Fahrräder in Fußgängerzone  Stadt Aurich gegen Ausweitung der Fahrradzone auf die Norderstraße

Marian Bornemann
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Von Marian Bornemann
| 24.08.2023 07:47 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Drei schieben, einer fährt: Nicht jeder hält sich in der Norderstraße an das Radfahrverbot zwischen 10 und 18 Uhr. Foto: Romuald Banik
Drei schieben, einer fährt: Nicht jeder hält sich in der Norderstraße an das Radfahrverbot zwischen 10 und 18 Uhr. Foto: Romuald Banik
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Auch die Geschäftsleute der Norderstraße lehnen eine Aufhebung des Fahrradfahrverbots in der Fußgängerzone ab. Dabei ginge es auch um die Sicherheit der Fahrradfahrer selbst.

Aurich - Freie Fahrt für Fahrradfahrer in der Norderstraße in Aurich? Die Stadt lehnt dies entschieden ab. Das erklärte Johann Stromann, Sprecher der Stadt Aurich, auf Anfrage der ON. Noch im März vergangenen Jahres hatte der Umweltausschuss der Stadt eine probeweise Öffnung vorgeschlagen und prüfen lassen - ohne Erfolg. Dabei entsteht Ende August rund um die Norderstraße eine neue Fahrradzone in der Auricher Innenstadt. In diesem Zuge fordert der ADFC in Aurich auch eine Erweiterung auf die Norderstraße. An der Einstellung der Geschäftsleute in der Norderstraße hat sich indes nichts geändert.

„Sind denn die Burgstraße und die Osterstraße Fahrradstraßen?“, fragt Jens Dieker, Senior-Bezirksleiter der dortigen LBS-Filiale. Er befürchtet im Gespräch mit den ON eine geringere Attraktivität als Einkaufsmeile. In dieser Einschätzung ist er sich mit weiteren Geschäftsleuten aus der Straße einig. Dieker habe schon in der Straße gearbeitet, bevor die Fußgängerzone errichtet wurde. Er schätze die Vorteile der Fußgängerzone sehr. Insbesondere in der Urlaubszeit sei die Norderstraße – unter anderem für Touristen – ein beliebter Ort zum Bummeln.

Sorge vor weiteren Unfällen

„Es ist gefährlich für Fußgänger“, betont Lan Nguyen, Inhaberin des Modegeschäfts „Vina“ – und ist auch in dieser Einschätzung nicht allein. Weitere Inhaber und Mitarbeiter der Norderstraße teilen ihre Meinung. Schon jetzt – so sagen sie – käme es trotz des Fahrverbots zwischen 10 und 18 Uhr regelmäßig zu Unfällen zwischen Radfahrern und Fußgängern. Insbesondere die höhere Geschwindigkeit von E-Bikes berge ein Gefahrenpotenzial, sagt Kira Hilka Hinrichs, Büchsenmacherin bei Waffen Liebert. Sie rechnet bei einer weiteren Öffnung mit noch rücksichtsloserem Verhalten der Radfahrer.

Hinrichs ergänzt, dass auch die Fahrradfahrer selbst Gefahren ausgesetzt seien. Die Mitarbeiterparkplätze befänden sich oftmals hinter den Geschäften. Durch die enge Bebauung in der Straße und deren Möblierung wäre ein Auffahren auf die Norderstraße ohnehin schwierig. Deswegen sei es schon häufiger zu Zusammenstößen mit Radlern gekommen.

Wunsch nach mehr Kontrollen

Die Kaufleute fordern zudem strengere und häufigere Kontrollen des bisherigen Radfahrverbots. Just in diesem Moment fahren zwei Radler vorbei. Dieker deutet auf sie und sagt: „Das wären jetzt schon zweimal 25 Euro gewesen.“

Christian Claaßen, Geschäftsführer von Hörgeräte Isermann unterstützt grundsätzlich die Förderung des Fahrradverkehrs in Aurich. Er und seine Frau Rita Isermann-Claaßen, Inhaberin des Unternehmens, würden selbst gerne Rad fahren. Dennoch spricht auch er sich gegen eine Aufhebung des Fahrverbots in der Norderstraße aus. Siegmund Marsollek, Mitarbeiter in der dortigen Ergo-Filiale, sagt, dass er selbst regelmäßig das Rad für den Arbeitsweg benutzt, aber die Grenzen der Fußgängerzone respektiert: „Die paar Meter kann man auch schieben.“

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