliche Beschreibung des Objektes.

Mindestens sechs verschiedene Pächter hat das Lokal, das früher unter anderem „Strandfloh“ und „Straubs Bürgerstuben“ hieß, seit 2007 bereits gehabt. Manche hielten etwas länger durch, manche waren schon nach 18 Monaten wieder weg.

Rückzug aus familiären Gründen

Im Juni 2021 eröffneten Markus und Christiane Kruse das „Matheo am Ihler Meer“. Schon zwei Jahre vorher hatten die beiden gegenüber vom Ihlower Rathaus ein Eiscafé eröffnet. Das sei mittlerweile geschlossen, so Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs im ON-Gespräch. Der Pachtvertrag für die Gastronomie im Bürgerhaus sei auf Wunsch des Ehepaars Kruse nicht verlängert worden.

Familiäre Gründe nennt Markus Kruse im ON-Gespräch für die Entscheidung, aus dem Pachtvertrag auszusteigen. Der wahre Hintergrund ist aber der generelle Personalmangel, unter dem die Gastronomie seit der Corona-Pandemie leidet. Und dieser Mangel hat Auswirkungen auf die Familie, so Kruse, der mit seiner Frau auch das „Subway“ in Aurich betreibt. Immer wieder müssten sie kurzfristig Ausflüge oder Unternehmungen mit ihren beiden sieben- und neunjährigen Kindern absagen, weil sie im Restaurant arbeiten müssten. Mitarbeiter würden kurzfristig Schichten absagen. Und Christiane und Markus Kruse müssen dann einspringen. Eine Situation, die beide nun nicht mehr wollten.

Gemeinde hat viel in Areal investiert

Bis Ende Dezember wird die Gaststätte neben dem Bürgerhaus in Ihlowerfehn noch geöffnet sein. Alle bereits gebuchten Veranstaltungen, Events, Buffets und Feiern werden wie geplant stattfinden, betont Markus Kruse. Es sei auch noch möglich, Geburtstage, Familien- oder Firmenevents und Weihnachtsfeiern im „Matheo“ zu veranstalten – aber eben nur bis Ende Dezember.

Die Edi als Eigentümerin der Gastronomie wie auch des benachbarten Bürgerhauses sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen neuen Pächter. Arno Ulrichs ist zuversichtlich, dass das gelingt. „Wir haben das Areal ja grade erst gehörig aufgewertet.“ Rund 500.000 Euro seien investiert worden, um den Strandbereich samt Spielplatz sowie den Hundestrand zu erneuern. Auch die Wohnmobilstellplätze neben dem Bürgerhaus seien gut gebucht. „Der gesamte Bereich hat eine große Anziehungskraft.“ Dafür allerdings benötige man auch eine Gastronomie vor Ort. Das sehe man am Beispiel der Klosterstätte im Ihlower Forst. Die hohen Besucherzahlen dort seien auch dem Klostercafé zu verdanken.

Mitarbeiter hat Interesse am „Matheo“

Interessant für einen Pächter dürfte laut Ulrichs sein, dass mit dem benachbarten Gästehaus ein Grundbetrieb gesichert sei. Und auch die Bewirtschaftung des Bürgerhauses mit dem großen Saal könne sich lohnen. Denn immer mehr gastronomische Betriebe mit Saalbetrieb würden schließen. „Da wird das Bürgerhaus interessanter für Feste und Familienfeiern.“

Laut Markus Kruse könnte der Weiterbetrieb des „Matheo“ in Ihlowerfehn vielleicht schon gesichert sein. Denn ein Mitarbeiter habe Interesse, den Pachtvertrag zu übernehmen. Es liefen bereits Gespräche mit der Gemeinde. Er würde dann auch gerne unterstützen. „Dann wären wir die Aushilfen beim Kellnern und Bierzapfen.“ Das wäre auf jeden Fall familienfreundlicher. Auch eine Wiedereröffnung des Eiscafés gegenüber dem Ihlower Rathaus schließt Kruse nicht aus. In diesem Jahr seien die Wetterprognosen einfach zu schlecht gewesen. Aber das könne sich im nächsten Jahr ja ändern.

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