Erntefest in Aurich Regional und günstig ist für Bauern kein Widerspruch
Landwirte und Landfrauen möchten mit dem Erntefest in Aurich auf die Vielfalt und Nachhaltigkeit der ostfriesischen Landwirtschaft aufmerksam machen.
Aurich - Kann man sich regionale und nachhaltige Lebensmittel überhaupt leisten? Selbstverständlich, sind sich Heinz-Hermann Hertz-Kleptow und Hartwig Frühling vom Landwirtschaftlichen Hauptverein für Ostfriesland einig. Sie sind Mitausrichter des Erntefests in Aurich am Donnerstag, 21. September, in der Zeit von 10 bis 17.30 Uhr. Dann möchten Landwirte und Landfrauen aus der Region die Besucher auf dem Auricher Marktplatz von den landwirtschaftlichen Erzeugnissen Ostfrieslands überzeugen.
Das Angebot regionaler Lebensmittel ist größer und günstiger denn je, erklärt Hertz-Kleptow. Ein Grund sei das gestiegene Interesse an ökologischen Themen – Bio-Produkte seien weiterhin im Aufschwung. Viele Kunden würden ihre Lebensmittel in hofeigenen Läden kaufen. Sie schätzen die persönliche Beziehung zu den Landwirten, sagt Hertz-Kleptow. Auch eine Verbundenheit mit der Region spiele eine große Rolle.
Regionale Produkte seien auf Dauer günstiger
Ein weiterer Grund für die günstigeren Preise und die bessere Verfügbarkeit: Mittlerweile bieten laut Frühling viele Supermärkte ein breites Sortiment an Erzeugnissen aus der ostfriesischen Landwirtschaft an. Die kurzen Anfahrtswege beispielsweise bei Molkereiprodukten hätten nicht nur eine bessere Klimabilanz, sondern auch einen günstigeren Preis zur Folge. Frühling ist sich sicher: Wenn man sich für regionale und saisonale Lebensmittel beim Einkauf entscheidet, sei es auf Dauer günstiger.
Um regionale Produkte vor allem im Supermarkt besser zu finden, wünscht sich Kerstin Kulke von den Landfrauen eine bessere Kennzeichnung. Nicht jeder hätte die Zeit, die Siegel und Kennnummern auf Produkten zu identifizieren. „Es müsste nur eine Deutschlandfahne drauf – das reicht schon“, betont sie. Hier ergänzt Hertz-Kleptow, dass Lebensmittel nicht automatisch nachhaltiger sind, nur weil sie aus dem gleichen Land kommen. Tomaten aus den Niederlanden hätten einen deutlich kürzeren und somit umweltschonenderen Transportweg als solche aus Bayern.
Erntefest ist Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen
Das Angebot von überregionalen landwirtschaftlichen Produkten sei jedoch ebenfalls wichtig, erklärt Frühling weiter. Wie auch andere Regionen exportieren ostfriesische Landwirte ihre Erzeugnisse. Die ostfriesischen Milchviehbetriebe produzieren so große Mengen, dass diese nicht in der Region verbraucht werden könnten.
Viele Menschen haben wenige Berührungspunkte mit der Landwirtschaft, vermutet Hertz-Kleptow. Sie könnten daher noch offene Fragen zu den Themen Nachhaltigkeit und regionale Lebensmittel haben. Das Erntefest soll ein Angebot sein, um darüber ins Gespräch zu kommen und im besten Fall Antworten zu geben.