Badesee Tannenhausen Parkplatz-Schranken vor dem Badespaß?
Höhere Parkgebühren gibt es seit Anfang des Jahres auch in Tannenhauen am Badesee. Nun könnten Schranken folgen, um die Gebühren auch zuverlässig eintreiben zu können.
Aurich - Viel Geld muss die Stadt Aurich jährlich für den Badesee Tannenhausen ausgeben. Knapp 330.000 Euro Defizit werden auf der Liste der freiwilligen Leistungen im Haushaltsplan aufgeführt. Zu viel in Zeiten knapper Kassen. Schon vor einigen Jahren hatte CDU-Ratsherr Artur Mannott deswegen eine Eintrittsgebühr für den Badesee ins Spiel gebracht. Die Idee fand aber keine Mehrheit.
Einen anderen Weg möchte die Gruppe SPD/GAP einschlagen. An den Zufahrten zum Parkplatz sollen Schranken aufgestellt werden wie an den beiden Parkplätzen an der Ubbo-Emmius-Klinik. Diese öffnen sich nur, wenn die Autofahrer ihre Scheckkarten einlesen. Auf diese Weise, so Gruppenvorsitzende Ingeborg Hartmann-Seibt kürzlich im Finanzausschuss, sei gewährleistet, dass auch wirklich alle Autofahrer die Parkgebühren zahlen würden.
Höhere Nutzungsgebühren für Mehrzweckgelände?
Zwar werde der Parkplatz am Badesee auch vom Auricher Ordnungsamt kontrolliert. Das aber könnten nur Stichproben sein. Mit einer Schrankenanlage, so die Vermutung, könnten die Einnahmen aus den Parkgebühren gesteigert und das Defizit des Badesees gesenkt werden. Erst Anfang dieses Jahres waren die Parkgebühren in der Stadt angehoben worden. Der Tageshöchstsatz beträgt seitdem am Badesee fünf Euro statt vorher zwei Euro.
In Betracht ziehen sollte man auch höhere Nutzungsgebühren für das Mehrzweckgelände in Tannenhausen, sagen SPD und GAP. Diese Idee wurde nicht weiter diskutiert. Bei den Schranken gab es aber Gegenargumente. Bereits vor acht Jahren wurde in der Auricher Politik darüber nachgedacht, wie das Defizit am Badesee Tannenhausen gesenkt werden könnte. Damals machte Thomas Janßen, seinerzeit finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, den Vorschlag, am See Eintrittsgelder zu verlangen.
Anlieger des Badesees gegen höhere Gebühren
Ein Vorschlag, der damals keine Mehrheit fand und auch heute noch auf Ablehnung stößt. Das bekräftigte Volker Rudolph (GAP) kürzlich im Wirtschaftsausschuss. Der Eintritt müsse kostenlos bleiben. „Aber wer mit dem Auto kommt, kann löhnen.“ Dafür sei es sinnvoll, eine Schrankenanlage wie zum Beispiel an der Ubbo-Emmius-Klinik aufzubauen (siehe dazu auch Seite 1).
Johann Reiter (AWG) gab zu bedenken, dass dafür zunächst viel Geld ausgegeben werden müsste. Denn auch die Weide hinter dem eigentlichen Parkplatz, notdürftig mit Flatterband eingeteilt, müsste dann vernünftig hergerichtet werden. Außerdem, so Reiter, führe eine öffentliche Straße mitten durch das Gelände. Die könne man nicht einfach mit einer Schranke absperren.
Das dürften auch die Anlieger des Badesees so sehen. Das wurde jüngst bei einem Termin zur Entwicklung des Tourismus-Konzeptes für Tannenhausen deutlich. Die Betreiber der Wakeboardanlage gaben an, dass bereits die Erhöhung der Parkgebühren Anfang des Jahres schädlich gewesen sei. Wer regelmäßig zum Wakeboarden komme, sei in der Woche leicht 25 Euro los. Und wer in der Nebensaison nur mal etwas trinken wolle, wolle auch nicht mindestens zwei Euro Gebühren auf einem ansonsten leeren Parkplatz zahlen.