Strafprozess in Norden  Alkohol-Dieb zahlte mit falschem Zehner

| | 19.09.2023 18:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Um einen Ladendiebstahl zu verdecken, kaufte der Angeklagte Zigaretten mit einer falschen Zehn-Euro-Banknote. Foto: DPA
Um einen Ladendiebstahl zu verdecken, kaufte der Angeklagte Zigaretten mit einer falschen Zehn-Euro-Banknote. Foto: DPA
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Ein vielfach vorbestrafter 42-Jähriger stahl unter anderem in einem Marienhafer Supermarkt Spirituosen. Dafür musste er sich jetzt vor Gericht verantworten.

Norden/Marienhafe - Whiskey und Wodka: Um seine Drogensucht zu finanzieren, ließ ein 42-jähriger gebürtiger Norder in Supermärkten in Hage und Marienhafe Hochprozentiges mitgehen. Doch bevor er den Alkohol wieder verkaufen konnte, wurde er erwischt. Am Dienstag musste sich der Vater zweier Kinder vor dem Amtsgericht Norden verantworten. Da er derzeit in der Justizvollzugsanstalt Meppen eine sechsmonatige Haftstrafe verbüßt, wurde er in Handschellen vorgeführt.

Seit Dienstag steht fest, dass der drogenabhängige 42-Jährige so schnell nicht wieder auf freien Fuß kommen wird. Strafrichter Michél Demarczyk verurteilte ihn wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs zu weiteren sieben Monaten Haft. Er blieb damit unter den von Amtsanwalt Stefan Freerksen geforderten acht Monaten. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Thorsten Diekmeyer aus Osnabrück, hatte auf ein halbes Jahr Freiheitsentzug plädiert.

Whiskey im Wertvon 188 Euro

Laut Anklage hatte der 42-Jährige, der derzeit in der Gefängniswäscherei arbeitet und dafür nach eigenen Angaben bis zu 100 Euro monatlich erhält, Ende Juli vergangenen Jahres im Edeka-Markt Kruse in Marienhafe neun Flaschen Whiskey der Marke Jack Daniel’s im Wert von 188 Euro in seinem Rucksack verstaut und ohne diese zu bezahlen die Kassenzone passiert. Er wurde erwischt. So wie einen Monat später in einem Laden in Hage, den er trotz eines Hausverbots betrat und wo er acht Flaschen Wodka auf dieselbe Weise mitgehen ließ. Um den Diebstahl zu vertuschen, kaufte er Zigaretten, die er mit einem falschen Zehn-Euro-Schein bezahlte. Das fiel einer Kassiererin sofort auf, weil auf der Banknote „Kopie“ stand. Im September 2022 stahl er außerdem im Kaufland Norden zwei Dosen eines Biermischgetränks im Wert von 2,22 Euro.

Vor dem Amtsgericht Norden musste sich am Donnerstag ein vielfach vorbestrafter Norder verantworten. Foto: Thomas Dirks
Vor dem Amtsgericht Norden musste sich am Donnerstag ein vielfach vorbestrafter Norder verantworten. Foto: Thomas Dirks

In einer von seinem Verteidiger abgegebenen Erklärung räumte der Angeklagte alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Dass der Geldschein gefälscht war, will er aber nicht mitbekommen haben. „Das hat er in seinem Drogenwahn nicht registriert“, so der Anwalt. Ziel seines Mandanten sei es, ab dem Frühjahr 2024 eine Therapie zu absolvieren. Dieser sei auf dem Weg der Besserung. „Die Einschläge sind nicht mehr so eng getaktet, aber er wird noch immer wieder rückfällig, wenn er draußen ist“, sagte Diekmeyer.

24 Vorstrafen

Dort war der Angeklagte seit 2000 nicht mehr so häufig. 24 Eintragungen umfasst seither das Bundeszentralregister, das Richter Demarczyk auszugsweise verlas. 13-mal sei der Angeklagte wegen Diebstahls verurteilt worden, stellte der Staatsanwalt fest. Zugunsten des Angeklagten sei dessen Geständnis zu werten. Laut seinem Verteidiger hat der 42-Jährige in Kürze weitere Strafen aus Verfahren vor dem Amtsgericht Aurich zu erwarten.

Richter Demarczyk wünschte dem Angeklagten, dass er die angestrebte Therapie bald in Angriff nehmen könne. Da dieser und die Staatsanwaltschaft auf Rechtsmittel verzichteten, ist das Urteil rechtskräftig.

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