Pädagoge auf der Auricher Bank SpVg Aurich präsentiert neuen Trainer
Berufsschullehrer Uwe Fischer aus Norden soll die SpVg aus dem Tabellenkeller der Bezirksliga führen. Warum die Trainerwahl der SpVg-Verantwortlichen eine Überraschung ist.
Aurich - Turbulente Tage am Auricher Ellernfeld: Vor zwei Wochen hatte Uwe Groothuis am Telefon von seiner Entlassung erfahren, die ostfriesische Fußball-Szene rieb sich verwundert die Augen. Nun hat die SpVg Aurich einen neuen Trainer für die Bezirksliga-Mannschaft vorgestellt. Uwe Fischer aus Norden wird die Herausforderung beim Tabellenletzten annehmen. SpVg-Vorsitzender Werner Hoffmann ist zuversichtlich, dass nun bald wieder Ruhe und Erfolg einkehrt am Ellernfeld. „Er ist als Lehrer jeden Tag mit jungen Menschen zusammen und besitzt großen Fußball-Sachverstand“, sagt Hoffmann.
Der Berufsschullehrer ist im ostfriesischen Herrenfußball noch nicht in Erscheinung getreten – dafür aber im Jugendbereich. In den vergangenen Jahren trainierte Fischer höherklassige Jugendmannschaften wie Kickers Emden oder den JFV Norden. „Auch an seinen bisherigen Wohnorten in Köln und im Leipziger Raum hat er mit jungen Fußballern gearbeitet“, sagt der SpVg-Vorsitzende.
Bislang nur im Jugendbereich tätig
Der Neue soll die jungen Wilden, die SpVg geht mit einer der jüngsten Mannschaften in der Bezirksliga auf Punktejagd, zähmen und das Talent in die richtigen Bahnen lenken. „Wir hoffen, dass es im pädagogischen und psychologischen Bereich besser läuft“, sagt Hoffmann. Diese Aussage darf durchaus als kleiner Seitenhieb auf den entlassenen Trainer Uwe Groothuis verstanden werden. „Das war in diesem Bereich ausbaufähig. Aber es ist auch wie in einer Beziehung. Man lernt sich erst richtig kennen, wenn man die Beziehung führt“, so Hoffmann.
Doch wie ist die Sportvereinigung auf einen Trainer gekommen, der vorher wohl nur Fußball-Insidern bekannt gewesen ist? Werner Hoffmann spricht scherzhaft von einem Geheimtipp, den Kontakt hat aber ein ganz anderer hergestellt. Heinz Haase, Abteilungsleiter im Herren-Bereich der SpVg, hat Uwe Fischer zufällig getroffen und mit ihm über Fußball geplaudert. Das Ergebnis: Fischer zeigte durchaus Interesse an der schwierigen sportlichen Aufgabe und wurde zu Gesprächen eingeladen. Dann ging alles ganz schnell: In der vergangenen Woche leitete Uwe Fischer bereits eine Trainingseinheit und lernte die Mannschaft kennen. „Dort hat er offensichtlich überzeugt“, sagt Hoffmann, der während dieser Tage beruflich verhindert war und auch nicht an den Gesprächen teilgenommen hatte.
Premiere für Fischer am Mittwoch in Leer
Der SpVg-Vorsitzende hofft nun, dass endlich Kontinuität auf der Trainerbank Platz genommen hat. Viele Trainer kamen und gingen in den vergangenen Jahren. Mal wurden sie gefeuert, mal zogen sie aus privaten Gründen die Reißleine. „Wir haben, wie jede andere Mannschaft auch, immer die Absicht, langfristig mit einem Trainer zusammen zu arbeiten“, sagt Hoffmann.
Am morgigen Mittwoch wird Uwe Fischer seine Premiere bei einem Punktspiel feiern – ausgerechnet beim Tabellenführer Germania Leer. „Es gibt keine Erwartungen. Er hat dann gerade mal ein paar Mal mit der Mannschaft trainiert und trifft gleich auf den Ligaprimus“, dämpft Hoffmann die Erwartungen vor dem Neuanfang. Die Mannschaft habe aber nichts zu verlieren, hauptsächlich gehe es darum, sich gut zu präsentieren. Davon ist Hoffmann aber überzeugt. Er ist optimistisch, dass der Pädagoge auf der Bank die Mannschaft in die richtigen Bahnen lenkt. „Der Kader hat durchaus das Potenzial“, glaubt Hoffmann.
Immerhin hat die Sportvereinigung Aurich in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit fußballaffinen Pädagogen auf der Trainerbank gemacht. Viele werden sich noch an die glorreiche Zeit in den 1980er-Jahren mit Gymnasiallehrer Gerhard Gastmann als Cheftrainer erinnern – vielleicht ein gutes Omen.
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