Berlin Paris verbietet E-Roller – und Berlin nimmt sie
Sie liegen wie Mikadostäbe auf den Straßen. Paris macht Schluss mit seinen E-Scootern. Drei mal darf man raten, wer sie nimmt.
Von einem Siegeszug des E-Rollers in den Hauptstädten kann wahrlich keine Rede sein. Die Pariser Bürger haben in einer Befragung zu 90 Prozent entschieden, dass die Gefährte wieder aus ihrer Stadt verschwinden sollen. Der Ärger ist zu groß: Wie Mikado-Stäbe liegen die Roller auf den Straßen, von Konflikten zwischen Radfahrern, Fußgängern und E-Roller-Fahrern haben die Pariser die Nase voll. Et voilà: Schluss damit. C’est fini.
In Berlin beschreibt die Senatsverwaltung den auch in der deutschen Hauptstadt verbreiteten Ärger mit den Gefährten reichlich beschönigend als „Nutzungskonflikte”. Diese beobachte man sehr genau. Doch das scheint bei den Betreibergesellschaften niemanden von der Überzeugung abzubringen, dass Berlin noch mehr Scooter braucht. Von den Pariser Rollern – insgesamt sind es 15.000 - sollen nun Tausende nach Berlin. Von der Seine an die Spree, auf dass sie dort die Hauptstädter gegen sich aufbringen.
Wie die Berliner Betreiber beschwichtigend sagen, sollen mit den französischen Modellen vor allem ältere Scooter ausgetauscht werden. Man kann es nur hoffen. Denn schon jetzt sind auf Berlins Straßen 47.000 Scooter unterwegs. Jede Wette: Würde man in Berlin wie in Paris abstimmen, käme wahrscheinlich auch keine Mehrheit mehr für den Roller zusammen. Noch mehr von den Gefährten würden die „Nutzungskonflikte” nur noch verschärfen. Verbieten kann man sie in Deutschland aber nicht so einfach.
In Berlin will man den Problemen nun eventuell mit schärferen Regeln beikommen. Der Berliner ist aber bekanntlich kein Freund von schärferen Regeln. Schon die neue Vorgabe, dass jeder am Freibad-Eingang seinen Personalausweis vorzeigen muss, sorgt für erheblichen Ärger. Oder sagen wir besser: Nutzungskonflikte.