Für kürzere Wege Kurbelfähre zwischen Ihlow und Moormerland soll kommen
Seit mehr als 30 Jahren wird über eine Kurbelfähre über das Fehntjer Tief zwischen den Gemeinden Ihlow und Moormerland gesprochen. Nun gab es einen bedeutenden Schritt.
Ihlowerfehn - Was lange währt, soll endlich gut werden: Seit mehr als 30 Jahren wird versucht, die beiden durch das Fehntjer Tief getrennten Gemeinden Moormerland und Ihlow mit einer Kurbelfähre zu verbinden. Nunmehr verkündete überraschend Annette Lang kürzlich während einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Tourismus im Ihlower Rathaus, dass ein erster bedeutender Schritt für die Wegeverbindung zwischen den Gemeinden Ihlow und Moormerland über das Fehntjer Tief gemacht worden sei.
Ein Umweg über Westgroßefehn und Timmel oder Oldersum in beide Gemeinden ist zeitaufwendig und kräftezehrend, gerade auch für ältere Menschen, die mit einem Fahrrad oder E-Bike unterwegs sind. Die Kurbelfähre habe eine hohe Bedeutung für den Fahrradtourismus, sie sei eine attraktive und historische Verbindung zwischen Ihlow und Moormerland, sagte vor einigen Jahren während einer spontanen Demonstration in Ippenwarf der damalige Ortsbürgermeister und heutige Ihlower Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos).
Schon im 17. Jahrhundert wurde ein Pünte genutzt
Ulrichs verwies seinerzeit auf Dokumente, aus denen hervorgehe, dass schon im 17. Jahrhundert überwiegend Arbeiter aus Simonswolde die dort befindliche Pünte nutzten, um ihrer Tätigkeit in den Ziegeleien in Tergast nachzugehen. Immer wieder war die Querung Thema in den Ortsräten, Gemeinderäten, der Verwaltung und insbesondere Bevölkerung. Es gab gute Absichten und auch Verträge, doch letztlich ging es kaum voran, wohl wissend, dass eine Kurbelfähre eine große Erleichterung bringen wird.
Als zuständige Fachbereichsleiterin für Gemeindeentwicklung, Klima- und Umweltschutz, Energie der Gemeinde Ihlow war es Annette Lang vorbehalten, den wasserrechtlichen Bauantrag für die vorgesehene Kurbelfähre in der vergangenen Woche bei der unteren Wasserschutzbehörde des Landkreises Aurich einzureichen, berichtete sie mit großer Freude. Sie hatte sich schon seit Jahren immer wieder mit dem Thema befasst.
Kurbelfähre zwischen Ippenwarf und Imkehörn
„Bisher gab es keinen Antrag. Wir hoffen jetzt nach so langer Zeit auf die Genehmigung. Die Planung ist auch schon fertig, die macht für uns das NLWKN, wobei federführend die Gemeinde Moormerland ist. Die Kollegen dort haben noch viel mehr Arbeit als wir in dem Projekt stecken“, berichtet die Annette Lang über das gemeinsame vereinbarte Verfahren der beiden Landkreise und Gemeinden.
Die Kurbelfähre soll ihren Platz finden in den Meeden am Ippenwarf (Ihlow) auf der nördlichen Seite und Imkehörn (Moormerland) gegenüber.
Wie wertvoll solch eine Wegeverbindung sein kann, zeigt seit Jahren die Radveranstaltung „Van Dörp to Dörp“ auf, wenn Mitglieder des Yacht-Clubs Unterems-Oldersum eine Überquerung des Fehnter Tiefs in Ippenwarf mit Schwimmpontons für einen Tag ermöglichen. 2015 sollen mehr als 2000 Radfahrer die provisorische Brücke überquert haben.
„Endlich einmal eine gute Nachricht dazu“
Hocherfreut zeigte sich Simonswoldes Ortsbürgermeister und Ratsherr Hinrich Päben (SPD), seit Jahren mit seinen Ortsratsmitgliedern ein Verfechter der Kurbelfähre, als er von Annette Lang von dem eingeleiteten Genehmigungsverfahren erfuhr.
„Endlich einmal eine gute Nachricht dazu. Es sieht nun so aus, dass wir auf der Zielgerade angekommen sind. Sollte die Kurbelfähre eingebaut werden, sollte auch der Kleiweg bis dahin für Radfahrer befahrbar sein. Vorsichtig möchte ich mich schon einmal bei allen bedanken, die sich über Jahrzehnte hinweg für die Überquerung eingesetzt haben“, sagte Hinrich Päben.