Prozess in Aurich vertagt Opfer eines Faustschlages kann sich an nichts erinnern
Offene Fragen vor dem Amtsgericht Aurich. Fotos, die seine Verletzungen zeigen, waren dem Opfer neu. Und eine wichtige Zeugin erschien gar nicht erst.
Aurich - Ohne Ergebnis ist am Mittwoch der Prozess gegen einen Mann aus Aurich vertagt worden. Der Vorwurf vor dem Amtsgericht lautete auf Körperverletzung. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte im Januar dieses Jahres hinter dem Carolinenhof einem 18-Jährigen aus Westoverledingen mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der junge Mann hatte dabei eine Platzwunde an der Lippe davongetragen.
Der 18-Jährige selbst erinnert sich jedoch nur vage an den Vorfall, und auch den Angeklagten kennt er nur flüchtig. Dass er an dem Tag Streit mit einer Gruppe Jugendlicher gehabt habe, war das einzige, was ihm präsent geblieben war. Weder konnte er sich an seine Aussage bei der Polizei erinnern, in der er den Angeklagten belastet hatte, noch an seine Wunde. Auch die Fotos, die seine Verletzung zeigen, waren ihm gänzlich neu. Seinen Gedächtnisverlust begründete er mit seiner starken Alkoholisierung bis hin zum Filmriss.
23 Einträge im Strafregister des Angeklagten
Der Angeklagte hatte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf geäußert, ihn dann aber bestritten und auf den Streit in der Jugendgruppe verwiesen. Die Platzwunde könne daher resultieren, vermutete er.
Eine weitere Zeugin, die vielleicht Licht ins Dunkel hätte bringen können, war zur Verhandlung nicht erschienen. Ohne ihre Aussage sah Richter Simon Breuker keine Möglichkeit der Aufklärung. Eine Einstellung des Verfahrens kam für die Staatsanwältin jedenfalls nicht in Frage, weil der Angeklagte kein unbeschriebenes Blatt ist. Sein Strafregister verzeichnet bereits 23 Einträge, derzeit steht er unter laufender Bewährung.