Bremen  Mann schiebt Rad über Bahnübergang in Bremen – und wandert in den Knast

Melanie Hohmann
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Von Melanie Hohmann
| 06.09.2023 15:10 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Trotz geschlossener Schranken und sich nahendem Zug hat ein Mann sein Rad über einen Bahnübergang geschoben. Foto: imago stock&people
Trotz geschlossener Schranken und sich nahendem Zug hat ein Mann sein Rad über einen Bahnübergang geschoben. Foto: imago stock&people
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Ein polizeibekannter Mann hat sein Rad trotz geschlossener Schranken über einen Bahnübergang geschoben. Der Lokführer des herannahenden Zuges leitete eine Schnellbremsung ein und stand anschließend unter Schock. Der Verursacher ist sich keiner Schuld bewusst und hat noch mehr auf dem Kerbholz.

Trotz geschlossener Schranken und eines nahenden Zuges hat am Dienstag ein 60-jähriger Mann ein Fahrrad über den Bahnübergang an der ehemaligen Güterabfertigung des Bremer Hauptbahnhofs geschoben. Der Triebfahrzeugführer der Nordwestbahn Richtung Oldenburg leitete laut Bericht der Bundespolizeiinspektion Bremen eine Schnellbremsung ein und war sich zunächst nicht sicher, ob er der Mann erfasst hatte. Dieser ging jedoch unverletzt weiter und wurde kurz darauf von Bundespolizisten am Hauptbahnhof festgenommen. 

Der gefährliche Eingriff in den Bahnverkehr ereignete sich um 15.31 Uhr nach Abfahrt der Nordwestbahn aus dem Hauptbahnhof. Der 35-jährige Triebfahrzeugführer erlitt einen Schock und musste abgelöst werden. Die Bahn verspätete sich um 40 Minuten. Die Fahrgäste blieben im Zug. 

Bundespolizisten ermittelten, dass gegen den Verursacher ein aktueller Strafvollstreckungsbefehl des Amtsgerichts Aschaffenburg wegen Diebstahls vorlag. Den haftbefreienden Betrag von 1500 Euro konnte der 60-Jährige nicht aufbringen – so wurde er zum Antritt einer Freiheitsstrafe von 100 Tagen in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Außerdem stellten die Bundespolizisten das schwarze Herrenrad wegen Diebstahlverdachts sicher, welches er angeblich in Bremen gefunden hatte. Der Mann sei bei der Bundespolizei überregional nach rund 100 Anzeigen bekannt, heißt es. In den meisten Fällen handele es sich dem Bericht nach um Diebstähle und Leistungserschleichungen.

Zuletzt wurde er am 1. September in Bremerhaven-Lehe verwarnt, als er verbotener Weise die Gleise überquerte und meinte, „dass es eben der kürzeste Weg sei“. In einem anderen Fall hatte er im Raum Köln wegen Rauchens in einem Zug die Brandmeldeanlage ausgelöst und dadurch ebenfalls eine Schnellbremsung verursacht.  

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