Plattdüütskmaant im Landkreis Aurich Plattdeutsch soll wachsen und blühen
Im September plant die Ostfriesische Landschaft wieder viele Aktionen. Diesmal gibt es sogar eine Postkarte zum Einpflanzen – und anderes mehr.
Aurich - „Laat Platt wassen - lass Platt wachsen“. Was die neue Postkarte der Ostfriesischen Landschaft fordert, ist wörtlich zu verstehen. Man soll sie einpflanzen. Aus den enthaltenen Samen können Blumen wachsen. Zugleich sollen mehr Menschen motiviert werden, Platt zu lernen. Zum diesjährigen Plattdüütskmaant, also Plattdeutschmonat, der immer im September stattfindet, möchte die Landschaft den Schutz von Sprache und Natur verbinden. Das erklärte Landschaftspräsident Rico Mecklenburg am Mittwoch während einer Pressekonferenz, in der das Programm vorgestellt wurde.
Veranstaltungen zum Plattdüütskmaant im Landkreis Aurich
Ziel sei es, auch Nicht-Muttersprachlern einen Einstieg ins Plattdeutsche zu ermöglichen. Bei den Veranstaltungen des Plattdüütskmaants können Interessierte die Karte kostenfrei bekommen. Kinder und Familien können außerdem eine plattdeutsche Anleitung zum Bau eines Hochbeets erhalten. Das zweite Motto „Platt blieht - Platt blüht“ setze das Thema fort. Viele Ostfriesen hätten eigene Gärten und auch in Schulen und Kitas werde immer mehr gegärtnert, sagte die Leiterin des Plattdeutschbüros der Landschaft, Grietje Kammler.
Neue Umfrage zu Platt im Alltag geplant
Sie zeigte sich zufrieden mit der Förderung der Sprache in den vergangenen Jahren. Sie wünscht sich, dass Platt einen noch größeren Anteil im Alltag der Ostfriesen einnimmt. Plattdeutsch sei prägend für die ostfriesische Identität. Kammler präsentierte auch in diesem Jahr ein neues ins Plattdeutsche übersetzte Kinderbuch von Andrea Reitmeyer. Das Buch mit dem Titel „Lüttje Imm Hermine, waar büst du to Huus?“ und Plattdüütskmaant passen thematisch zusammen: Hermine, eine Biene, sucht ein neues Zuhause, nachdem Menschen ihr altes zerstört haben.
Während des Aktionsmonats ist eine Umfrage zu Platt im Alltag geplant. Die Teilnahme soll sowohl digital als auch analog mithilfe eines Umfragebogens möglich sein. Laut Kammler sei diese Erhebung nötig, da die letzten Umfragewerte aus 2007 stammen. Mit dem zweiseitigen Fragebogen sollen Sprech- und Verständnisfähigkeiten erfasst werden. Bei der letzten Erhebung hatte rund die Hälfte der rund 6000 Teilnehmer angegeben, Plattdeutsch gut sprechen zu können. Dreiviertel gaben an, Plattdeutsch gut zu verstehen. Mit den Ergebnissen sollen künftig gezielte Maßnahmen zur Förderung der Regionalsprache getroffen werden, sagte Kammler.