Prozess vor Amtsgericht Aurich Streit über Coronaregeln in Pflegeheim
Eine 58-jährige Auricherin geriet im Dezember 2022 mit Mitarbeiterinnen eines Heims aneinander – und beschimpfte sie drastisch. Vor Gericht zeigte sie sich uneinsichtig.
Aurich - Wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs wurde eine 58-Jährige aus Aurich jetzt vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 1000 Euro (20 Tagessätze zu je 50 Euro) verurteilt. Hintergrund war ein Streit über Coronamaßnahmen in einem Seniorenheim in Aurich. Laut Anklage hatten Mitarbeiterinnen ihr im Dezember vergangenen Jahres den Zutritt verwehrt. Der Grund: Sie habe nicht die damals geltenden Corona-Vorschriften eingehalten, etwa eine Terminvereinbarung, eine Maske und ein Schnelltest.
Die Auricherin war daraufhin laut Anklage wütend geworden und soll die Mitarbeiterinen als „Faschisten“ beschimpft haben. Die Angeklagte, die sich vor Gericht ohne Anwalt selbst verteidigte, fühlte sich in ihrem Rechtsgefühl verletzt. „Die lügen vor Gericht und haben sich abgesprochen“, unterstellte sie den betroffenen Mitarbeiterinnen, die als Zeuginnen auftraten. Diese bestätigten weitgehend die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagte habe sich geweigert, das Gebäude zu verlassen und sie beschimpft, so die Mitarbeiterinnen.
Angebot des Staatsanwalts abgelehnt
Ein Angebot der Staatsanwaltschaft, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage von 500 Euro einzustellen, lehnte die Auricherin ab. Sie wies jede Schuld von sich.
Der Staatsanwalt forderte dann in seinem Plädoyer eine Geldstrafe von 1500 Euro (30 Tagessätze zu je 50 Euro). Richter Hartmann entschied am Ende auf eine etwas geringere Strafe, nämlich 1000 Euro. In seiner Urteilsbegründung nahm er Rücksicht darauf, dass aus seiner Sicht auch eine der Altenheim-Mitarbeiterinnen zur Eskalation beigetragen habe. Außerdem wolle er Rücksicht auf die finanzielle Situation der Angeklagten nehmen. Die 58-Jährige kündigte noch im Gerichtssaal an, Berufung gegen das Urteil einzulegen.