Blütenfest Wiesmoor  Es bleibt bei einer Königin – aber erstmals mit einem Prinz

Helmut Vortanz
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Von Helmut Vortanz
| 03.09.2023 19:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Blütenkönigin Leonie Landherr alias „Calendula I.“ (Mitte) mit Prinzessin Kim Schlüter und dem Prinzen Yannik Willms. Foto: Helmut Vortanz
Blütenkönigin Leonie Landherr alias „Calendula I.“ (Mitte) mit Prinzessin Kim Schlüter und dem Prinzen Yannik Willms. Foto: Helmut Vortanz
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Erstmals stellten sich Männer der Wahl für das Wiesmoorer Königshaus. Ein Prinz schaffte es hinein - aber es standen auch nur zwei Frauen zur Wahl.

Wiesmoor - Punktlandung für Leonie Landherr: Sie ist von den Zuschauern zur Blütenkönigin in Wiesmoor gewählt worden. Begleitet wird sie im kommenden Jahr von der Prinzessin Kim Schlüter und dem Prinzen Yannik Willms. Der frisch gewählten Blütenkönigin wurde von der diesjährigen Schirmherrin Hanna Naber, Niedersächsische Landtagspräsidentin, der Namen Calendula I. verliehen. Nach der Wahl auf der Freilichtbühne zog der Blütenkorso mit dem neuen Königshaus, bejubelt von Tausenden Gästen, durch die Stadt zurück zum Blumenreich.

Die Vorstellung der Kandidaten. Foto: Helmut Vortanz
Die Vorstellung der Kandidaten. Foto: Helmut Vortanz

Der Höhepunkt des 71. Wiesmoorer Blütenfestes stand auf der Freilichtbühne unter einem besonderen Stern: Zum ersten Mal waren neben den zwei Kandidatinnen (Pia Weseler fehlte wegen Krankheit) auch drei männliche Pendants zur Wahl angetreten. Dabei sind männliche Vertreter in einem Königshaus auch in der Region nichts Neues. Schon bei der Veranstaltung im Jahr 2019 wurde die Mühlenkönigin aus Schortens von einem Prinzen begleitet. Wie Moderator Ludger Abeln damals sagte: „Ein Modell, das auch in Wiesmoor Schule machen könnte.“

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Blütenfest: Wiesmoor hat ein neues Königshaus
03.09.2023

Im Vorfeld zeichnete sich keine Tendenz ab

Und so kam es tatsächlich bei der 71. Auflage des Blütenfestes. „Bei der Jubiläumsveranstaltung im vergangenen Jahr haben wir noch auf die Tradition gesetzt“, sagte Friedrich Völler, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins, bei der Vorstellung der Kandidaten vor zwei Wochen. Für Bürgermeister Sven Lübbers soll sich das zu wählende Königshaus präsentieren wie die Stadt Wiesmoor selbst, weltoffen und modern.

Aus einer mit blüten geschmückten Kutsche heraus verabschiedete sich das scheidende Königshaus. Foto: Helmut Vortanz
Aus einer mit blüten geschmückten Kutsche heraus verabschiedete sich das scheidende Königshaus. Foto: Helmut Vortanz

Aber die spannende Frage blieb: Wie werden die Zuschauer entscheiden? In den sozialen Medien zeichnete sich keine eindeutige Tendenz ab. Es gab sowohl Befürworter der Öffnung als auch User, die für die traditionelle Weiterführung eines rein weiblichen Königshauses votierten.

Scheidende Prinzessin mit gebrochenem Arm

Doch bevor diese Frage beantwortet werden sollte, mussten alle Kandidaten und Kandidatinnen mit der Vorstellung durch Moderator Ludger Abeln versuchen, die Sympathien der Zuschauer zu gewinnen. Das vorbereitete Stadtquiz fiel dem Zeitplan zum Opfer, hätte aber auch laut Völler keinen Einfluss auf den Ausgang der Wahl gehabt. Auf den voll besetzten Rängen wurden fleißig Schilder und Banner geschwenkt. Die Fangruppen wurden immer dann laut, wenn ihre Favoritin oder ihr Favorit ins Spiel gebracht wurde.

Das Königshaus aus Budenheim. Foto: Helmut Vortanz
Das Königshaus aus Budenheim. Foto: Helmut Vortanz

Begleitet wurde das Spektakel nicht nur von den Zuschauern, sondern auch durch das Blüten-Königshaus der Partnerstadt Budenheim und einer Delegation aus der polnischen Partnerstadt Turek. Weitere Königshäuser zogen mit dem Blumenkorso durch die Stadt. Mit dem Krönungswagen wurde die amtierende Blütenkönigin Jana Gerdes (Rudbeckia I.) und ihre Prinzessinnen Finja Krause und Justine Brazda, die trotz eines gebrochenen Arms teilnahm, auf die Freilichtbühne gefahren.

Julian Reim sang auf der Freilichtbühne. Foto: Helmut Vortanz
Julian Reim sang auf der Freilichtbühne. Foto: Helmut Vortanz

Für scheidende Majestäten ein fantastisches Jahr

Für die drei jungen Frauen ist die Regentschaft nach einem fantastischen Jahr zu Ende gegangen. „Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge und wünschen unseren Nachfolgern genau so viel Spaß, wie wir ihn gehabt haben“, sagte Jana Gerdes.

Jetzt wieder in zivil: Die scheidenden Majestäten Blütenkönigin Jana Gerdes (Rudbeckia I.) und ihre Prinzessinnen Finja Krause und Justine Brazda. Foto: Helmut Vortanz
Jetzt wieder in zivil: Die scheidenden Majestäten Blütenkönigin Jana Gerdes (Rudbeckia I.) und ihre Prinzessinnen Finja Krause und Justine Brazda. Foto: Helmut Vortanz

Nach einer Show-Einlage des Schlagersängers und Komponisten Julian Reim, der nach seinem Debütalbum auch in Wiesmoor schon über eine beachtliche Fanbasis verfügt, war es dann so weit: Landtagspräsidentin Hanna Naber, Bürgermeister Sven Lübbers und Verkehrsvereinschef Friedrich Völler betraten die Bühne zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Unter dem Jubel ihrer Fans und der Zuschauer wurde das diesjährige Königshaus gekrönt. Die Schirmherrin Hanna Naber verlieh der Blütenkönigin Leonie Landherr den botanischen Namen „Calendula I.“.

Die Fans von Lenoie Landherr. Foto: Helmut Vortanz
Die Fans von Lenoie Landherr. Foto: Helmut Vortanz

Mehr als eine Million Dahlienblüten haben die freiwilligen Helfer der verschiedenen Vereine am Blütenfestdonnerstag gesteckt und den Motiven zum Motto „Mit Jules Verne in die Zukunft“ so zu ihrem farbigen Kleid verholfen. Die Mottowagen wurden auch in diesem Jahr von Reinhard Bildhauer entworfen. Bildhauer war zwar schon 2019 verabschiedet worden, ist aber dem Blütenfest noch immer eng verbunden. Angeführt von den Wiesmoorer Symbolfiguren Jan und Hinnerk, wie der Birkhahn Wahrzeichen der Stadt, boten die Mottowagen Einblicke in das Schaffen von Jules Verne.

„Mit Jules Verne in die Zukunft“ lautete das Motto des Korsos. Foto: Helmut Vortanz
„Mit Jules Verne in die Zukunft“ lautete das Motto des Korsos. Foto: Helmut Vortanz
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